Sonntag, 14. August 1927 1927-08-14 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-16E8-6
Tagebuch 1927-1930 978-3-7001-2120-6 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1997 1927-1930 075 509 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Campiglio

14/8 S. Campiglio. Träume: Meine Aphor. sind gedruckt, Correcturen auf schlechtem Papier; ganz confus bis zur Unverständlichkeit, die Papiere zerrissen;― die einzelnen Aphor. (Papierschnitzel wie ich weiss) im Obersschaum auf kleinen Kuchen, die (wie ich sehe) von einem Kellner in schwarzem Frack mit Coteletten eben auf einem Tablett servirt werden sollen ― quasi in einem Refectorium, den Mönchen des Klosters. Ich fische einige der Zettel heraus (gegen den Willen des Kellners) erstens weil die Aphor. unverständlich sind und dann weil sie zur Lecture für Mönche sich nicht eignen.―

Dann in irgend einem Raum ein oder zwei Kinder, O. ist da und gerührt (über die Kinder?). Ich wundre mich dass es zwei sind, sind denn die Eltern (irgendwie frühere Bedienstete von uns) verheiratet;― das eine Kind, ein schwarzes Mädl (einem hier im Hotel ähnlich), sitzt mir, wie auf einer Kinderbank, gleich mir, gegenüber ― über das Tischchen streck ich ihr die Hände entgegen, fasse ihre ― Wie heißt du?― Sie: „Rosa“ … Ich, ein wenig höhnend: „Rosa … Rosallia“;― und denke bei mir: Warum eigentlich diese antisemitische Betonung ― ? ich hab’s doch gar nicht nöthig!―

Vorm. Spazierg. mit O., Heini, Dr. Pietrkowski und Frau an den Lago Nambino.― (Mit Heini und Fr. P. über Psychoanalyse ― anschließend an meinen Traum, den ich erzähle.) (Mit Dr. P. schon früher allerlei politisches,― ausgehend von Napoleon und dem „avènement de Bonaparte“, von Vandal, das ich eben lese.) ― P.’s weiter in die Höhe; ich mit O. und Heini zurück (erzähle von Neubearbeitung event. „Ruf“,― und von Erlebnissen mit Reinhardt). Mittag im Hotel unten. Besprechung mit Stefenelli (der uns gleich heut, zufällig da, hinuntergeführt hätte).

― Nm. zeigt mir Heini Bilder von seiner ital. Reise (Florenz, Siena, Pisa, Gimignano, Venedig etc.;― viele selbst aufgenommene).

Spazieren mit O.;― gegen Schluss erst von C. P.;― ihr Leiden darunter; ihre Hoffnung vor 3 J. dass es nicht dauern werde; Empörung, dass sie in meinem Haus Rechte ausüben möchte ― ihr Prestige-Ehrgeiz etc.;― meist richtiges;― nur ohne Berücksichtigung des Gefühlsmäßigen;― alles natürlich mit mehr Niveau als C. P. ihren Standpunkt vertheidigt …― Ob sie ― da V. L. todt ― nicht meine Freundin sein könne, mit der ich mich ausspräche u. s. w.― Und endlich ― das so wahre: C. P. habe nur die Pflicht mir die Existenz zu erheitern und erleichtern ― u. s. w.― Ich erzählte ihr sehr aufrichtig von dem ganzen Conflict.

― Mit O. und Heini genachtm. im Albergo.