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DM19.95

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Antonov An-24
von RF Group

getestet von Matthias Lieberecht

Etwas Geschichte
Die An-24 wurde entwickelt, um die Iljuschin IL-14 auf Kurzstrecken abzulösen. Das Modell war, wie könnte es anders sein, zuerst bei Aeroflot ab 1963 im Linieneinsatz auf der Strecke Moskau - Saratow. Dabei kamen erstmals Turbinentriebwerke des Typs Progress (Ivchenko) AI-24 zum Einsatz, die den Komfort und die Geschwindigkeit gegenüber der kolbengetriebenen IL-14 deutlich verbesserten. Die Version An-24RV besitzt eine, für diesen Typ ungewöhnliche Besonderheit. Zur Steigerung der Start- und Flugleistung wurde die rechte Triebwerksgondel zusätzlich mit einem 900kg Schub starken Strahltriebwerk versehen. Dieses machte die An-24 unabhängig von der Bodenversorgung, da es auch zum Starten die Funktion des APU übernahm. Als die Produktion 1972 eingestellt wurde, belief sich die Zahl gefertigter Maschinen auf ca. 1450, von denen heute noch fast 800 im aktiven Betrieb, vorwiegend in der ehemaligen Sowjetunion stehen.

An24Test-2.jpg (22024 bytes)Das FS2000 Projekt
Das Paket besteht, wie man es von einem Set erwartet, aus dem Flugzeug mit dazugehörigem Sound und Panel. Enthusiasten, die sich für russische Flusi Flugzeuge interessieren werden feststellen, daß es sich bei diesem Projekt um keine reine Neuentwicklung handelt. Das Flugzeug wurde bereits als Beta Version im Oktober 1999 von Valentin für den FS98 angeboten und bei dem Panel handelt es sich um das ebenfalls für den FS98 bereitgestellte An-26 Panel von Alexander Pogensky, der nebenbei gesagt aktiver An-26 Pilot ist. Beides wurde für den FS2000 angepasst. Das gleiche gilt auch für die Sounds, die für den FS2000 geringfügig erweitert wurden. Eine besondere Zutat ist das mitgelieferte Weight and Balance Programm, mit dem es erstmals Möglich wird, Manipulationen an der Gewichtsauslegung des Flugzeuges vorzunehmen.

An24Test-4.jpg (71288 bytes)Nach der Installation des Flugzeuges im FS2000 sollte man auf jeden Fall einen Blick in das Manual PDF File werfen. Nicht nur dass hier alle Instrumente sehr genau beschrieben sind, es beinhaltet sogar ein umfangreiches Operation Manual mit Gewichtstabelle für die An-24 indem auch Notfallprozeduren beschrieben sind. Am Besten ausdrucken und immer griffbereit haben.

FS98-?
Nein, im FS98 ist dieses Projekt nicht zu verwenden, denn verschiedene Teile des Flugzeuges, Panels und Sounds sind nur für den FS2000 geeignet. Auch das Weight and Balance Programm lässt sich meines Wissens nur in der neuen Flusi Version einsetzen. Es gibt aber ein Trostpflaster. Die bereits letztes Jahr veröffentlichte FS98 Version ist qualitativ ebenso hochwertig und als erfrischende Erweiterung für den Flusi zu sehen. Ein Download für diese Flusi Version lohnt sich für FS98 Nutzer allemal.

