Donnerstag, 13. November 1924 1924-11-13 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-12FD-3
Tagebuch 1923-1926 978-3-7001-2119-0 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1923-1926 203 480 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

13/11 Träumte von einem Spaziergang mit Heini ― oder Julius;― er wollte eine Reise machen, da ja die Eltern jetzt wer (?) wären;― da war O. irgendwie auch meine Mutter ― es war eine vollkommene Verwirrung.―

Neulich hatt ich einen erotischen Traum bezüglich Otti S.;― ich fragte mich ― woher;― es war einfach die verspätete Revanche für 1895 Dilly!―

― Neulich nach langer Zeit eine Gefühlshallucination Tasthallucination besser;― ich hielt ein (mein?) Kind im Arm, fühlt es deutlich und beglückt ― halbwach,― so wie ich noch vor etwa 2 Jahren solche Tasthallucinationen bezüglich O.s hatte. Ganz etwas andres, als lebhafte Träume; denn sie treten ohne eigentlichen Schlaf ein; und sie sind nur charakterisirt durch das körperliche überzeugende,― das sich von Realität überhaupt nur dadurch unterscheidet, dass es nach wenigen Sekunden verschwindet und dann die Täuschung erkannt wird.

Burg General Probe Schönherr, der Komoediant. Durch diese Bodenechtheit fließt ein breiter Strom von Lüge.―

Nm. mit aphor. beschäftigt.

Abds. mit Lili Conc. Paul Weingarten. Er spielte u. a. Schönberg Clavierstücke. Meint Sch. selbst es (vieles andre angenommen und meinethalben bewundert) mit dergleichen ernst?

(Geschichten die Arthur Kfm. neulich von ihm erzählte. Er war in Würting (bei Gutmann) mit ihm zusammen. Sch. behauptete dass Kaiser Franz Josef lang vor 1916 gestorben sei und dass durch zwanzig Jahre verschiedene andre seine Rolle gespielt und mit Hilfe der „Camarilla“ reussirt hätten;― behauptete es thöricht weiter,― und verschwand nächsten Morgen nach schriftlichem Abschied;― von einem seiner Jünger kam aus Gmunden dann ein Brief, Sch. sei es nicht gewohnt, ausgelacht zu werden.)