Samstag, 22. November 1924 1924-11-22 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-1306-8
Tagebuch 1923-1926 978-3-7001-2119-0 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1923-1926 206 480 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

22/11 Traum: Gesellschaft, bei uns (ich und O.) die Wohnung indifferent, am ehesten Burgring;― drei Leute eingeladen;― nach dem Nachtm. sollen noch drei kommen, etwa Mimi, Vicki, Kaufmann;― aber es kommen immer mehr;― auch mir unbekannte;― ich bin empört, auch, dass O. mir nichts gesagt;― auch ein Herr Hugo Schwer (mit schwarzem Vollbart) ― so hieß glaub ich vor Jahren wirklich ein antisem. Kritiker;― ich setze mich an einen Tisch, O. mir vis à vis, quasi um mich zu versöhnen: „Du hast ja nichts“;― und gibt mir Roastbeef, Schinken, sauce tartare ― ich esse, aber danke nicht;― dann stelle ich mich, quasi ironisch, jenem Herrn Schwer (der jetzt bartlos) vor. Er ohne mich zu regardiren „Schwer“, sieht wieder fort ― ; mein Unwille steigt;― ich schwinge, irgendwie schwebend, hinter O.s Sessel eine Bierflasche über einer andern, die ich nicht gleich nach Wunsch treffe, endlich Krach und ungeheurer Lärm. Ich sitze nun in einem Theater; ― auf der Bühne (marionettenhaft) irgend ein costumirter Mensch, singend: „Es ist dreiviertelzwölf (― jener Krach früher war offenbar der Glockenschlag) ― nun beginnt bald der Spuk“ (in der Art eines ital. Recitativs) ― ich lache so heftig, dass die mir rechts analog auf dem Ecksitz der 1. Reihe sitzende Dame mitlacht und ich lachend erwache.

Dict. Briefe, aphor., Roman.―

Mit C. P. Kino (Königsmark II).

Bei Vicki und Mimi (Peter Jordanstr.) genachtm. mit Arthur Kaufmann.