22/11 Traum: Gesellschaft, bei uns (ich und O.) die Wohnung
indifferent, am ehesten Burgring;― drei Leute eingeladen;― nach
dem Nachtm. sollen noch drei kommen, etwa Mimi, Vicki, Kaufmann;―
aber es kommen immer mehr;― auch mir unbekannte;― ich bin empört,
auch, dass O. mir nichts gesagt;― auch ein Herr Hugo Schwer (mit
schwarzem Vollbart) ― so hieß glaub ich vor Jahren wirklich ein
antisem. Kritiker;― ich setze mich an einen Tisch, O. mir vis à
vis, quasi um mich zu versöhnen: „Du hast ja nichts“;― und gibt
mir Roastbeef, Schinken, sauce tartare ― ich esse, aber danke nicht;―
dann stelle ich mich, quasi ironisch, jenem Herrn Schwer (der jetzt
bartlos) vor. Er ohne mich zu regardiren „Schwer“, sieht wieder
fort ― ; mein Unwille steigt;― ich schwinge, irgendwie schwebend,
hinter O.s Sessel eine Bierflasche über einer andern, die ich nicht
gleich nach Wunsch treffe, endlich Krach und ungeheurer Lärm. Ich
sitze nun in einem Theater; ― auf der Bühne (marionettenhaft)
irgend ein costumirter Mensch, singend: „Es ist dreiviertelzwölf
(― jener Krach früher war offenbar der Glockenschlag) ― nun beginnt
bald der Spuk“ (in der Art eines ital. Recitativs) ― ich lache so
heftig, dass die mir rechts analog auf dem Ecksitz der 1. Reihe
sitzende Dame mitlacht und ich lachend erwache.
Dict. Briefe, aphor., Roman.―
Mit C. P. Kino (Königsmark II).
Bei Vicki und Mimi (Peter Jordanstr.) genachtm. mit Arthur Kaufmann.