25/9 S. Traum: In meinem Zimmer, mit zwei Herren (Patienten), öffne, sie
hinaus lassend, die Thür zum Schlafzimmer,― Olga tritt entgegen, braunes
mir unbekanntes Kleid, ihre Phys. sehe ich irgend wie nicht ― ich schreie
aus Schreck, und ganz wenig aus Freude, erwache von dem Schrei.―
Später träume ich, daß ich vor dem Landesgericht aus einem (Schub?)
Wagen aussteige, mit andern (nicht sichtbaren) gleich mir, um
hingerichtet zu werden. Wenig Leute vor dem Thor, doch ich habe mich
keineswegs zu schämen, da ich als Revolutionär hingerichtet werde,― dem
zum Zeichen habe ich einen langen Spazierstab, hab ihn aber scheints im
Wagen vergessen. Ich gehe in eine Vorhalle, allein, links an einer Art
Katheder vor zwei Kerzen sitzt eine Frau (wie Kassierin) ― was irgend wie
zum Rituale gehört, einen grau angezognen auch beamteten Menschen vor
mir stoß ich unsanft fort;― der Verhandlungsaal (oder Richtplatz) vor mir
verschwimmt im Dunkel; ich habe mäßige Angst und tröste mich, daß man
ja jedenfalls sterben müsse, wache dann, wohl willkürlich, auf.―
Gegen Morgen träum ich, daß ich die vorigen Träume O. (und Lucy)
erzählen will;― doch thu ich, als hätt ich den ersten vergessen, und beginne
nur den zweiten. Mit O. hab ich noch zu sprechen;― morgen reis ich ab,
vorläufig entfern ich mich mit einem Riesenpolster, laufe mit Vergnügen
die asphaltirte Straße (welche?) abwärts, doch wozu, dann muß ich
wieder bergauf,― an der Balustrade einer Stiege, die in die Tiefe zu einem
andern Stadttheil führt, wart ich mit dem Polster, er ist eigentlich ein
riesiger Kohlensack; mein Blick geht links über einen weiten Teich, wohl
in einem Park;― nun bin ich wieder bei O., wo auch Lucy, bringe den
Sack, ja, Zucker ist drin, wieder mit, wir wollen in ein Kino gehn; Lucy
schlägt vor Hans Jacob einzuladen, er zahlt ja für sich; übrigens fällt
ihr ein, daß sie mir (für Kino und Nachtmahl) schuldig ist.―
Wache auf, mit bittern Gedanken gegen O.,― die seit ihrem Wiener
Projekt und besonders ihrem letzten Brief (den zu beantworten ich nicht
fähig war), in mir wieder so stark sind als wären wir nicht „längst“
geschieden.―
Im Auto von Askonas’ abgeholt, mit Kolap; wir auch Lili über
Sievring ― Weidlingbach ― (Pferde von Askonas Schwager besichtigt) ―
Steinriegl ― Exelberg (Wiesenrast, Herbstblumen) ― Königstetten ―
Riederberg ― Purkersdorf ― nach Haus.― Bedeckter Herbsttag.―
Nm. am Roman.―
Mit Heini nach Favoriten, Arbeiterheim;― Armut von Wildgans;―
unmögliches Local; daneben Musik, so gut wie nichts gehört. Heini spielte
den „Vogt“ in guter Maske und sehr gewandt.― Zurück mit Heini, Kolap,
Horch (gleichfalls mitgespielt).
Las neulich Martha Karlweis „Gastmahl der Branicka“,― ihre Afferei geht
ins geniale; ein Simili Wassermann stellenweise von täuschendem Glanz.―