Dienstag, 19. Juni 1928 1928-06-19 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-181E-9
Tagebuch 1927-1930 978-3-7001-2120-6 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1997 1927-1930 164 509 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Bad Ischl Sankt Wolfgang im Salzkammergut

19/6 Ischl.― Traum: Burgtheater, ein röm. Stück wird gespielt (Shakespeare?) links gegen die Coulisse eine nackte Sklavin; ich denke: warum thut das Herterich? Die Sklavin, nachdem sie etwas gesprochen (in die Coulisse) fährt in einen Pelzmantel. Herterich (als Bote oder Sklave, doch Hauptrolle, braunes Landstreichercostume) tritt auf, spricht etwas düstres; ich finde es anständig, dass er, als Direktor, einen Sklaven (?) spielt, ein andrer Schauspieler, röm. Costüm etwa, Bassermann, geht ab, ins Parket, d. h. in die Tiefe;― (ich denke, wie kommt er (und ein andrer) wieder auf die Bühne zurück?) ― Dann bin ich Ring, etwa gegenüber Imperial (ziemlich oft geträumte Gegend), stehe mit Trebitsch, soll abreisen ― oder er? ― mein Zug 11.25 ― es ist schon ein paar Minuten nach 11 ― (Vormittag, aber dunkel), Tr. spricht oder fragt, Aussig,― als Station;― drüben ein Gepäckauto ― soll ich auf der Bahn vorher Karte lösen, oder zuerst nach Hause, Koffer holen. Besser; erwache.

Ischl ― Mit C. P. Zug St. Wolfgang, Dampfer in den Markt, Pfarrkirche, Altar, die albernen Bilderunterschriften.― Grand Hotel von außen.― Bank in mäßiger Höhe.― Bald nach Ischl zurück und wie immer im „Elisabeth“ gegessen.― ― Bei Zauner Frau Flegmann und Frau Rinaldini, Jul. Bauers Tochter; die hier eine Bridgestube leitet.―

Nm. am „Zug“.―

Gegen Abend wie gewöhnlich im Regen ein wenig spazieren.

Lese Arnold Zweigs Grischa. Außerordentlich. Gegen Maurizius gehalten: Wenn man Jacob fragte (in einer Tiefe wo man nicht lügen kann) ― Wählen Sie ― entweder Justizreform oder neue hundert Auflagen ― seine Antwort: Hundert Auflagen. Fragte man Zweig: Ihr Roman verschwindet für ewig ― aber Grischa ist gerettet ― seine Antwort: Grischa’s Rettung!― Und das spürt man natürlich in den Romanen selbst.―