12/1 Generalprobe Burgth.; hinein mit Richard und Paula, wir trafen uns
zufällig „ich hab Sie so gern ― warum sehn wir uns nie“. Dann über meinen
„Egoismus“ und ― den der andern;― er findet meinen „kindlicher“. (Wo
sind die Nicht-Egoisten??) ―
Karrnerleut (neu studiert) und Maientanz von Schönherr ― beides in seiner Art
vorzüglich;― und im tiefsten irgendwie unwahr. Auch fällt ihm auf dem Weg
zu wenig ein.
Sprach Frau Formes Königswarter (will was für ihre Volksheimabende);― Dr.
Münz („Nacion“), D. Bach (für seine Festschrift).― Salkind zu meiner
linken erinnert sich beim „Maitanz“ an „Ruf des Lebens“, Salten, rechts an
Liebelei … Leo Feld erinnert mich, dass Burckhard s. Z. fest behauptete, der
alte Weyring habe mit der Frau Binder ein Verhältnis gehabt.
Träume von heut Nacht. Mit den Kindern Semmering,― Heini bemerkt, zu Karolyi
müssen wir den andern Weg gehn; (Bergstraße, aber nicht Semmering erinnernd)
― in einem Dorf Wirtshaus mit Paulsen; er will Medardus ― nein, wegen
schlechter Vorstellung Weites Land ― ― Elmhorst hat einen Touristen schlecht
gespielt (ich seh ihn vor mir an einem Wirtshaustisch) ― jemand, Assistent,
ungefähr Dr. Ratislav meldet Paulsen, daß im Nebenraum (ungefähr
Ambulatorium, als wäre Paulsen auch Kehlkopfarzt (Director ―
Vater-Ersatz!);―) ― einem Patienten ein (Inhalations-?) Apparat ins Gesicht
explodirt, P. gibt nur den Auftrag, man möge dem Patienten (ungefähr)
Cyankali geben (als Medicament) (Versuche von Reuter s. Z.!) ― bin in
einer Loge, erzähle andern etwas von Lili, was?, scherzweise, sie genirt
sich, weint, ich küsse sie zärtlich;― bin allein in der Loge, die andern
(Schluß der Vorstellung) irgendwo (um zu gratuliren?) Bühne, Mäntel
hängen, und eine Anzahl Schlüsselbunde; mich wundert die Nachlässigkeit,―
ein Bund gehört mir,― ich probire ― der eine Schlüssel passt zu meinem
(unwirklichen) Kasten, der irgendwie in der Loge steht ―
Nm. Brief von O.,― sie möchte jedenfalls in B.-B. bleiben. Landschaft, und
die Menschen, die sie fand thun ihr wohl;― ich soll hinkommen, mir alles
anschauen ― sie möchte jedenfalls miethen;― die Kofferexistenz nicht
erträglich etc… ― Der Brief bewegte mich sehr;― wieder einmal scheint ein
Abschluss definitiv; und ich sehe immer wieder: so unvorstellbar mir ein
Zusammenleben mit ihr erscheint;― das völlig unwiderrufliche erschüttert
mich tief.― Zugleich ein sehr lieber Brief von Dora.―
Vorher die Baronin Gisela Berger (wegen eines Autogramms für irgend wen) ―
wir sprachen über ihren Vater, ihren Onkel (Alfred) und seine nun auch schon
verstorbene Frau Hohenfels und das geheimnisvolle ihres Wesens.―
In der Burg. Paulsen. Er war „verletzt“, daß ich ihm die Stücke
(Zwischenspiel, Eins. Weg, W. L., K. d. W.) die seit Jahren nicht gespielt
werden gekündigt, mußte aber doch meine Gründe einsehen … Auf die Beatrice
kommt er immer wieder zurück.―
Großer Festsaal der Hofburg ― mit Lili;― Concert Walter Steiner ― ; ich
sprach Walter in der Pause; weil Noren mich ersucht hatte ― er räth: Hugo
solle Strauß die Absurdität klar machen, daß dieser das Werk zweier
Oesterreicher (Beatrice Oper) ― nicht einmal prüfen wolle ― (Aussichtslos
natürlich.) ― W. fährt nach Amerika dirigiren.― Die Mahler
Lieder ― Steiner,― Walter,― all das brachte Erinnerungen, die meine
Stimmung weiter verdüsterten ― dazu noch ― daß ich so schlecht hörte. Ich
hatte im Grunde nicht den geringsten Genuß ― ich hörte eben noch (von den
Piano Stellen und manchem Baß abgesehen), aber der Wohlklang, die Fülle ist
fort,― und ununterbrochen saust und klingt es von innen dazu. Frau Margit
Steiner saß dann bei mir und Lili. Auch H. K. (mit ihrer Cousine) begrüßt
ich flüchtig.