Freitag, 25. November 1921 1921-11-25 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0EC2-A
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 250 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

25/11 Träumte vor einigen Tagen: Sitze mit O. auf meinem Bett, wir sprechen irgend etwas kühl, wenn auch nicht geradezu feindselig über die bevorstehenden Weihnachten.

Dann: ich bin mit Gustav auf dem Ballplatz, von O. sprechend, die aber irgendwie mit M. G. identisch;― sie habe im Burgth. Verhältnisse gehabt (als sei sie dort engagirt),― und flüstert mir ins Ohr: Dort die zwei ― vor uns zwei schlecht gekleidete Menschen, etwa Statisten, einer Eckbauer (der thatsächlich Statist ist und einmal Badwaschler in Reichenau, wo er mich behandelte) ― ich frage wo; Gustav sagt: Im Gebüsch ― dabei sehe ich M. G. als wäre sie dabei.―

Gestern träumt ich, als wär ich mit meinem Vater uneins, es war aber gar nicht mein Vater, sondern er sah einer inferioren Figur aus einem Wiener Volkstück ähnlich (gestern Abend Nestroy gelesen!) ― wir stritten (worum?) lagen zusammen im Bett (angekleidet), ich war erschüttert und weinte, als hätte ich ein Unrecht begangen, küsse ihn auf den Schenkel, es war ein schmerzlicher, peinlicher, irgendwie erniedrigender Traum.―

Heute träum ich,― Medardus werde wieder gegeben,― ich weiß gar nichts davon, versuche vergeblich mir Billets zu verschaffen, Hofbedienstete in Frack, alles sehr festlich, jemand sagt mir, Einnahme werde zwei Millionen sein.―

Vm. Feier von Hajek’s 60. Geburtstag auf seiner Klinik. Sehr würdig, gute, warme Reden; er erwiderte humorvoll selbstbewußt und bescheiden. Vorher in seinem (klin.) Privatzimmer; mit Gisa. Geh.rat Kuttner (Berlin).

― Zu Tisch bei Lichtenstern’s (er kam erst später); vorher war der Lemberger Arzt da.―

Nm. an der Novelle.―