Montag, 9. Dezember 1918 1918-12-09 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0A89-F
Tagebuch 1917-1919 978-3-7001-0722-4 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1917-1919 207–208 428 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

9/12 Traum. Zuerst unklar. Land, Morgen, ein Ausflug, Zimmer, gebratene Gans, irgend wie uneins mit O.― auch Heini (oder Julius) spielt hinein;― dann gehe ich mit Stephi über die Währingerstr. (weit oben, etwa wo ich vor 30 Jahren Jean. erwartete) ―; sie ist etwas kleiner als sonst, ich größer; ich rede ihr zu, sie solle schon Weihnachten wieder zurück sein (woher?), was sie schwach ablehnt;― ich denke mit Sehnsucht, wenn ich von ihr Abschied nehme, ihre eine Hand in meine beiden zu nehmen und zu küssen. Dann bin ich mit ihr in einem sehr weiten Hof, etwa Heiligenkreuzerhof, nur vergrößert, helle Sonne, kühler Frühlingswind; niemand als wir; an einem umgitterten und zugemauerten Brunnen vorbei; wir reden von ihrem Vater;― seinetwegen kann sie nicht zurück oder wird es Unannehmlichkeiten geben (unklar);― nun weht aus einem Parterrefenster an einem auf dem Plafond befestigten Spagat ein ziemlich zerfetztes Buch (Kalender oder Telefon-Buch) hin und her (unser zerfetztes Telefon Buch!), wir wissen, nicht vom Wind bewegt, sondern absichtlich, von irgend wem im Zimmer ― das hängt in witziger Weise mit der Revolution zusammen ―; auch 208 1918: XII 9 - XII 10 Stephi macht einen Witz darüber, ruft zu einem der Fenster oder Barockbalkone (arkadenhaft) hinauf, zu Leuten, die man aber nicht sieht ― Vorher spielte auch Rudi Olden irgendwie mit ― auf einer Art Schulbank sitzend, unter mir, doch sagt man „Herr Graf“ zu ihm.―

Vm. dictirt Briefe, Weiher.―

Nm. am Weiher.

Richard zu Besuch.―

Mit O. n. d. N. bei Schmutzers. Prof. Hupka (und Fr.). Soll morgen der constit. Versammlung einer neuen zusammenfassenden demokrat. Partei beiwohnen. In der Intention gut; aber was gibt es da wieder für ekelhafte und für den Moment notwendige Compromisse. Nein, ich will nicht.―