4/9 Traum; ich brauche dringend weißes Schreibpapier (kaufte neulich) ― auf
einer Art Hügel steht der (verstorbne) Praesident Landesberger (Gerty, seine
Tochter, die mir Strümpfe versorgt!), den ich um Papier anflehe, er gewährt
herablassend (― der Hügel ― aus dem Stück! ― Falkenier der auf ihm
erscheint und dessen Sprache ich als papieren empfinde!) ― aber eigentlich
bezieht er es von Hrn. Gottlieb (dem Vater meines Gymnas. Collegen Otto
Gottlieb ― spielen keine Rollen in meinem Leben), also warum wend ich mich
nicht direct an ihn.―
Berchtesgaden.― Regen, herbstlich. Briefe, darunter Berthe Brevée die mich
fragt, ob sie mit mir in die Tschechoslowakei reisen kann. (Bin ich schon so
alt? Oder noch so jung?) ―
Am Verf., Vorm. und Nm.;― Magenverstimmung u. s. w.
Nach dem Nm. in ihrem Zimmer fragt mich O. (gleichfalls magenverstimmt
bettlägerig) nach meiner Arbeit; ich antworte beiläufig; sie weint, findet,
unser Zusammensein hätte keinen Sinn; sie wisse nichts von mir,― ich sage,
es gäbe nichts zu wissen, und auch sie schweige ― sie spricht von Dingen,
die völlig versunken sind;― unsre Verschlossenheit und Düsterkeit löst
sich in Thränen ―; sie ist zärtlich ―; ich wehre ab;― eine Art
Erleichterung wie in früherer Zeit.― Aber wie ich auch unter dem Gedanken
ihrer Heimatlosigkeit leide ―; es bleibt mir unvorstellbar daß wir wieder
zusammen leben, wohnen könnten.