10/8 S. Celerina.― Um ½7 fort, zu Fuss nach Sils Maria ―
meist innerlich mit O. und gegen sie beschäftigt.―
Vor 10 in Sils Maria. Hotel Barblan. Im freien Dora und Mann
und die drei Buben.― Herrliche Muscateller Trauben.― Gespräch
mit Dora. Über ihre Krankheiten (die an sich alle nicht gefährlich).―
― Über O., Lili, Heini.
― Heini kommt, mit dem neuen phot. Apparat (Geburtstag).―
― Träume von heute Nacht: fahre von der Sternwartestr. 71 nach Haus
(― das nun irgend wie Cottage Sanatorium) ― etwa im Fiaker meines
Vaters (der Kutscher Frank, der noch vor meinem Vater starb); plötzlich
(Nacht), in der Gegend des Janowitzerhauses (gestern sprach Lili davon,
daß Frau J. sie nicht gern hätte) ― zwei vermummte Gestalten zu mir
in den Wagen,― eigentlich nur eine, rechts; offenbar Raubanfall,― ich
rufe Hallo, wer ist da, Hallo, und erwache.―
Später träum ich, dass ich das Hauptbuch der Intendanz vor mir habe
(Dr. Eckmann zeigts mir?) ― die Stücke mit den längsten Titeln (das
Buch ist in Colonnen eingetheilt) ― werden am besten bezahlt;― ich
sage: Ich werd mein neues Lustspiel einfach „Oh“! benennen;― da wird
das Burgtheater ein gutes Geschäft machen. (Das „Oh“ wohl auch durch
„O.“ bedingt.) ― Ein Mensch mit Schnurrbart, in Hemdärmeln steht da,
bedankt sich bei mir, dass ich ihm eine Rolle gegeben; in der er drei
Leute hinauszuschmeißen habe; ich: (ironisch) die hab ich extra für
Sie geschrieben.― (Der Mann könnte der Schauspieler Leicht sein, der
zugleich Praterwirth ist, im Fliederbusch spielte, und der neulich
widerrechtlich (unter falschem Titel) Anat. Hochz.morgen spielte;―
auch sagte ich innerlich zu O. nach dem gestrigen Gespräch über Lili
„Euch macht Ihrs leicht ― mir macht Ihrs schwer“.) ―
Gemeins. Essen mit Michaelis’;― später noch Gespräch mit Dora. Frau
Dernburg (aus Berlin), bei der Heini wohnen wird.― ― Dora spürt sehr
tief die wachsenden Complicationen meiner innern und äußern Existenz.―
― Mit Heini Postauto St. Moritz.― Mit ihm durch die Innschlucht
Celerina.― Er weiter nach Zuoz.―