Anzeigen: sales@simflight.de


DM19.95

simFlight.de > FS Test

Austria Professional
von Flightware, Österreich
getestet von Matthias Lieberecht

Der Skandal um Papa Tango ist zwischenzeitlich sicherlich bis zum letzten Flightsimmer durchgedrungen. Fast auf allen Freeware anbietenden Servern findet sich ein Bericht darüber, mit dem direkten oder indirekten Aufruf, Papa Tango zu boykottieren. Normalerweise sind sich hier Freeware Nutzer auch einig. Nicht so bei Austria Professional. Hier hört und liest man immer wieder, dass zumindest was diese Scenery betrifft der Boykott ausgesetzt wird. Ist diese Scenery wirklich so gut, dass sich das lohnt?

austria1.jpg (34187 bytes)Normalerweise wäre ich jetzt dabei, den zweiten Teil des FLY Reviews fertig zu stellen. Als ich dann aber Austria Professional im Briefkasten hatte, disponierte ich erst einmal um. Leider bestand diese Testversion nur aus einer CD ohne Dokumentation und Verpackung. Dies ist ungewöhnlich und ich kann daher nicht sagen, wie gut oder schlecht das Handbuch ist. Ebenso wenig, ob eventuell Anflugkarten zum Lieferumfang gehören. Aber sei's drum - getestet wird trotzdem.

austria2.jpg (53710 bytes)Installation und Speicherbedarf

Die Installation erfolgt direkt nach dem Einlegen der CD (zumindest wenn der Autostart nicht deaktiviert wurde). Nachdem man die Regist.-Nr. eingegeben hat, kann man festlegen, in welches Verzeichnis Austria installiert werden soll. Die gesamte Installationsroutine läuft dann automatisch ab. Zusätzlich zu den Scenery Dateien werden zwei Flugzeuge installiert. Dabei handelt es sich um die Pilatus PC-6B Turbo Porter, wovon eine in den Farben der Australian Army ist (nicht Austrian!). Die Flugzeuge nehmen mit Panel (ohne Gauges) ca. 6MB in Anspruch. Die Scenery Dateien benötigen 213MB.

Die Flugzeuge

Eigentlich handelt es sich bei den beiden PC-6 Flugzeugen um gleiche Modelle. Nicht so hier. Die Australien Army Version steht sauber auf dem Boden und hat einen Sound. Die "Blaue Liesl", so heißt das zweite Modell, schwebt einige Fuß über der Landebahn und schweigt trotz laufendem Motor. Beide Ordner sind allerdings mit den selben Soundfiles gefüllt. Eine Untersuchung des Airfiles brachte an den Tag, dass eben diese 'Liesl' als Prop-Version ausgelegt ist und ein Jet-Soundfile besitzt. Die Militärvariante hat ein korrektes Jet-Airfile. Somit funktioniert der Sound nur hier. Da die Flugzeuge aber eher als Beigabe zu sehen sind, überspringe ich weitere Details und widme mich nun der Scenery, die ich mit einer Piper Pa-28 und einem Gulfstream erkundete.

austria3.jpg (35782 bytes)Die Scenery

Für mich ist es ein wichtiges Merkmal, wie kompatibel eine neue Scenery zu den europäischen Standardszenerien, wie z.B. Europe 1 ist. Um dies zu testen, begab ich mich zum Start meiner Route auf den Münchner Flughafen. Hier kam die erste Überraschung. Statt des erwarteten German Airports München, stand ich wieder auf dem lieblosen Europe 1 Platz. Über den FSNavigator stellte ich fest, dass Austria hier Änderungen vornimmt und verschiedene Dateien darüber installiert. Nachdem ich GAP 1 im Layer höher setzte stand ich endlich auf dem korrekten Flughafen, den ich zuvor erwartete. Beim Rollen kam aber die zweite Überraschung. Die Scenery zog extreme Schlieren. Ein Navigieren auf dem Platz war nicht mehr möglich. Um den Fehler ausfindig zu machen, schaltete ich alle umliegenden Szenerien ab. Erst als ich Austria ausschaltete war das Manko beseitigt. Also wechselte ich nach Augsburg. Hier nahm Austria zwar ebenfalls Änderungen vor, das Zusammenspiel mit GAP 1 funktioniert aber.

