Montag, 24. September 1923 1923-09-24 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-115D-9
Tagebuch 1923-1926 978-3-7001-2119-0 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1923-1926 085 480 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

24/9 Traum, von O. (wie manchmal in der letzten Zeit);― auf Reisen, ich mit Heini im selben Zimmer?,― Olga zu mir zärtlich;― ich erwache im Traum aus dem Traum, weine, in der Empfindung, daß O. im Nebenzimmer; träume weiter; nun kommt O. wieder,― empfinde ihre Berührung ― Hand auf meiner Stirn, ganz körperlich (wie in Träumen vor 2 Jahren), ― „weiß“, daß es kein Traum,― und erwache wirklich.

Vm. dictirt Briefe, Verf.―

Mit Lili Nm. über einen Beruf, der sie unabhängig machen könnte. Sie begann spontan. Sie fand, daß sie eigentlich kein ausgesprochenes Talent habe; beneidete ein wenig ihre Freundin Lotte um das kunstgewerbliche; am ehesten noch moderne Sprachen;― ihr stärkstes Interesse: Geschichte.―

Zu Frau Schmutzer. Einige Professoren anlässlich der Hochschulkurse. Wiedersehen mit Geh.rath Walzel ― der aus dem besetzten Bonn kam (wo die Germanisten neulich im Seminar den „großen Wurstl“ aufgeführt haben!) ― Politisches Gespräch.― Mit einem jungen Docenten Wien (wer?) über die hiesigen hakenkreuzlerischen Studenten, die zu stören drohten, wenn man den Hofr. Hertz (den geistigen Leiter der Hochschulkurse) nicht amovire, man kam ihnen entgegen.

― Auch Salten war da; schien in schlechter Verfassung, mit schwimmenden Augen, zerstreut, praeoccupirt, sorgenvoll, bedrückten Gewissens.― Das Hören verursachte mir ― oft nutzlose ― Mühe.―

Zur Erholung in ein Kino.―

Mit Lili nach dem Nachtm. ein Gespräch über Friedrich und Napoleon. Sie war ihres histor. Interesses nicht ganz sicher, da sie,― wie sie sagt, sich nur für die „Persönlichkeiten“ als solche interessire … (nicht für die Zusammenhänge).