Montag, 4. September 1922 1922-09-04 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0FDD-C
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 349 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Berchtesgaden

4/9 Traum; ich brauche dringend weißes Schreibpapier (kaufte neulich) ― auf einer Art Hügel steht der (verstorbne) Praesident Landesberger (Gerty, seine Tochter, die mir Strümpfe versorgt!), den ich um Papier anflehe, er gewährt herablassend (― der Hügel ― aus dem Stück! ― Falkenier der auf ihm erscheint und dessen Sprache ich als papieren empfinde!) ― aber eigentlich bezieht er es von Hrn. Gottlieb (dem Vater meines Gymnas. Collegen Otto Gottlieb ― spielen keine Rollen in meinem Leben), also warum wend ich mich nicht direct an ihn.―

Berchtesgaden.― Regen, herbstlich. Briefe, darunter Berthe Brevée die mich fragt, ob sie mit mir in die Tschechoslowakei reisen kann. (Bin ich schon so alt? Oder noch so jung?) ―

Am Verf., Vorm. und Nm.;― Magenverstimmung u. s. w.

Nach dem Nm. in ihrem Zimmer fragt mich O. (gleichfalls magenverstimmt bettlägerig) nach meiner Arbeit; ich antworte beiläufig; sie weint, findet, unser Zusammensein hätte keinen Sinn; sie wisse nichts von mir,― ich sage, es gäbe nichts zu wissen, und auch sie schweige ― sie spricht von Dingen, die völlig versunken sind;― unsre Verschlossenheit und Düsterkeit löst sich in Thränen ―; sie ist zärtlich ―; ich wehre ab;― eine Art Erleichterung wie in früherer Zeit.― Aber wie ich auch unter dem Gedanken ihrer Heimatlosigkeit leide ―; es bleibt mir unvorstellbar daß wir wieder zusammen leben, wohnen könnten.