Wie
sieht ein nahezu perfektes Cockpit aus?
Olaf Claassen
Einfachste Installation, realistisches Panel-Image,
klar ablesbare Instrumentenanzeigen, integriertes Flugplanungssystem,
Moving Map, Sounds, dazu ein Flugmodell, das möglichst realistisches
Flugverhalten bietet, um die Möglichkeiten dieses perfektionierten Panels
auszuschöpfen
Flight1 hat nun zusammen mit den Associates wieder mal
die Wundertruhe aufgemacht und ein spektakuläres Panel Enhancement veröffentlicht.
Spektakulär deshalb, weil die Bedienung dieses komplexen Cockpits
kinderleicht zu handhaben ist.
Die Firma Simaviator hat uns freundlicherweise eine
Preview dieses hervorragenden Add On's zur Verfügung gestellt.
Voraussichtlicher Titel: "Giants of the sky -- The Boeing
747-400".
Der Titel sagt alles. Dieses Enhancement widmet sich
dem zur Zeit größten Jetliner der Welt, Boeings Paradepferd 747-400.
Das Package beinhaltet 12 Jumbos der verschiedensten
Fluglinien, darunter Lufthansa, Quantas, Cathay Pacific, sowie eine
wirklich toll bemalte British Airways 747 in Millenium Colors.
Zu den Flugzeugen gehört auch ein toller Sound, die
kreischenden Triebwerkgeräusche kommen sehr realistisch herüber.
Herzstück des Ganzen ist ganz offensichtlich das
Cockpit, mit integriertem Flight Management System. Dieses FMS ist dank
des speziell implementierten Flightplanners äußerst komfortabel zu
bedienen. Giants in the sky ist ein "All in one", mehrere
Komponenten die perfekt aufeinander abgestimmt wurden und somit eine
reibungslose Funktionalität garantieren.
Zur Bedienung:
Zu Beginn startet man den 747 Flight Planner, der
Start- und Zielflughafen wird ausgewählt, daran anschließend besteht die
Möglichkeit, Veränderungen an den "Aircraft Settings" durchzuführen,
unter anderem die Menge des Treibstoffes, oder aber auch die Entfernung zu
den einzelnen Wegpunkten. Veränderungen sind aber im Prinzip nicht
notwendig, da die voreingestellten Daten schon sehr exakt sind.
Jetzt geht es an die eigentliche Flugplanung, zu der
nur ein paar Mausklicks notwendig sind.
Da der 747 Flugplaner auch die Intersections berücksichtigt,
ist die Gestaltung von sehr realistischen Flugrouten gewährleistet. Dies
ist gerade bei Interkontinental-Flügen sehr wichtig. Nach der Generierung
des Flugplans, besteht die Option diesen auch zu drucken. Im Map Fenster
hat der Pilot Möglichkeit, die Route via Kartensicht zu visualisieren.
Der fertige Flugplan wird direkt an das FMS System
weitergeschrieben, respektive als FMS lesbare Datei abgespeichert.
Was hier mit langen Sätzen beschrieben wurde, dauert
in der Realität keine 60 Sekunden.
Die ausgearbeiteten Flugrouten sind äußerst präzise.
Nachdem man das Planprogramm verlassen hat, kann der
Spaß, oder auch Ernst, beginnen.
Als Abflughafen habe ich mir Hamburg EDDH ausgewählt,
Ziel war Chicago O´Hare.
Die berechnete Flugzeit betrug gut sechseinhalb
Stunden.
Hat man nun seine favorisierte Airline gewählt, nimmt
man im Cockpit Platz.
Äußerst prägnant, die perfekt ablesbaren Gauges.
Bisher war Toni d'Ambrosio alleiniger Meister auf diesem Gebiet. Sein 747
Panel besticht durch die hervorragend ablesbare Instrumentierung. Flight1
Designer Tom Payne hat aber diesbezüglich noch eins drauf gesetzt. Die
Gauges dieses Panels sind ein wahrer Augenschmaus. Äußerst klar, keine
"zerfledderten" Kompaßrosen, .... - in dieser Flugzeugkanzel fühlt
sich jeder Pilot wohl.