An24Test-1.jpg (67402 bytes)Weight and Balance
Was für Piloten eine unablässige Pflichtübung ist, fehlte bisher beim Microsoft Flugsimulator. Gerade bei diesem veränderbaren Schwerpunkt durch Zuladung und Treibstoff hatte Fly bisher eindeutig die Nase vorn. Das russische Designerteam und der Hersteller des Zusatzprogrammes, Sergey Golovin, haben vorgemacht, daß so etwas auch für den FS2000 möglich ist. Wie funktioniert das denn nun? Über das kleine Zusatzprogramm kann der Anwender gezielt Sitzplätze des Flugzeuges durch einfachen Mausklick besetzen und Frachtzuladung (Gepäckvolumen) bestimmen. Im Hintergrund wird nach Abschluss und Übernahme der Daten, das Flugzeug Config Files mit diesen Gewichtsdaten verändert. Somit ist es auch erforderlich, das Flugzeug erneut aus dem Menü auszuwählen, wenn es bereits im Flusi aktiviert war. Natürlich ist es auch möglich einzelne Gewichte und Passagierzahlen direkt in dafür vorgesehene Felder einzutragen. Zusätzlich wird noch eine Zufallsplatzierung unterstützt, bei der sowohl Gepäck, als auch Passagierzahl vom Computer festgelegt werden. Für den folgenden Flug lassen sich nun erforderliche Verbrauchsdaten und max. Werte über die Weight and Balance Tabellen des Operating Manuals bestimmen. Wie sich diese Weight and Balance Veränderungen im Flug auswirken, werde ich bei meinen Testflügen noch detaillierter ermitteln.

An24Test-3.jpg (16679 bytes)Die FS2000 An-24
Die FS98 An-24 war bereits ein hervorragendes Modell und die Qualität wurde auch bei der Erweiterung für den FS2000 beibehalten. Das Flugzeug ist mit allem ausgestattet, was zu einem zwischenzeitlich hochwertigem Flusi Flugzeug gehört. Hier nenne ich z.B. Moving Parts für Fahrwerk, Klappen, sämtlichen Rudern, Landescheinwerfer und beleuchtete Kabinenfenster. Immer noch selten in der Flusi Welt ist das bewegliche Bugrad was bei der An-24 realisiert wurde. Alle Teile des Modells sind sehr gut gestaltet. Die Räder wirken rund und sind nicht zu dünn und der gesamte Flugzeugkorpus besitzt nicht mehr den vom alten Flightshop her bekannten sechseckigen Rumpf. Eigentlich sind fast gar keine Ecken und Kanten mehr zu erkennen. Kurz gesagt, es macht einfach Freude sie auch einmal von außen zu betrachten. Das Einzige was mir nicht gefällt sind die transparenten Cockpitfenster, wie sie immer mehr in Mode kommen. Betrachtet man das Flugzeug etwas von oben, sieht man durch die Fenster den Boden der Szenerie. Aber das ist reine Geschmacksache und andere lieben diesen freien Blick. Vergleicht man nun die Vorschaubilder, bin ich überzeugt, dass es sich bei dem zur Verfügung gestellten Modell erst um eine Vorversion handelt. Bei diesen Bildern erkennt man eine genauere Cockpitgestaltung mit Pilot und Copilot und da dies bei dem Modell noch fehlt wird es sicherlich noch einmal ein Update geben. Und wenn nicht, die An-24 sieht trotzdem äußerst gelungen aus.

An24Test-5.jpg (68987 bytes)Das Panel
Nachdem nun das erste Update (Bugfix) erschienen ist, ist das Panel der englischen Version ebenfalls voll funktionsfähig und wird fehlerfrei wiedergegeben. Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich um die überarbeitete Version des bereits für den FS98 angebotenen An-26 Panels. Man erkennt das auch, wenn man einen Blick in die Panel.cfg wirft, die noch das Layout des FS98 besitzt. Leider hat sich hier ein Schritt zurück ergeben, da die Ausstattung der FS98 Version etwas reichhaltiger war (z.B. Wetterradar oder weitere Warnanzeigen). Dies liegt sicherlich daran, dass zur Zeit noch nicht alle Gauges des FS98 vollständig im FS2000 verwendbar sind und Microsoft erst heute SDK veröffentlicht hat. Ich bin mir aber sicher, dass es nicht lange dauern wird bis das Panel mindestens die gleiche Ausstattung wie in der Vorgängerversion besitzt. Nimmt man das oben bereits erwähnte Operating Manual zur Hand, fällt einem auf, dass der hierin beschriebene Autopilot fehlt. Da dieser in der Anleitung recht genau beschrieben ist, bestärkt mich das wieder in der Annahme, dass es sich bei dem Set noch um eine Vorversion handelt. Ich betrachte im Folgenden die derzeit fertige Version.

