Montag, 23. Juni 1919 1919-06-23 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
Sonnenfelsgasse 19 1010 Vienna
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

The Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) License applies to this text.

The CC BY 4.0 License also applies to this TEI XML file.

http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0B4D-3
Tagebuch 1917-1919 978-3-7001-0722-4 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1917-1919 265 428 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

Annotation according to TEI/P5.

All end-of-line hyphenation has been removed: any remaining hyphenation occurred within the line

personal names, place names, dates

Wien

23/6 Traum; einige Leute, Geiseln durch eine Reihe von Zimmern, einer lang, schlecht aussehend, Schnurrbart, ich schließe mich an, irgendwie aus Wißbegier, überlege, wie man ev. entfliehen könnte, was mir nicht schwer scheint, links, über einen Balkon. Gerathe in eine Art Sanatoriumszimmer, im Bett rechts liegt, ziemlich dick, Annie Strial, zeigt mir, liest mir vor? einen Brief ― ich habe plötzlich eine ungeheuere Spule Papier im Mund, die ich vergebens aufzurollen versuche, immer weiter, es klebt ― ich wache unter Übelkeit und Hustenreiz auf.―

Auf der laryngol. Klinik. Hajek’s Antrittsvorlesung, er las vortrefflich; dann Besichtigung der prächtigen Räume; der schöne Dachgarten. Mein Nachbar Dr. Marmorek Paris,― der mir seine oesterreichischen Erlebnisse im Krieg und nun in der Republik erzählt.― Assistent Dr. Schlemmer Erlebnisse seiner Schwäger in Preßburg;― Gefangenschaft, Flucht;― Gehaltzustände in unserm herrlichen sozialistischen Staat ― der Secundararzt 180 Kr. monatlich, die Abwaschfrau ― 18 Kr. täglich.― Und dergleichen.― Hajek sehr glücklich über das endlich erreichte Ziel. Gemeinsame laryngol. Jugenderinnerungen.―

Nm. Richard, der morgen auf ein paar Tage in die Aspanggegend fährt.―

Währenddem ein junger Schriftsteller, mit Telegr. von Zemlinsky ― wegen Composition der zu einer Oper umzuwandelnden Cas. Nov.― Nein.―

Mit O. wieder eine heftige Auseinandersetzung.―

Seit Tagen fast dauernde leichte Herzschmerzen.―

Concerthaus, Neunte, Oskar Fried Generalprobe.―

O. kam von Alma M.-Gr.;― die von ihrem communistischen Verkehr sehr abgekommen scheint.― Mein Protest hat durchaus gut gewirkt.―

Im „Atlantis“ Café (Familie, zur „Feier“).― Wie balkanisirt das Wiener Publikum ist! Mit O. und Heini unter einer Menge von Schiebern und Flittchen und Bürgertum genachtm.―

Lili machte heute Prüfung aus der 4. Classe; O. und Wucki waren dabei.