Sonntag, 6. Oktober 1918 1918-10-06 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
Sonnenfelsgasse 19 1010 Vienna
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0A49-8
Tagebuch 1917-1919 978-3-7001-0722-4 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1917-1919 185–186 428 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

6/10 S. Traum: Ich mache einen Einbruch, mit Dr. Ludwig Bauer (seit Jahren Schweiz), u. zw. Circusgasse 2 (wo meine Großeltern lebten ― was ich im Traum nicht weiß) ― beim bulgar. Gesandten. Im Stiegenhaus, bei Tag klettre ich an einem Strick hinauf und will auch Bauer dazu bereden. Ins Zimmer (Wohnung des Großvaters) ― der Gesandte ist auf dem Balkon (ich seh ihn nicht) ― das touchirt Bauer nicht ― mittelst eines Instrumentes (eine Art Blasebalg) durch das Glasfenster greift er auf den Balkon und bringt Documente herein (eine Mappe?); sitzt vor dem Tisch, ich stehe und nehme einige bulgarische Briefe zu mir, denke: warum? ich versteh ja nicht bulgarisch. Sehe an der Glasthür auf den Gang Schatten, erschrecke, Bauer bleibt kalt, oeffnet; es ist ein Mann mit kurzem grauen Vollbart, zwei Kinder (die ich nicht sehe, nur „weiß“) ― Bittsteller;― ich benutze die Gelegenheit mich zu entfernen, durch die Praterstraße,― rechts eine Seiten-Sackgasse, etwa 186 1918: X 6 - X 8 Komoediengasse;― ich überlege, ob ich B. nicht anzeigen soll um dadurch straffrei zu werden; denke mir,― es hilft doch nichts,― jedenfalls bin ich Zeuge bei der Verhandlung!―

Dr. Rosenbaum;― erzählt mir von seinen Verhandlungen mit dem jetzt anwesenden Procuristen der Wr. Filia Fischer;― allerlei geschäftliches; und sonstiges über Fi., der den Spitznamen trägt … „Ich schwanke noch.“ ― Seine Rieseneinnahmen! Details.

― R. begleitet mich zu Sacher. Dortselbst Frühstück zu Ehren des Schweizer Schriftstellers Faesi (von dem ich Gedichte Briefe u. dergl. schon erhalten).― Concordiaveranstaltung. Wenig Leute. Praesident Ehrlich u. a. Ich sprach mit meinen Nachbarn Bittner, Auernheimer und meinem Visavis dem Schweizer Gesandten und Björnson.― Vorzugsweise über die Aussichten der Friedensschritte der Mittelmächte bei Wilson;― und Wilsons „Ehrlichkeit“ ― die meiner Überzeugung nicht ganz frei von Hinterhältigkeit.―

Frl. Oppelt und Efr. Frisch zum Thee (resp. Himbeerwasser).― Politik.―

Z. N. Kaufmann. Ich war müd und schwer verstimmt ― besonders von den Ohren her.―