26/8 Berchtesgaden. Öfters unterbrochner unruhiger Schlaf (wie jetzt meist).
Traum: Auf Reisen in einem Hotel am ehesten Berchtesg., mit O. und noch einem
(schattenhaften) Wesen (Liesl?). V. L. (mit Mann und Kind?) sind angekommen,
nachdem wirs schon nicht mehr gehofft.― An einem runden Tisch mit ihr (und
den andern),― ich frage nach ihrem Befinden, sie wundert sich, dass ich nicht
weiß es gehe ihr miserabel ― ich erinnre sie, dass sie es in ganz heiterm
Ton berichtet und copire (ungefähr) „Mir geht es sehr schlecht“, indem
ich zugleich laut lache ― ― Sie kommt dann (oder vorher) zu uns ins Zimmer
― wir sollen in ihrs, sie hat was interessantes mitgebracht: erstens den
Splitter aus dem Fuß von Franzi der die lange Eiterung verursacht (― jetzt
erst fällt mir ein, dass das auf etwas analoges vom vorigen Jahr Aussee
Franzi Bezug hat), und ein (das?) Bild ― eine Miniature (von sich, von
Franzi?) (Das Bild Aureliens aus Verführer ― ! ― die photogr. Miniature
von V. L.!) ― sie will es uns zeigen;― plötzlich liegt sie auf dem Divan,
mit ziemlich altem vergrämtem Gesicht ― ich wundre mich;― dann aber hat sie
ihr gewohntes;― strampelt mit den Beinen, indecent, so dass ich mich zu
Verwegenheiten veranlasst sehe (Anwesenheit der andern wird nicht bemerkt oder
stört nicht), sie wippt ein Pantöffelchen in die Luft, so daß es in die
Ecke fliegt,― capriciös, eigentlich übel gelaunt;― ein schwarz gekleidetes
Mädchen, die Olga eine Arbeit (Stickerei?) gebracht, entfernt sich, schließt
mit ernster, etwas verächtlicher Geberde die Thür hinter sich. O. sagt, es
sei eine Cousine von ihr. Nun also ins Zimmer von V. L. ― aber ich bin doch
im (grünen) Schlafrock;― macht nichts ― die andern, V. L. ganz vorn,― auch
O. mit dem zweiten Wesen voran ― in den Zubau, der eine alte Burg ―
Bogengänge, ganz eng zwischen Säulen;― ich muß Watte aus dem Mund, den
Zähnen geben, die mich geniren ― ― auch der Schlafrock ist genant, also
zurück ― die Gänge so dunkel, meiner besonders ― es ist mir etwas bang ―
ich erhebe mich vom Boden, fliege geisterhaft durch den Gang zu meinem Zimmer
― es ist das Hotel in dem ich wohne ― ein Stubenmädchen (und noch wer?)
duckt sich scheu ― ich such mein Zimmer, nenne die Nummer 80 ― (es ist in
Wirklichkeit 40) ― ich lache höhnisch geisterhaft, wie um die Leute zu
erschrecken,― aber eigentlich um mich von der Angst zu befreien, lache 3-,
4mal ― bis ich erwache. (Es war gerade Mitternacht.)
Bahn; Gisa und Hajek (und ein amerik. Doktor) kommen aus Salzburg. Spaziergang
(Begegnung Ghr. Kuttner und Frau). Lockstein Doktorberg etc.― Im Hotel warten
schon Specht’s;― gemeins. Essen und Conditorei. Specht erzählt von
Salzburg;― ― u. a. daß er im Med. Film, der (alles mir total unbekannt)
zum Theil in Salzb. aufgenommen wird ― plötzlich als Herzog v. Enghien ―
erschossen worden sei.― Mit Gisa über die Unlösbarkeit der Situation mit
O.― Über die immer grauenhafte Theuerung in Wien, Unruhen ― was wird
werden?― Alle auf die Bahn begleitet, Haj. reisen um 3, Spechts (wir
spazieren gegen die Gmundbrücke) um 6.― (Über Fischer, Verlagsachen
etc.) ― Im „Neuhaus“ Nachtmahl ―