Donnerstag, 8. April 1920 1920-04-08 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0C6E-D
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 040 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

8/4 Träume: O. liegt im Bett (was für Zimmer? etwa Gastein); sehr jung und hübsch;― irgend eine Bemerkung, lächelnd, ich solle mich doch zu ihr setzen, quasi sans conséquence;― ich ernst kühl, küsse ihr die Hand und gehe (in Schlafrock).― Spaziere mit ihr in Reichenau, etwa Straße gegen Edlach; sehr begierig O. zu erzählen ― u. zw. von einem der „melancholischesten Tage meines Lebens“ u. zw. will ich ihr meinen Besuch bei Irma Hoffmeister im Marienhof mittheilen (wie er thatsächlich vorgefallen), aber es kommt nicht dazu. Ein langer krank aussehender Mensch mit Krücken, Tabesgang übertriebener Art, geführt oder begleitet von einer Schwester (?),― Leute raunen. „Der will auf die Rax“;― es ist thatsächlich der Fall, der Mann etwas bös, bestätigt es, ich frage mich nur, wie wird er bergab gehen?

Vm. bei der Hofrätin.

Mit Lili bei Hajek, wegen ihrer Tonsillen. Keine Operation nöthig, vielleicht später, wegen etwas adenoiden.―

― Nm. Hr. Rainer Wunderlich (aus Leipzig), Verlag, wegen Luxusex.;― beklagt sich wieder über die schwierige Beschaffung meiner Werke,― Papier genug da,― Trägheit Fischers, schwere Schädigung für mich.―

Mit Kolap Spazierg. Pötzleinsdorf, Michaelerberg. Über Liesl und Olga;― Wendepunkt.― Frühlingsabend, Schlehdorn.― Brief O.s, der heute noch kam, schon ganz auf das Ende gefasst; Liesl über mich, ihr letzter Wille … („Sei gut mit Arthur.“) ― Auch über Stephi sprachen wir … Olgas Freundinnen … Stephi, Lili;― nun auch Liesl dahin.― Sie war ein außerordentliches,― und besonders in ihrer Krankheit wunderbares Wesen. Mir stirbt unendlich viel mit ihr. Die Verehrung die sie bei ihren Freunden genoß war außerordentlich. Ihr Bild wird bleiben,― ihr Name vielleicht legendenhaft wachsen.― Und wieder eine Landschaft durch ihren Tod für alle Zeit verdüstert. Mein schönes Partenkirchen ― mit der Villa Zufriedenheit … wenn ich dort war, täglich zwei drei Mal zu ihr, früh schon an ihrem Bett … Wie lang schon gaben wir sie verloren ― und nun da es wahr geworden, unfassbar, unerträglich.― Ich sah, sprach sie das letzte Mal im September 1918.―