Mittwoch, 2. Jänner 1924 1924-01-02 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
Sonnenfelsgasse 19 1010 Vienna
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-11C1-6
Tagebuch 1923-1926 978-3-7001-2119-0 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1923-1926 110 480 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

2/1 Früh Dr. Horch von Geyer (Kammerspiele), der Eins. Weg (mit Bassermann, Steinrück, Grüning etc.) spielen möchte ― kaum;― wegen Burgth.―

Boden Cr.; Dir. Horecki ―

Buchhdlg. Heller; Goethe für H. K.― Gespräch mit der klugen (dort beschäftigten) Frau Dr. Rundt, über franz. Literatur ― sowie über Karen Stampe; auch Luigi Kasimir, bei dem Karen St. kleine Tochter wohnt, sprach mit.―

Bei Else Keller, im Trauerhaus; meine „jüngste“ Tante Pauline starb vor zwei Tagen. Welch ein Schicksal über dieser Familie. Else erzählt von ihren Schwestern ― Melanie, der ältesten mit der „Kochlöffelhysterie“.― Als Else am Sterbetag ihr telefonirt, es ginge zu Ende ― es war 11;― telef. sie zurück, ob sie nicht (wegen des Mittagessens) erst um 2 kommen könne ― und kommt thatsächlich erst um 2,― bleibt bis 5,― der Tod tritt 7 Uhr ein.― Anna hat sich vor ein paar Monaten umgebracht (es gelang den Tod vor Pauline zu verheimlichen).―

Zu Hause find ich Lili ― mit kurzen Haaren. Während Wucki bei Amalio im Laden, nähert sich ein Mensch mit grüner Brille Lili, die vor der Auslage steht. „Einen schönen Zopf haben S’, Fräulein“; Lili begibt sich sofort ins Geschäft;― während Wucki und Lili noch drin,― wird ein Zopf von dem Ladenmädl abgegeben, der draußen liegt ― noch hat Lili keine Ahnung, dass es ihr eigner;― sie geht mit Wucki zum Optiker ― und merkt jetzt erst daß die Haare abgeschnitten. Zu Amalio zurück: eben hat eine Frau den Zopf als „verloren“ abgeholt ― ― Glücklicherweise war Wucki mit ― und überdies thörichter Weise wüthend auf Lili;― sonst wär ich mißtrauisch gewesen, da es Lili’s Wunsch war, kurze Haare zu tragen.

Nm. am Verf.―

Abends C. P. bei mir.―

Träumte verflossne Nacht von einem zum Gersthofer Gürtel versetzten Kino, das aber nur als unvollendeter Circus dastand. (Häufiger Traum von dieser Gegend, die im Traum aber immer verändert aussieht.)