11/11 Vm. im Volkstheater. Mit Bernau, dann Schallud, über Besetzung,
decoratives, hinsichtlich Schwestern … Unmögliche Zustände; Confusion
Bernaus.―
Beim Sortimenter Friese;― erfahre wieder, wie viel meiner Bücher
fehlen;― Fischer scheint weder nachzudrucken, noch nachzusenden;―
stimmt alles mit den Berichten Liesls.― Mit Jacob, den ich bei Friese
treffe, über die geschäftlichen Benachtheiligungen.
― Mit Fritz Kapper, den ich begegne, über die verzweifelten allgemeinen
Zustände;― über Herzschmerzen an denen auch er leidet.― Bei Dr. Karolyi.―
Indess fortdauernd gepeinigt durch den Aerger über die völlige
Einsichtslosigkeit O. s, die aus jenen Briefen hervorgeht.―
Bei Julius’ zu Mittag gegessen. Über unsre jämmerliche Regierung.
Die alberne Umbenennung der Straßennamen (Drei Millionen);― die
Infamien der Arbeiterräte;― der schleichende Bolschewismus.
Träume von heute Nacht: daß ich mit Lili Landesberger verlobt bin
aber es irgendwie aergerlich empfinde mit dem Praesidenten ihrem
Vater darüber zu sprechen ― da doch erst vor kurzem Hr. Stross
dasselbe gethan. Dann geh ich im Touristencostume:, mit meiner
Geliebten, die entweder M. R. (die Todte) ― oder H. K.― über die
Mariahilferstraße; um sie zu einem Conditor zu führen, der
vorzügliche Dobostorten hat ― dann erhebt sich, festungsartig gegen
die Gumpendorferstraße zu ein Gebäude, Weinberge schließen an, schöner
Blick, über die Wieden ― da möchte man wohnen ― dann bin ich in der
Burggegend,― weiß, daß unterirdisch, etwa in der Gegend des Volksgartens, das einstige
1919: XI 11 - XI 15 307
Wien liegt, versunken, ich sehe es gleichsam,― ein Reiterstandbild,
grünlich patinirt ― etwa Kaiser Josef (was mir im Traum nicht klar ist).
Nm. vertrödelt wegen eines angekündigten Tel. Gesprächs der Hofr.,
das sich aber nur auf lit. geschäftl. bezog.
N. d. N. bei Schmutzers. Frau Liesl gab sich als Lyrikerin zu erkennen
und las mir einige z. Th. recht hübsche Gedichte vor.―