Dienstag, 21. Dezember 1926 1926-12-21 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
Sonnenfelsgasse 19 1010 Vienna
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

The Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) License applies to this text.

The CC BY 4.0 License also applies to this TEI XML file.

http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-15FC-1
Tagebuch 1923-1926 978-3-7001-2119-0 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1995 1923-1926 382 480 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

Annotation according to TEI/P5.

All end-of-line hyphenation has been removed: any remaining hyphenation occurred within the line

personal names, place names, dates

Wien

21/12 Neulich ein Traum: Ich mit C. P. in einem ziemlich leeren großen Gasthofsalon (silb. Brunnen!) an einem Tisch ― plötzlich, wie ein verdunkelnder Schatten über den Tisch gebeugt Felix Dörmann; drohend als wäre er der einstige Geliebte C. P.s ― ich weise ihn fort. Statt seiner nah an mich rückend ein blonder feister bartloser junger Mensch, Haare in die Stirn ― (etwa Wilde),― seine zudringliche Nähe peinlich ― ich sehe: hohe Lackstiefel und eine Art Bauernrock ― eine Frau also, merke ich ― sie sagt: Je veux voir si vous êtes vraiement si sympathique et charmant (?) comme on dit;― ich versuche zu fliehen, sie ergreift mich hinten am Hosengürtel,― hebt mich in die Luft, ich bin froh, dass ich fliegen kann, aber sie hält mich fest ― peinlich ― aber glücklicherweise wenig Leute da ― plötzlich stehts schon in der Zeitung ― vielmehr auf einer blauen Karte (wie die pneumatischen Karten einst waren) ungefähr: „Niemand wird wegen dieses Vorfalls Herrn A. S. auch weiterhin seinen Respekt versagen.“ ―

Vm. bei Gisa,― bei der Hofr. Zuckerkandl ― (Géraldy Ausgabe ― ev. bei Zsolnay; ich habe abgelehnt ein Vorwort zu schreiben) ― bei Julius zu Tisch. Frl. Lili Kraus spielt mir als „Weihnachtsgeschenk“ Beethoven Sonate op. 109 vor.―

― Gestern Abendbl. N. Pr. über die pöbelhaften antisemitischen Wandanschläge in der Universität; u. a.― „Wir deutsche Studenten entscheiden uns für die Kultur, die Arndt, Goethe und Fichte gegeben haben und nicht für die, die Lassalle, Schnitzler und Korngold uns bringen …“ ―

― Julius (mit Recht) geärgert über die unaufrichtige Art in der Dr. L. die Frage behandelt, ob Hans bei ihm Assistent werden kann.―

Teleph. mit C. P.; empört ― über V. L. (und mich).―

Nm. an aphoristischem.―

Abd. nachtm. V. L. bei mir.― Thränen (wegen R.;― den sie heut von fern gesehn).― Sie trinkt absichtlich viel.―

― N. d. N. kommt Dr. L.― Weihnachtsgeschenk von ihr: silberner Zündhölzchenbehälter.― Wir sehen den Dehio (Kunstgeschichte) durch, den ich ihr geschenkt habe.―