Die Funktionalität sprengt so ziemlich alles bisher
dagewesene. Die für Panels typischen Tastenkombinationen wurden bis zur
letzten Ziffer voll ausgenutzt. Besonderer Clou, man kann von der Sicht
des Kapitäns, zur Jumpseat Sicht und schließlich zur Sicht des Co
schalten.
Noch eleganter geht es statt Tastatur mit der Maus.
Jede Sicht hat natürlich die volle Funktionalität des Default Captains
View, soll heißen, der Jumbo ist von allen Sichten aus zu handeln.
Weitere Features sind ein zuschaltbares Upper-Panel, sowie die eigens
designte Sicht für die Schubhebel.
Um die genaue Verarbeitung zu demonstrieren, habe ich
via Bildbearbeitung, alle Sichten zu einem Panorama Image montiert. Die
Gesamtansicht verdeutlicht, wie nah dieses Cockpit an der Realität ist.
Nachdem der Flugplan ins FMS "virtuell" übertragen
wurde, öffnet man einfach das FMS Interface und wählt den gerade
erstellten Plan aus. Ein Klick auf "Execute", Take Off des
Jumbos und anschließend den Autopiloten aktivieren. Die ausgewählten AP
Optionen werden nun vom FMS gesteuert und man kann sich beruhigt zurücklehnen,
wenn Zeit ist mit den Stewardessen flirten, oder auf "wichtig
machen" und einen unbedarften Passagier ins Cockpit holen. Natürlich
kann man auch knapp 7 Stunden dasitzen, die Instrumente beobachten und aus
39.000 ft. Höhe, das monotone Blau des Atlantiks betrachten, - alles so
wie man gerade lustig ist.
Ich habe mir das nicht angetan, sondern Tennis geguckt.
Nach 6 Stunden habe ich wieder meinen "Platz" im Cockpit
eingenommen und tatsächlich, alles schien reibungslos geklappt zu haben.
Der Descent war bereits eingeleitet und nach 6 Stunden 43 Minuten setzte
der Jumbo sanft auf Runway 32 L, Chicago O´Hare auf.
Erwähnenswert auch: Das Flight1 One Panel besitzt ein
eigenes Ground Proximity Warning System, daß ich als fehlerfrei einstufen
konnte.
Fazit: Flight1 hat ein nahezu perfektes Add On
erschaffen, es wurden kaum Wünsche außer Acht gelassen. Einzig ein
Wetterradar hätte diese ganze Sache noch weiter perfektioniert. Die
Flugzeuge sind gut, aber auch hier fehlt, wie so oft bei amerikanischen
Kommerzfliegern, die nächtlich Illumnierung. Die Flugdynamik wurde
ordentlich umgesetzt, an das Flugverhalten der IAM Flieger kommt sie
jedoch nicht heran. Es ist aber problemlos möglich, dieses Cockpit mit
anderen Jumbos zu verbinden.
Da diese Version schon Final Status hat, ist es
durchaus möglich eine verläßliches Rating zu vergeben. Überzeugendes
Handling, sowie eine optisch nahezu perfekte Wiedergabe des Jumbo Cockpits
machen eine Wertung von 96 % ohne weiteres vertretbar.
Laut Simaviator wird das Release für Mitte Juli
erwartet. Im Zusammenwirken mit dem FS 2000 dürfte es keine Probleme
geben, da Microsoft mittlerweile angekündigt hat, daß FS98 Flugzeuge im
FS 2000 ohne Konverter eingebunden werden können.
Anfänger und Profis, beide Klientel werden mit diesem
Package hervorragend bedient,
insbesondere für Simmer, die sich nicht mit
komplizierten Installationen und einer umständlichen Bedienung
auseinandersetzen wollen ist diese FS Erweiterung rundum empfehlenswert.
Giants of the Sky ist fast schon ein "Must have"
für alle Jumbo Liebhaber, die in einem möglichst authentischem Cockpit
die Jetways unseres Globus erfliegen möchten.
