2/4 Ostermontag. Träume; drei hintereinander ― zuerst ein Angsttraum
― irgend wer oder was? bedroht mich (in welcher Weise unklar, vielleicht
nur geistig) ― endlich sosehr, daß ich, an meinem Pult stehend, mit
gebeugtem Kopf, meinen Stock schwinge oder schützend vor mich halte (den
Stock den mir vor mehr als 30 Jahren honorariter Lola Beeth geschenkt und
den ich nie trage (früher oft)) ―, ich schreie, oder weine ― so laut, dass
(wie mir noch im Traum scheint) Lili aufwacht, auch weint und Vater ruft;―
ich schon wach, rufe „Lili“ (sie hat nichts gehört) ― schlafe wieder
ein,― in einem Zimmer mit Heini, der mir sagt, er kränke sich über mich,―
was mich so bewegt, dass ich auf die Kniee stürze (?);― dann träum ich,
dass ich mit Hugo vor dem Stadtbahnhof Währingerstr. vorbeigehe
und er mir irgend welche ― ich glaube auf meine Lebensweise bezügliche
Vorwürfe macht. (Deutungen: zum ersten Traum, die letzten Gespräche
über Occultismus, ― zum zweiten,― meine Gespräche mit Heini über Lili,
zum dritten:― daß ich neulich von Hugo erzählte, wie er mir auf einer
Schweizer Reise 98 meine Verschwendung (Bambusflasche zu 4 frcs.) zum
Vorwurf macht.)
― Beim Spediteur Dworak; wegen O.’s Übersiedlungsgut.
― Spazieren Pötzleinsdorf ― auf dem Rückweg Praesident Verleger
Weinberger, der sich mir geschäftlich zur Verfügung stellt.
Zu Schmidls;― Agnes und ihr Gatte Dr. Ulmann aus München da ― (die bayr.
Zustände).
O. speist mit mir und Lili ―
Nm. an „Else“ (O. schläft derweil).― Gisa kommt, O. noch bei Schmidls ― ;
kommt zurück ― wir reden zu dritt über allerlei ― ein paar Sekunden bin
ich nicht da ― was O. sofort benützt sich über meine falsche
Erziehungsmethode Lili zu beklagen ― ich begleite Gisa zur Tram;― begegne
dann den Schermann-Hayek mit Frau;― über meine Bemerkungen in der N. Fr.
Pr.; meinen „Menschenhaß“.
― Zu Hause mit O. und Lili einen Schwarzwaldführer durchgesehn,
mit Sommerplänen.―
N. d. N. begleite ich O. zu einigen Liedern ― „Frühlingsfahrt“ ―
wie vor 23 Jahren in der Rotensterngasse ― „Grenadiere“ ―; ich
empfand es nicht in seinem ganzen Schauer.―