Montag, 27. November 1922 1922-11-27 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-1031-A
Tagebuch 1920-1922 978-3-7001-2006-3 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1993 1920-1922 383 500 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

27/11 Traum: In einem Eisenbahncoupé mit V. L., im Nebencoupé Dr. L. und andre, wohl auch Mimi Sch. V. umarmt mich leicht, ich, in Gedanken an nebenan entwinde mich. Sie. Gewöhne dir endlich ab feig zu sein. (Novelle: Fridolin, der sich Feigheit vorwirft.) Ich: wärs dir recht, wenn er es bemerkte? Sie: Ja, er reist nächstens mit mir und einem andern, von dem man auch sagt er sei mein Flirt, nach Berlin ― nur um den Leuten zu beweisen, es sei nichts dran.― (V. L. ― war in Berlin;― erzählte mir von einem Flirt (hier ― ohne Namen),― und ich bin für Donnerstag eingeladen.) ― Plötzlich Bahnhof, etwa Linz ― V. L. ist ausgestiegen, kniet auf dem Perron vor einem Erzbischof, erhebt sich dann, er umarmt sie; aber es ist kein Erzbischof ― sondern in gleichem silber-goldnem Ornat eine Bäuerin ―; V. L. wieder ins Coupé, sich auf den Sitz stellend, sich anlehnend, fast figürchenklein ― nur damit ich, mich niedersetzend mich an sie lehnen muß und es bemerkt wird (Bettina, die sich im Zimmer des alten Goethe auf den Ofen setzt);― ich entwinde mich wieder, und sage ihr. Ich möchte dass du den Standpunkt ihm gegenüber einnähmst: du lebst wie du willst,― er auch … (Olgas andeutungsweiser Vorschlag vor 3 Jahren!) … so wie es O. wollte ― was wohl nur daran scheiterte, dass ich sie noch zu sehr liebte ―. Sie. Bemerkst du nicht, wie frei wir miteinander sind?― Ich: Ja weil wir uns du sagen.― Nun sind wir in der innern Stadt ― jemand uns nach,― ein Schuster;― er hat goldgestickte Pantoffeln; sie probirt sie und behält sie gleich;― es ist mir nicht ganz angenehm, dass ich sie zahlen muß;― aber sie sucht auch nach dem Geld. (O.s Expressbrief!)

Dictirt Briefe (nach Rücksprache mit dem Finanzkassier Dr. Winkler) an die B. Th. Kasse u. a.; Nov.―

Nm. Dora bei mir; Lili saß eine Weile bei uns.

Bei Schmidls gen. mit Dora, Hansi und Mann, Walter Eidlitz, Hela Spira;― Julie.