21/2 Träume: spreche mit Liesl ― in vagem geschlossenem Raum;― über
Wilhelm Herzog: „Nun wirst du wohl,― nach deinem Tod (spreche es
zögernd aus, in der Empfindung, es sei nicht ganz taktvoll) ― auch andrer
Meinung über ihn sein“;― kennzeichne irgendwie seine Unwahrheit, bemerke
auch, dass seine liter. Einstellung gegen mich ärgerlich sei ― endlich
über seinen politischen Opportunismus. „Du glaubst heute hoffentlich nicht
mehr, daß jeder Bolschewist ein Edelmensch (ungefähr) und jeder Bürger
ein Schubiak (ungefähr) sei.“ ― Sie wendet sich ab, ich fühle, dass sie
bolschewistisch gesinnt … Dann ― mit Olga in einem Hotel, noch unfertig,
quasi auf Reisen,― Gerüste u. dergl., eigentlich ein großes
Armeleutzinshaus;― etwa Mariahilferstraße freistehend gegen Schönbrunn
zu;― ärgerlich über das unfertige, eine gutmütige Köchin,― ein
Waschtrog, nicht functionirende Closets,― ich sage: warum sind wir
eigentlich hier;― wir könnten doch anderswohin, z. B. nach Hause, …
ganz nah.―
― Länderbank, mit Onkel Max finanzielles.―
Kammerspiele. Auf der Bühne Decor.-Besprechung mit Schulbaur und Friedmann.
Der Theatermeister erzählt, daß vor ein paar Jahren der Nachtwächter
Nachts die Logen an Pärchen vermiethet habe,― auf der Bühne Musik.
Zu Frau Dr. Schwarzwald, in die Schule. Betrieb ― Eltern, Schüler,
Bittsteller;― Frau Dr. Stiasny;― Frau Schw. praeoccupirt und thätig;―
Besprechung wegen Schweden;― Brief an sie: ich könne auf enthusiastischen
Empfang rechnen u. dergl.;― ich verbiete mir alles der Art wie Bankette,
Interviews; sie telefonirt es gleich weiter;― wir sind wegen des Termins noch
in Differenzen; ich möchte ev. Holland mit Schweden verbinden. Nachgeschmack
nicht ganz rein.
Nm. beschäftigte ich mich mit einem Beitrag für die Gerh. Hauptmann
Festschrift;― das schwierigste für mich.―
― Las Gugitz Casanova Buch mit mäßigem Vergnügen. Wie erlöst athmet er
immer auf, wenn er den Mann auf einer Aufschneiderei erwischt (oder zu
erwischen glaubt!).