10/10 Traum: Handl (der vor Jahren verstorbne Kritiker ― an den ich nie
denke ― wohl veranlaßt durch amerik. Verhandlung Zwischenspiel über das er
besser schrieb als es verdiente) ― hat verbreitet, ich habe schlecht über
Alma M. gesprochen ― (Brief Almas an O.,― versehentlich geöffnet ―
schickte ihn gleich, ungelesen zurück) ― was mich empört;― ich sehe Handl
irgendwie in diesem Traum. Dann: Decoration W. Land (Geyer wills geben!) ―
ein sehr eleganter Salon (ganz unsinnig),― gefällt mir sehr, die Ecke links
beim Fenster muß abgeschrägt werden,― aber es ist ein wirklicher Salon,
glattes Parket, Leute in Frack kommen, die Besucher, man theilt mir mit, auch
Karl Kraus sei da;― alle ins Nebenzimmer, der Salon selbst fast leer, irgend
jemand gleitet (fällt fast) übers Parket.
― Diath., Quarz.―
Allerlei Besorgungen; Telegr. Amt, Steueramt;― ich muß denken: Charmant all
die Beamten, furchtbar nur der Geist der Behörde.―
Bei Dr. Hohenberg (Ika) Besprechung der Tournée.
Zur Hofrätin. Ratschläge wegen ihres Vertrags mit Eisenschitz.― Burgth.
Affairen.―
Zu Tisch Ruth Lindberg (war Monate in der Tschechoslowakei auf einem Gut als
Gast; sehr erholt).―
Ins Burgth. Paulsen. Er will die „Beatrice“; ich: Nicht eh ich eine gute
Besetzung habe. Er: Wird denn Medardus gut gespielt?― ― Disc. wegen
Freigabe Weites Land für Geyer.― Er spricht sich über die Burgth.
Verhältnisse aus. Das Bth. ist ein „Politicum“.― Vetter als „Genosse“
muß den Sozialdemokr. in allem nachgeben (Organisations Vorstellungen, die das
Budget unerträglich belasten ―) aber den Christl. Sozialen erst recht, die
ihn sonst stürzen.― „Wieso bin ich Director?― Die Christlichsozialen
halten mich für einen Monarchisten;― die Sozialisten für einen ihrer
Partei ― weil ich ein Führer in der Organisation war;― die Großdeutschen
halten mirs zu gute, daß ich im Krieg als dtsch. Offizier war.“ ― Wir
sprachen uns gut.
Fliegerkino (Dr. Mabuse).―
Z. N. Dr. Gregor.―