Mittwoch, 2. August 1922 1922-08-02 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
Sonnenfelsgasse 19 1010 Vienna
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

The Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) License applies to this text.

The CC BY 4.0 License also applies to this TEI XML file.

http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0FBC-1
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 335 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

Annotation according to TEI/P5.

All end-of-line hyphenation has been removed: any remaining hyphenation occurred within the line

personal names, place names, dates

Feldafing

2/8 Traum: Spreche mit O. über Lili, wegen der Äußerung Lilis, Mutter möchte die Schränke ausräumen ― erkläre, es sei kindlicher Egoismus ― nicht schwer zu nehmen;― habe dabei eine gute innre Einstellung zu O. wie schon lang nicht in Traum und Wachen. Dann: mein Radmantel (thatsächlich vermisst ― offenbar verliehn und weiß nicht wem) ― hängt plötzlich im Schrank ― das Stubenmädchen (wer?) sagt, er sei nie fort gewesen,― sie habe ihn nur fort gehängt ― weil er nach Germ gerochen ― (Deutung ― O.=Mantel ― G.=Gr…) ― fernerer Traum von Bränden, die schon stattgefunden oder noch zu befürchten,― etwa Schwefelholzfabrikexplosionen ― (lese Kaltneker Bergwerk),― dann von einer Tram, in die ich (mit Gisa?) falsch einsteige ― denn sie fährt in die Leopoldstadt (über Kärnthner- Giselastr.?!);― erwache, deute den Manteltraum,― schlafe ein: auf dem Land (etwa Kreuzberg ―) Richard Specht da, an einer Art Abhang ― ich will ihm den Traum zur Deutung vorlegen ― frage ihn plötzlich: Hab ich nicht Ihnen den Mantel geliehn ― er darauf: Ja. Was mich sehr erfreut, und mich finden lässt, er sei nun erst recht zur Deutung geeignet … ―

Regen.― Telegr. in der holl. Gastspiel Sache abgesandt.― Zum Schauer.― Bei O., die noch zu Bett ― Alltags- Steuergespräche, Geldsachen.― Sie liest mir aus Gundolf (Dichter und Helden) vor.― Wir (ich, O. Lili) essen unten; nachdem ich mit Lili ein wenig spaziert. Sie begleiten mich nach Feldafing; ich erzähle von diversen amerikanischen, Film- und sonstigen Valutengaunereien.

Nm. Regen; Verführer durchgesehn, 1. Akt wirkte verstimmend, der zweite besser auf mich.―

Nachtm. „Schauer“. Frau Pollaczek mit Liesl waren gekommen ― von Norderney und Holland; Hr. Fr. Nirenstein, aus Bremen.―

Heini und Fr. N. begleiten mich nach Haus.―