Montag, 24. Juni 1918 1918-06-24 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-09E1-C
Tagebuch 1917-1919 978-3-7001-0722-4 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1917-1919 155–156 428 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

24/6 Traum: Prof. Kaposi (der längst verstorbne; er sah Prof. Zeissl ähnlich, den ich neulich sah) tritt zu mir in ein Zimmer, macht mir über irgend was (was?) milde Vorwürfe. (Kaposi war der Arzt, der meinen Vater eine Stunde vor seinem Tod besuchte und uns sagte: Ich bedaure Euch sehr.― Deutung??)

Einiges dictirt.―

Zu Mimi Pens. Bleckmann ―; im aufgeräumten Zimmer, etwas polnische Wirtschaft. Vicki, Helene Piekarski, Cara Leitner; Vicki sagt: Vor der Matura war ich aufgeregter.― Ich in den Tempel. Im Bedeckzimmer sehr unfeierliche Trauung von Vicki und Mimi. Die Eltern Z.,― ich und Max Leitner inoffic. Zeugen. Der Klabriashauch über den jüdischen Ceremonien. Der Rabbiner Dr. Bach stellt sich mir vor; spricht von seiner literaturbeflissenen Tochter.― Ich gehe mit Onkel Max durch die Stadt;― reden über die Seltsamkeit des Lebens.― Hochzeitsdiner bei Z. Familie, Helene Piek.; Dr. Szeps und Frau, etc.― Unfeierlich und angeregt.― Sz. erzählt vom K., der eine ganz unmögliche Personage. 156 1918: VI 24 - VI 26 Unintelligent,― schwach und eigensinnig. Er betont neulich dem Obersthofmeister Hunyady gegenüber, daß man ihn bei irgend einer Gelegenheit bejubelt.― H.: Die Leute haben per Person 10–20 Kronen bekommen.― Die unglückseligen innern Zustände.― Mit Z.s wird eine Donaureise verabredet.― Das junge Paar reist nach Gutenstein.―

Auf dem Heimweg Tram treffen wir Gustav; er kommt mit uns und äußert manche Frivolitäten über die ihn überraschende Ehenachricht.―

Einige Verse am „Weiher“.―

N. d. N. Else Speidel;― sie ist von Hause fort, weil sie sich mit Felix stritt und er grob mit ihr war. „A. ist es sicher nicht mit dir.“ O.: „Der eine ist so, der andre so. Schlimm nur, daß man für die schlechte Stimmung verantwortlich gemacht wird.“ Sie wünscht die Sache nun so zu wenden, als wenn das primäre meine üble Stimmung wäre ― und daraus alles andre folgte;― wie heute auch der K. gegenüber (in meiner Abwesenheit). „Ich bin normal ― er nicht.“―