27/11 Traum: In einem Eisenbahncoupé mit V. L., im Nebencoupé Dr. L. und
andre, wohl auch Mimi Sch. V. umarmt mich leicht, ich, in Gedanken an nebenan
entwinde mich. Sie. Gewöhne dir endlich ab feig zu sein. (Novelle: Fridolin,
der sich Feigheit vorwirft.) Ich: wärs dir recht, wenn er es bemerkte? Sie:
Ja, er reist nächstens mit mir und einem andern, von dem man auch sagt er sei
mein Flirt, nach Berlin ― nur um den Leuten zu beweisen, es sei nichts
dran.― (V. L. ― war in Berlin;― erzählte mir von einem Flirt (hier ― ohne
Namen),― und ich bin für Donnerstag eingeladen.) ― Plötzlich Bahnhof, etwa
Linz ― V. L. ist ausgestiegen, kniet auf dem Perron vor einem Erzbischof,
erhebt sich dann, er umarmt sie; aber es ist kein Erzbischof ― sondern
in gleichem silber-goldnem Ornat eine Bäuerin ―; V. L. wieder ins Coupé,
sich auf den Sitz stellend, sich anlehnend, fast figürchenklein ― nur
damit ich, mich niedersetzend mich an sie lehnen muß und es bemerkt wird
(Bettina, die sich im Zimmer des alten Goethe auf den Ofen setzt);― ich
entwinde mich wieder, und sage ihr. Ich möchte dass du den Standpunkt ihm
gegenüber einnähmst: du lebst wie du willst,― er auch … (Olgas
andeutungsweiser Vorschlag vor 3 Jahren!) … so wie es O. wollte ― was
wohl nur daran scheiterte, dass ich sie noch zu sehr liebte ―. Sie. Bemerkst
du nicht, wie frei wir miteinander sind?― Ich: Ja weil wir uns du sagen.―
Nun sind wir in der innern Stadt ― jemand uns nach,― ein Schuster;― er hat
goldgestickte Pantoffeln; sie probirt sie und behält sie gleich;― es ist mir
nicht ganz angenehm, dass ich sie zahlen muß;― aber sie sucht auch nach dem
Geld. (O.s Expressbrief!)
Dictirt Briefe (nach Rücksprache mit dem Finanzkassier Dr. Winkler) an die
B. Th. Kasse u. a.; Nov.―
Nm. Dora bei mir; Lili saß eine Weile bei uns.
Bei Schmidls gen. mit Dora, Hansi und Mann, Walter Eidlitz, Hela Spira;―
Julie.