Montag, 28. Jänner 1929 1929-01-28 Arthur Schnitzler Tagebuch 1879–1931 Arthur Schnitzler Peter Michael Braunwarth Data creation in LaTeX [for print edition] by Peter Michael Braunwarth Data transformation to XML by Matej Ďurčo Data collation, structural and semantic annotation by Peter Michael Braunwarth Data transformation to TEI by Peter Andorfer Index collation of mentioned places Ulrike Czeitschner Index corrections Martin Kirnbauer Index collation and corrections Martin Anton Müller Austrian Centre for Digital Humanities, Austrian Academy of Sciences
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Vienna 2017

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http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-18FD-D
Tagebuch 1927-1930 978-3-7001-2120-6 Arthur Schnitzler Werner Welzig Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth Susanne Pertlik Reinhard Urbach Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien 1997 1927-1930 222 509 Tagebuch 1879-1931 - Gesamtausgabe 978-3-7001-0395-0 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach Band 1-10

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Wien

28/1 Traum: Rendezvous mit C. P.,― vor dem Carltheater;― sollen ½8 Kino,― es ist 7, kann noch in die Rotensterngasse, wo das Kino (einstige Wohnung O.!) ― laufen, zwischen Schneehaufen Praterstraße, schmaler, schwieriger Pfad ― (im Schnee sind lebendige Kopfreliefs (aus Schnee), einer Schildkraut ― ich trete darauf, er greift scherzhaft nach meinem Bein, ich ergreife den Schnee-Arm und schleudre ihn davon, so dass er zerstäubt ―) ―; im Kino, sitze zweite Reihe, irgend was wird gespielt; der Besitzer, physiognomieloser Jude kommt zu mir; ich sage, dass ich noch Billets zu lösen habe; „das können Sie gleich bei mir“ ― er gibt mir auf zehn Gulden 5 heraus; ich verlasse das Kino, im Vorraum auf einem Sessel Schildkraut; der Besitzer sagt mir: Wissen Sie dass sich der jüngere Sohn Sch.s verlobt hat; ich denke mir: was geht mich das an, habe Eile, es ist schon ½9 (auf einer Uhr) ― laufe abkürzend durch die Cirkusgasse;― suche die Gasse wo C. P. wartet ― weiss nicht wie sie heißt,― etwa Matthaeus Müller Gasse;― gerathe in ein Hotel (etwa National) verlasse es wieder;― in eine dunkle Kirche;― jemand (nicht zu mir) ― der Ausgang sei bei jenem Portal;― ich finde es, da eben eine Frau es durchschreitet (eine Drehtür),― finde mich in einem Hotel, denke: vornehm,― es hat eine eigne Kirche ― durch eine Halle, die in einer Art Landungplatz mündet (wie in Venedig), ein Kellner folgt mir: „Herr Doctor kennen sich doch in Zeitungen aus“ ich ungeduldig: ― Schreiben Sie mir, was Sie wünschen;― mein Ehrenwort, dass ich Ihnen antworte, jetzt hab ich keine Zeit; er: sich entschuldigend: ― „Ich habe heute meinen Tick“;― ich laufe durch eine Gasse (quer auf der Taborstraße ―) wie soll ich fragen, wenn ich den Namen nicht weiss;― erwache wie mit einem Haar in der Kehle.

― Brief von Dora, dass O. über Geldmangel klage!―

― Kurzer Spaziergang.

Dictire Th. Roman, „Spiel Sommerl.“; Briefe (u. a. an Frl. Boner Zürich, die eine Inszenirung Gustl, in der (ihr noch unbekannten) Art „Else“ bedenkt).―

Nm. am Th. Roman, Bilanzierungen.―

― In dem Zimmer, darin Lili Jahrelang Thür an Thür mit mir schlief;― hängt nun ihr Baden-Badner Bild. Heut ists ein halbes Jahr, dass sie begraben wurde …