8/3 S.― Träume, wieder einmal mit besondrer Deutlichkeit. In einem Saal;―
auf zwei Clavieren spielen Richard Strauss und Richard Wagner (dieser
unpraecis),― phantasiren eigentlich (etwa wie ich öfters mit Heini
Mahler-Symph. improvisirt habe),― ich betheilige mich, auf einem der
Claviere, mit einem Finger spielend, nicht immer richtig;― Heini ist da
und sagt mir etwa: Du bist musikalisch, aber du spielst falsch;― ich höre
auf;― dann spielt plötzlich Heini ― am gleichen Clavier wie Strauss, anders
gestellt, so dass Str. eigentlich auf dem Deckel spielen müßte (was mir
weiter nicht auffällt). Dann (ohne dass ich Applaus höre) dankt Strauss
für den Beifall, der eigentlich Heini gilt und applaudirt selbst. (Deutung:
Brief Heinis und Olgas über seine Mitwirkung Agamemnon;― sein ev. Gastspiel
bei Beer etc.;― die Verträge Strauss Hofmannsthal, die Gerty mir
übersandte.) ― Dann in eine Hall,― ich Smoking, oder auch Bahnhof,―
eine Art Diener (des Hotels), oder Beamter begleitet mich mit einer kleinen
Laterne, auf den Perron, der ungefähr Zürich heißt, aber eine Station der
Untergrundbahn Berlin ist;― dann wieder Hotel, ich auf einem Gang, soll
zum Essen, es ist der erste Stock,― unerfreuliche Stiegen (Deutung:
Neulich im Concerthaus, wo mir die nicht ganz geschickte Architektonik der
Seitenstiegen auffiel), da ruft einer hinter mir ― es ist mein (vor ein
paar Jahren verstorbner) Vetter Gustav Frid;― eine andre Stiege; er springt,
ein Geländer unterspringend hinab, in einen Hof;― das ist nichts für
mich;― wieder hinauf,― das ganze wie ein complicirter Bahnhof,―
Lastenraum;― Halle ― die eigentlich eine Ausstellung ist, wie in Rotunde,―
ich kaufe mir einen kleinen Schinken, gehe mit dem herum, schäle die Haut
ab, beginne zu essen;― ein uneleganter großer Mensch mit schwarzem
Vollbart,― Besucher oder Arbeiter wischt irgend einen Besen oder dgl.
unbekümmert an meinem eleganten Anzug am Rücken und an den Beinen ab,
ich wüthend haue ihm mit dem Schinken über den Schädel, ― er wird sich
rächen, weiss ich;― und schon (ohne besondres Aufsehn ringsum) kauere
ich auf dem Boden; er hat eine Spritze mit Benzin oder dgl. gefüllt, und,
während ich mein Gesicht verhülle, ruinirt er mir mich von allen Seiten
anspritzend, meinen Anzug, ich überlege, dass ich noch 2 andre (im Koffer)
mithab, und denke zugleich, dass all das zu unsinnig und doch wie ein
Traum sein kann, worauf ich erwache.―
Früh mit O. telefonirt. (Berlin.)
― C. P. abgeholt, mit ihr Wiedner Spital; ihr Sohn noch immer Fieber (nach
Furunkel und metastat. Abscess, von Jul. operirt);― Magda;― Julius kam
auch; mit ihm fort; er findet diese Sachen „unheimlich“ …
― Zu Tisch Dr. Metz und Frau bei mir; raten mir wieder dringend zu Amerika,
soll, vor Vorlesungen bei ihnen auf dem Land wohnen;― prophezein mir
großen persönlichen Erfolg.― Er erzählt von seiner gefährlichen Ausreise
Frankreich, zu Beginn des Kriegs.― ―
Suz. war nach J. gefahren, um eine Ehekrise im Haus R. zu mildern, an der
auch ihr Gatte betheiligt scheint ―
Mit C. P. ins Lustspielth.;― ein Kinostück „Ihre Majestät die Liebe“,
dann mit ihr Eisvogel genachtm.―