Sonntag, 15. Jänner 1922 1922-01-15 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0EF5-1
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 269 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

15/1 S. Guter Schlaf von 6-7 Stunden wie fast immer;― dann die Morgenstunde im Halbschlummer, zerwühlt, fast verstört. Hatte übrigens von O. geträumt, wie in den letzten Nächten wieder oft;― ungefähr der seelischen Situation entsprechend. Heute stand sie an meinem Bette, machte mir eifersüchtige Vorwürfe; ich erwiderte gequält … ungefähr: Wer hat das gesagt ― so laut, daß ich davon erwachte.―

Werd ich intoleranter ― ? gereizter? Immer in solchen Epochen wird meine innere Einstellung gegen die Freunde strenger. Bei Richard ists wieder einmal sein spezialisirtes Verhältnis zum Judentum; sein auf zionistische Probleme und damit sowie mit Jaákobs Traum zusammenhängende Personen beschränktes Interesse, das mir auf die Nerven geht.― Von Hugo kann ich kaum was lesen ohne innern Widerstand (ich meine was er so gelegentlich veröffentlicht, wie heut eine Molièresache in der N. Fr. Pr.). Das Niveau immer zu spüren ― und zugleich eine Überheblichkeit, Affectation, Snobismus, die mir immer unerträglicher werden.―

Spaziergang im Schnee, Michaelerberg.―

Nm. Zeitung lesen.

Zum Thee Schott (Burgth.geschichten, Intriguen, Keilerei mit dem besoffenen George, der bestechliche Molitor (von dem die Repertoirebildung abhängt;―); (etwas verletzt, daß Aslan für den Medardus in Betracht kommt));― Vilma Lichtenstern (die mir Nm. teleph. hatte) mit Schwester ― Schott ging bald; Heini spielte Cassian und Pierrette, zeigte seine Figurinen ―

Begann Friedells Altenberg Buch zu lesen.