Montag, 23. Juli 1917 1917-07-23 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0892-6
Tagebuch 1917-1919 978-3-7001-0722-4 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1917-1919 065–066 428 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

23/7 Träume ― wieder einmal von einem tollen Hund, den ich aber nicht sah, der aber O. und Lili gebissen hatte. O. sagte beruhigend: Ich gehe morgen früh um vier in die Stadt ― und lasse mich gleich impfen. Dann träumt ich, die Kinder seien eingeladen ― in die Burg ― großer Saal, etwa Hofbibliothek ― Gitter, breit, allerlei Leute dahinter, auch A. F. Seligmann, ich rede mit den Kindern (meine? mehr? in der Ecke, durchs Gitter?―), der Kaiser (Franz Josef) der in Hemdärmeln um einen langen Tisch herumgeht, wird aufmerksam; plötzlich bin ich drin, conversire mit dem Kaiser; er fragt mich: Wer sind die größten Chirurgen der Welt? Ich antworte, da mir nur die Wiener einfallen, Hochenegg und 66 1917: VII 23 - VII 25 Eiselsberg ― Julius (wie kommt er her) sagt mir ein: „Bahrd“ ― (Bardeleben!), ich bemerke scherzhaft, weitre Wiener nenne ich nicht, wenn ich einen vergäße, sei er verletzt. Der alte Kaiser, sehr sympathisch, sitzt am Längsende des Tisches und trinkt Caffee ― ich wundre mich über seine Frische. Dann gehn ich und O. in der Minoritengegend mit der Kaiserin Elisabeth spazieren;― sie hat ein einfaches altmodisches Kleid, gelblich, sieht etwa aus wie eine Miss, ältlich; sie redet von Grafen und Gräfin „Hartau“ ― es sind ungefähr Bittner’s ― die wohnen bei ihr in der Burg, sie spricht andeutungsweise von ihrer Zudringlichkeit ― Graf Hartau bat sie bei der Tafel serviren zu dürfen ― Ich mache eine Bemerkung, zu O., über die Servilität dieser Leute ― an einer Ecke verabschiedet sich die Kaiserin, ich drücke ihr die Hand, die mit einem einfachen Zwirnhandschuh bekleidet ist ― küsse sie absichtlich nicht und wundre mich, daß O. keine Bemerkung drüber macht. (Quellen dieses Traums: (erstens verdorbner Magen);― dann, die schwarze Katze, die immer in unserm Garten ist;― Gitter und Tisch aus der Casan. Nov. ― Hofbibliothek: der Besuch neulich ― Hartau: das streberische Bemühn B.s ― der Handschuh: Frau Anninger, der ich gleichfalls nach Besinnen nicht die Hand küsste.―)

Brief an Richard über Arthur Kfm.―

Besuch bei Landesbergers in Pötzleinsdorf (Villa Günsberg) ― der neue (3 Monat) Sohn.― Mit ihm über seine stenocard. Anfälle, glaube ihn etwas beruhigt zu haben. Über die polit. Lage. Heutige Lloyd George Rede (Antwort auf Michaelis) ― Landesb. sieht eine ungeheure Geldkatastrophe vorher; und wahrscheinlich Revolution.

Nm. den ganzen Fldb. durchgelesen. Jetzt weiß ich gar nichts.

Mit Heini Beethoven Conc. 1.