24/11 Traum: Ich bin zu Hause, erwarte 1, 2 Gäste;― andre Räume
eigentlich,― es kommt noch ein Ungeladener (wer), dann Stefan Zweig, sehr
lebhaft, mit Überzieher;― auch nicht geladen,― und so immer mehr, unklar,
was für Leute ― ; nur ein Herr mit schwarzem Vollbart bleibt mir im
Gedächtnis. Ich denke: woher all diese Ungeladenen?― Sollte Olga ohne mein
Wissen ― ? ― ich gehe in den Sälen herum ― bedenke ärgerlich, dass kein
Essen;― ziehe mich aus der Gesellschaft in ein Nebenzimmer zurück, mit Frl.
So. ― (doch es ist Frau Rung im Aussehen);― Zusammensein ― doch ohne
eigentlich erotische Betonung;― Leute an der Thür, ich verstecke mich unter
dem Sessel neben dem Bett;― Leute herein (wer? ― physiognomielose
Comparserie),― erfreut über die Entdeckung, gratulirend, ungefähr
Montmartre und Bohème Stimmung. Ich wieder in den gefüllten Sälen. Lili
fehlt mir. Wo ist sie? Gehe durch einen Saal, wo auf weißen
Porzellanschüsseln ärmliches Geflügel; einige essen, aber man (wer?)
ironisirt.― Ah, Lili wird oben sein, wo doch auch getanzt wird ― (es ist ein
großes oeffentliches Gebäude);― ich trage zwei Paar Stutzen und
Strumpfbänder in der Hand, die ich nicht zu verlieren trachte;― eine
unhübsche Dame in Ballkleid hält mich auf, nachdem ich unvorsichtigerweise
sie unzüchtig berührt ― es ist ungefähr „Wespe“,― (eine Dame, die ich
vor 30 Jahren auf einer Redoute kennen gelernt und die Tags darauf bei mir
war, die ich wegschickte und die mir sagte: „Das ist eine
Unverschämtheit“),― sie folgt mir, ich schleudere sie fort,― sie
fällt in einer Art Vorsaal hin, wie todt; ich weiss sie verstellt sich,
von der Stiege aus seh ich, wie sich die Sache weiter entwickelt ― auch
herzueilende merken, sie spielt Komoedie;― ich hinauf ― Musik;― ein Gang
mit vielen Thüren; eine offen ― ein langer Mensch als Hellebardier
costumirt,― es ist der Tanzlehrer; Knaben auch costumirt, wenige ― nein
Lili ist nicht hier;― die Tanzschule heißt „Harn“ ― ein Knabe zeigt mir
auf meine Bitte den Weg zur Hauptstiege; es ist die Akademie der bildenden
Künste,― große Feststiege (anders als die wirkliche);― Leute auf den
Treppen (Fest),― in einem parketirten Saal eine Dame, Baronin auf mich zu,
erfreut mich zu sehen, will mich ihrem Sohn vorstellen, so sitz ich zu meinem
Aerger mit diesen zweien (mir unbekannten) und noch einem Paar (?) an einem
Tisch, erhebe mich aber gleich, will nach Hause, ganz in der Nähe,
Kärntnerring (wo ich vor mehr als 30 Jahren gewohnt),― muss nur im
3. Stock etwas holen;― also rasch hinab, trete aus dem Gebäude, großer
Platz, 2 Uhr Nacht, Schneefall, bin in Smoking, muss laufen, um mich nicht
zu verkühlen,― ein unhübsches Dirnchen hält mich auf (die Stutzen hab
ich verloren) ― ich will sie abwehren,― sie immer zudringlicher, also ich
soll ihr wenigstens Geld leihn,― ich suche, von ihrer Umklammerung behindert,
nach meiner Geldbörse, sie zischelt mir ins Ohr „Feigling“ ― und dann
(oder vorher?) sei vorsichtig ― (als könnt es mir schaden, mit ihr gesehn
zu werden),― ich erwache. (Am stärksten spielen Motive der Traumnovelle
hinein; ferner die Tanzstunden Lili’s;― dann meine Empfindungen während
V. L.s gestrigen Berichts;― mein Gespräch über Frl. S. mit O.; ihre
Vertheidigung durch mich;― der Hellebardier ist aus einer gestrichnen (?)
Stelle des „Weiher“;― die Akademie der bildenden Künste bezieht sich auf
Molls Bilder (von denen O. sprach) ―) Später träumt ich auch von Bildern,
die Moll mir zeigte, besonders eines (Landschaft) das er über ― 20 Mal
übermalt (wie er mir im Traum sagte) ― ― Während ich mit der Baronin
etc. am Tische sass, wieder das peinliche Gefühl im Mund, als bildeten sich
Concremente ― und sofort mein Gedanke. Also es ist doch kein Traum;― ich
wachte mit trocknem Mund auf.―
Vm. bei B. B., im „Hammerand“ ―
Bei Hajeks zu Tisch. Gab ihm (zum 64. Geburtstag) Tschechow zum Geschenk. Er
mir die neue Auflage seines Nebenhöhlen Buchs.―
Nm. an „Therese“.―
Mit C. P. Kino (Seefahrer (Buster Keaton)); bei „Pohl“ genachtm.