An24Test-6.jpg (24422 bytes)Der erste Eindruck des Panels ist hervorragend. Man hat sofort das "drin sein" Gefühl und der Pilot sitzt an der richtigen Stelle. Die Grafik des Panelbitmaps lässt keine Wünsche offen und sämtliche gezeichneten Elemete wirken realistisch und dreidimensional. Verglichen mit einem Foto des realen An-24 Cockpits sind alle Instrumente an der richtigen Stelle platziert. Leider sind Airspeed, Vertical Speed und Altimeter nicht metrisch wie im realen Modell. Da aber das Operating Manual metrische Instrumente beschreibt, bin ich mir auch hier eines Updates zur endgültigen Version sicher. Grund hierfür ist sicherlich wieder die Inkompatibilität zum FS98, was ich bei den von mir eingesetzten metrischen Gauges in meinen russischen Panels leider auch feststellen musste. Dem Einen oder Anderen wird die Funktionsweise des künstlichen Horizontes aufgefallen sein. Dies ist kein Fehler sondern spiegelt genau das Original wieder. Bei allen russische Attitudes bewegt sich der Horizont nur vertical, während die Horizontnadel den Neigungswinkel in Querrichtung angibt.

Flugeigenschaften der An-24
Um die Weight and Balance Veränderungen am Besten testen zu können, unternahm ich die selbe Vorgehensweise wie bereits bei meinem Fly Test. Bei meinem ersten Start verteilte ich die Zuladung vollständig links vorn, womit der Schwerpunkt komplett aus der Mitte verschoben wurde. Bereits nach einigen Metern zog die Maschine nach links ab und ich musste mit dem Seitenruder gegensteuern. Zum Vergleichen belud ich beim zweiten Start die Maschine korrekt. Hier war keinerlei Ausbrechen der An-24 festzustellen. Bei zwei weiteren Versuchen untersuchte ich die Startstrecke mit unterschiedlicher Beladung. Tatsächlich kommt die An-24 mit weniger Gewicht schneller auf Touren, womit sich die Startstrecke verkürzt. Ohne Passagiere und Zuladung bemerkt man im Steigflug auch geringfügig den nach vorne gewanderten Schwerpunkt. Die Nase drückt stärker nach unten, was durch Trimmen ausgeglichen werden muss. Trotzdem kam es bei keinem Versuch zu einem Strömungsabriss.

Das generelle Flugverhalten der An-24 ist einwandfrei. Hier macht Handarbeit ohne Autopilot wieder richtig Spaß, da sich die Mschine sehr schön austrimmen lässt, ein gutmütiges Flugverhalten besitzt und auch im Landeanflug und bei der Landung sauber zu steuern ist. In vielen Köpfen herrscht immer noch die Meinung vor, dass russische Flugzeuge nur schwer zu bändigen sind. Dies ist falsch. Gerade Modelle wie die An-24, Yak-40 und Yak-42, aber auch größere Maschinen wie IL-86 und IL-96 genießen sogar den Ruf eines besonders gutmütigen Verhaltens. Valentin hat diese Eigenschaften unter Zuhilfenahme eines realen An-26 Piloten hervorragend umgesetzt.

Zusammenfassung
Auch wenn ich in verschiedenen Bereichen darauf hingewiesen habe, dass es sich hierbei um eine Vorabversion handelt, lohnt der Download dieses Sets auf jeden Fall. Hier wurde umgesetzt, was der FS2000 zu bieten hat. Als richtungsweisend betrachte ich das kleine Programm zur Manipulation der Gewichtsverteilung und zur Regelung der Zuladung von Gepäck und Passagieren. Hier wurde von einem Freeware Designer Fly's Vorsprung zunichte gemacht. Wäre dieses Paket ein Payware Paket, wäre mein Schluss-Satz wohl gewesen, dass sich die Anschaffung auf jeden Fall lohnt. So kann ich abschließend nur sagen: "selbst schuld wer es sicht entgehen lässt".

Matthias Lieberecht
Lieberecht@cw-net.de 
15.Februar 2000
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