15/5 Nachts Gewitter; in den Schlaf hinein hört ich dumpf ein oder zwei
Donnerschläge.― Morgengratulation und Gruß von O.― Schöne Blumen
Rosen und Flieder von Julius und Helene.― Kriegsfrühstück, durch
mitgebrachte Gansleber gemildert.― Stadtbummel, Einkauf von
Stoffen. Nach morgendlichem Regen wieder schön und heiss.
Geburtstag-Diner im Hotel.― (Bis hieher vor St. Todesnachricht.)
Nachm. im heissen Westzimmer Hamsun „Segelfoss“ lesend ―
schwer geschlummert ― geträumt als läg ich in einem Bad, mit hohen
Stiefeln, ohne mich rühren zu können.― Fuhren dann alle (O., Jul.,
Helene, Annie) Hellbrunn ― spazierten durch die Allee, an der Tanne
vorbei, wo O. vor 16 Jahren die Vision unsrer Kinder hatte, Steinernes
Theater, Monatschlössel, saßen im Restaurant an der Bahn ― (wer mir
prophezeit hätte ich würde an meinem 55. Geburtstag zur Jausenzeit
schlechtes Bier trinken und froh sein, daß ichs kriege) ― heim, nachtm.
Europe, spazierten längs der Salzach, saß dann mit Jul. im Café Bazar,
die Damen auf einer Bank an der Salzach.