Montag, 8. September 1919 1919-09-08 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
Sonnenfelsgasse 19 1010 Vienna
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

The Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) License applies to this text.

The CC BY 4.0 License also applies to this TEI XML file.

http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0B99-C
Tagebuch 1917-1919 978-3-7001-0722-4 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1917-1919 287–288 428 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

Annotation according to TEI/P5.

All end-of-line hyphenation has been removed: any remaining hyphenation occurred within the line

personal names, place names, dates

Payerbach Reichenau an der Rax

8/9 Traum: Im Auto fährt Olga mit noch drei Leuten an mir vorüber (etwa aus der Spöttelgassengegend kommend an unserm Haus vorbei), achtlos; ich äußere mich resignirt polemisch zu jemandem neben mir,― das Auto biegt in die Hochschulstraße, kommt ins schleudern, aufs Trottoir rechts, plötzlich überschlägt es sich einige Mal, alle Insassen fliegen heraus ― ich hin, auf dem Trottoir links vor dem Mendlhaus ― zwei Damen, die eine bewegt sich, von mir untersucht, marionettenhaft, ich weiß daß die zwei Damen die mich nichts angehn, leben;― rufe Heini herbei, der erstarrt dasteht und sich auch weiterhin nicht rührt;― wende mich nun, was ich bisher nicht gewagt ― zu den beiden andern Verunglückten ― Lili (aber nicht ganz so aussehend) ― wie in Trauer und Schleier;― und sozusagen noch lebloser, noch verschleierter und schwärzer Olga ― meine Verzweiflung sprengt gleichsam den Traum und ich erwache.

Abreise nach Reichenau. Lese im Coupé ― Freiwild (wegen bevorstehender Aufführung im Stadtth.);― finde das Stück nicht einmal so schlecht als eher unbegreiflich. Doctrinär trivial, nicht ohne theatralische Qualitäten ― aber kaum ein Hauch meines Wesens.

― Ankunft. Kurhaus. Empfindung unter den Erinnerungen zu erliegen.

Mit Herrn Dr. Frau Lichtenstern und Franzl gegen Abend in eine Gärtnerei, wo Frau Vilma Astern kauft. Der Garten weitgedehnt 288 1919: IX 8 - IX 10 mit Tannen und Bergen im Hintergrund mondbeglänzt.