Sonntag, 6. August 1922 1922-08-06 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0FC0-B
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 338 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Feldafing

6/8 S. Träume: besuche die Wydenbruck (Besuch Max etc. bei Baronin Aurelie ― Verführer!) ― warte im Salon;― dort eine Photographie ― wie die Gräfin im Salon sitzt, und ich komme von rückwärts, Stufen, Kamin, mit Cigarette ― aber eigentlich ist es ein Panoramabild, das ich von oben durch Glas (wie die Krippenausstellung in München) plastisch sehe ― aber undeutlich ― ärgerlich dass ich den Zeiss nicht auf die Reise mitgenommen (was nicht stimmt). Dann wieder von oben ― sehe ich eine Pantomime (Verf.!) oder Kinoaufnahme ― die Hohenfels ― ich wundre mich, wie blond und jung aussehend, barfuß auf Kies längs eines Bachs (etwa auf der Flucht, wie Hirtenflöte ― Dionysia) ― dann im Wasser ein junger Mensch ― schwimmend,― es ist nun ein etwas breiterer Fluß ― ich denke ― was so ein Kinoschauspieler alles thun muß ― ;― endlich träum ich von Ludaßy wieder ― wundre mich, dass er nun gehen kann (nachdem mir doch die Natur seines Ischias bekannt!) ―

― Alle drei Hauptpersonen dieses Traums ― sind (ohne dass es mir außer bei L. im Traum bewußt wird) an Carc. erkrankt; die Hohenfels schon seit Jahren todt.―

Wache wieder in schwerer Düsterkeit auf.

(Rheinischer Hof, München)

Vm. gepackt, telegrafirt u. dgl.―

Zum „Schauer“ ― mit O., Lili und Pollaczeks zu „Elisabeth“, dort alle gegessen.

Nm. am Verf. Notizen zum 1. Akt. Mehr Hoffnung.

Abends zum „Schauer“. Chapiro’s gaben mir ein Nachtmahl. Ch. begleitet mich zu Elisabeth;― nach einigem Zögern spricht er von O. ― wie sie neulich Abends geweint, wie verzweifelt sie wieder nach einigen Tagen der Hoffnung sei;― sie schaudere vor dem Winter ― zähle die Tage, solang sie noch die Kinder habe;― ich zeige ihr keinen Weg;― sie wisse nicht was und wohin ― endlich sprach sie davon sich das Leben zu nehmen ― ― Ich sagte Ch.: ― er könne nun einmal nicht urtheilen, da er die Geschichte dieser letzten Jahre nicht kenne,― ― entschlösse ich mich jetzt, das gemeinsame Leben (unter einem Dach) wieder aufzunehmen ― so sei ein schlimmeres als ein tragisches ― ein trauriges Ende vorherzusehen ― G. hat Ch. vor kurzem in Salzburg gesprochen;― er hänge an ihr ― wie nur je;― sie aber habe endgiltig mit ihm gebrochen;― sehe nur den einen Weg vor sich;― oder allein sein.― Der Conflict wird immer qualvoller.―