8/6 Träume gegen Morgen: In der Burg (Schönbrunn?) beim Kaiser Franz
Josef (in dunkelm Sacco ― Trauer?), großer Saal,― auch andre Leute?
wenige … Zeige dem Kaiser eine ill. Ztg., wo mit andern Bildern auf
gleicher Seite, ineinander eins, das einen offnen Balkon zeigt, auf dem der
Kaiser mit Kronpr. Rudolf als Knaben. Kaiser will Vervielfältigung des
Bilds;― ich schlage vor, zu vergrößern; (wir gehen in dem Saal immer
herum),― ich entferne mich, um den Wunsch des Kaisers weiterzugeben,―
will einem (bestimmten?) Journalisten schreiben ― oder ihn sprechen,
entwerfe innerlich einen Brief in dem zu oft „Majestät“ vorkommt ―
ich (wir ― aber wer?) ― in einer Art Landauer die Reichsstraße ―
etwa bei Inzersdorf ― mir vis à vis H. K., aber unhübsch, die
Häßlichkeit des Kinns fällt mir auf (― V. L.s Verletzung!) ― es
sind an der Straße zwei kleine Sternwarten,― ich lobe besonders die
eine, die eben sichtbar wird ― ein schlanker Thurm, oben glänzende
Metallkuppel, aber zugleich eine offne Plattform, kreisrund, mit weiss
gedecktem Tisch, an dem jemand, der Astronom, schreibend, sitzt.
(Er kann allein sein, oben essen und zugleich arbeiten.) ― H. K. nicht mehr
im Wagen, ich blicke nach rückwärts, rufe,― sie, die eben in eine
Seitenstraße eingebogen, guckt wieder, sichtlich erfreut um die Ecke.
Schleppt irgend einen pers. Teppich nach ― oder steht der mit dem Wagen in
Zusammenhang? (Die Geschenke für Lili ― V. L. auch wollte ihr einen
Teppich kaufen.) An einem Haus rotirt in mäßiger Höhe eine Art
Doppelschwert wie Windmühlflügel hin und her, ich denke ― wie
unvorsichtig! das könnte ja Autofahrern den Hals abschneiden oder die
Augen zerstören (Deutung liegt allzu nahe);― ich bin in einer Eisenbahn;―
ein Controlor (in Civil), zur Antwort (auf was?) erwähnt er etwa … nun
jetzt, wo wieder der Krieg bevorsteht (anders!) ― es entsetzt mich so,
dass mir übel wird (ähnliche Empfindung wie bei der Todesnachricht, als
R. L. sie mir überbrachte) ― weiss dass die andern das furchtbare nicht
verstehn, empfinde geradezu die kommende Vernichtung durch Gas etc.
(Gespräch neulich, als Alma, Friedell da waren etc.);― ein (mein?)
steifer Hut, immerwährend verbuckelt, durch draufsitzen oder dgl. ― (der
schwarze steife Hut, den Franzi gestern seinem Vater und mir zeigte) ―
Vm. weiße Rosen zu L.’s,― ins Zimmer von V. Während ihr Begräbnis
stattfand, sass ich eine Weile mit ihm, ihrer Mutter (die aus einem hebr.
Gebetbuch betete) und Franzi;― dann lange ganz allein, in ihrem Zimmer;
sah ihre Bücher durch, die auf der Etagère waren (die ich ihr zum Einzug
geschenkt).― (Am Samstag war auch das Telefon,― ihr neues privates
gekommen!) ― Später kamen die Verwandten, auch Ruth vom Friedhof.―
Ihr Bruder Ferry war in Sollenau gewesen, gestern,― sie holen ― es waren
lauter furchtbare Verletzungen, auch Gehirn ― so dass sie gewiss im
Augenblick todt war.― Er sah auch die Unglückstelle, zeichnete mir einen
Plan ― klar, dass das Unglück nur geschah, weil Dr. L. einem Wagen
vorfuhr. Von dem Meilenstein, an den er zuerst fuhr, bis zu dem Baum an
dem der Wagen zerschellte waren noch 31 Meter!,― er hatte offenbar ganz
den Kopf verloren.― Man darf nicht dran denken.―
― Nm. arbeitete ich an aphoristischem ―
Traf H. K., die vom Prater (Donau) kam, beim Tegetthoff Monument ― brachte
sie einfach nach Hause, so angenehm mir ihre Gegenwart war. Der Donau scheint sie schon sehr müde.