6/11 Vm. Briefe dictirt.― (Kolap wie immer nach dem Dictiren zu Tisch.―)
Heini spielt Boris Godunow vor.―
Paul Friedmann erbittet Rath wegen des unverläßlichen Siegfr. Geyer.
Gegen Abend mit H. K. spazieren. Vom „Partner“. Sie erzählt mir einen Traum
von heute Nacht, den sie als besonders schön empfand: Sie wirft eine
50tausend Kr. Banknote in einen Briefkasten ― sieht sie obenauf liegen, dann
fällt ihr ein daß es sinnlos sei, daß sie das Geld braucht und versucht es
vergeblich herauszuziehn. Da wendet sie sich an einen Herrn, grauhaarig, sehr
schön, der an einem Tisch der Bahnhofrestauration sitzt (denn plötzlich ist
der Briefkasten in einer Bahnrest.) ― und bittet ihn, ihr das Geld
herauszuholen. Er erhebt sich, und sagt sehr deutlich, dreimal: Ich heiße
Beer-Hofmann (den sie nicht kennt). Setzt sich und schreibt mit einer goldnen
Feder fünf Fragen auf, die sie alle las, über seine Schulter blickend; die
dritte lautet: Was ist mir das unangenehmste. Antwort: die Frauen. Sie
fragt … Warum gerade die Frauen? … Er darauf: Was denn? … Sie: Z. B.
Krankheit … Darauf er: Da haben Sie eigentlich recht. Ich heiße
Beer-Hofmann … (Deutung: B.-H. Ersatz für mich;― der Bahnhof meine Reise …
Die Frage und Antwort (Gespräch neulich über den Franzosen) ― die goldne
Feder dreifache Bedeutung.―)