innsbr-1.jpg (45490 bytes)Nach Innsbruck

Mein erster Zielflughafen sollte nun Innsbruck werden. Ich plante den Flug mit der Piper über Eurach und Rattenberg ohne ILS Landung. Kurze Zeit nach dem Start sah ich das Alpenpanorama. Dabei bauen sich die Erhebungen majestätisch vor einem auf und man bekommt den ersten positiven Eindruck. Die Bilder gleichen dabei fast schon Fotos. Als ich den Ammersee passierte, stellte ich fest, dass Austria einen grauen Ton für die Darstellung der Gewässer verwendet. Sieht nicht unbedingt schön aus, man kann aber damit leben. Was mich allerdings stört ist, dass ich den VOR Eurach immer noch nicht empfange. Erst 5Nm vor der Station bekomme ich das VOR rein. Der FSNavigator zeigt mir eine Range von 4Nm für dieses VOR an. Gut, ein VOR welches schon etwas von Hügeln umgeben ist empfängt man schlechter. Aber 5Nm erscheint mir dennoch zu wenig. Bei Rattenberg sind die Erhebungen schon reichlich und ich muss feststellen, dass die Berge grandios getroffen sind. Kein Vergleich zum Europe 1 Alpenpanorama. innsbr-3.jpg (32588 bytes) Alle Previews, die ich bisher sah scheinen korrekt zu sein. Ein Pumpen der Scenery tritt zu keinem Zeitpunkt auf und es scheint, als ob wirklich jede Unebenheit des Bodens nachgebildet wurde. Nach dem NDB Rattenberg beginne ich den Sinkflug. Kurz vor dem Innsbrucker Flughafen vergleiche ich die Scenery noch einmal mit Karten und Fotos. Es stimmt jedes Detail. Leider musste ich in Innsbruck feststellen, dass diese Liebe zum Detail nur der Landschaft galt. Die Flughafengebäude sind nur an der Vorderseite texturiert. Man kann sogar soweit gehen und sie mit dem Europe 1 Flughafen vergleichen (hier hatten die Gebäude allerdings noch seitliche Fenster!). Nein, so schön die umliegenden Alpen auch sind - der Flughafen bereitet keine Freude.

innsbr-2.jpg (32088 bytes)

Reutte und andere kleine Plätze

Nach Innsbruck begab ich mich auf den Weg nach Reutte. Dabei handelt es sich um eine der vielen kleineren Graspisten. Mit Europe 1 war es noch recht einfach sich durch die Täler zu bewegen. Bei Austria ist mehr erforderlich, da sich die Täler realistisch verengen und an einem Steilhang enden können, was in der Realität bereits oft zu tödlichen Unfällen führte. Wenn man sich erst einmal an die schwarzen Flüsse gewöhnt hat, ist die Scenery hervorragend für VFR Flüge geeignet. Damit lassen sich dann solche Missgeschicke gezielt durch Studieren von Landkarten vermeiden. Leider fand ich in Reutte nur eine Graspiste - sonst nichts. Um nicht alle kleinen Plätze beschreiben zu müssen fasse ich das hier zusammen. Sie sind fast alle gleich und bestehen nur aus der Piste oder Landebahn. Ausnahmen mit einem vorne texturierten Klotz (manchmal auch zu einem Haus geformt) gibt es, sind aber in der Minderheit.

samedan.jpg (38786 bytes)Samedan - Kompatibilität zu Italien

Von Reutte aus begab ich mich Richtung Inntal, das ich, nach Vorbeiflug der Lechtaler Alpen, von Landeck aus bis nach Samedan durchfliegen wollte. Samedan war mir deshalb wichtig, um zu sehen, wie sich Austria mit diversen Italien Szenerien verhält. Das Inntal zu durchfliegen war wieder ein wahre Freude, die aber einige Meilen vor Samedan jäh gestört wurde. Hier kamen die ersten Alpenberge von Francesco Mandell's genialer Norditalien Scenery durch. Sie pflanzten sich einige Fuss vor meinem Fenster fest und zerstörten so den schönen Ausblick auf Austria. Also wechselte ich Norditalien mit einer anderen Italien Scenery, die ich noch installiert hatte. Leider selbes Ergebnis. Auch mit der Demoversion von Italy98, die mit MadDog ausgeliefert wird, sieht es gleich aus.

salzbrg1.jpg (41046 bytes)Salzburg und Graz

Die nächsten beiden Flughäfen meiner Besucherliste waren Salzburg und Graz. Bei beiden zeigte sich jedoch nichts anderes als in Innsbruck. Sehr schöne Landschaft aber nur ungenügende Flughafengebäude. Fast alle davon wieder nur an der Vorderseite texturiert. Wenigstens weist Salzburg aber ein paar Häuser der Stadt auf. Für einen Rundflug lohnen sie sich aber nicht. Vegetation habe ich übrigens bisher noch nirgendwo gesehen.

salzbrg2.jpg (26957 bytes)

salzbrg3.jpg (32328 bytes)

Klagenfurt - Kompatibilität mit Slowenien

klagfurt.jpg (28628 bytes)Nicht anders als bei den anderen größeren Flughäfen sieht es in Klagenfurt aus. Dennoch steuerte ich diesen Flughafen an, um die Kompatibilität mit Joze Kuznik's schöner Slowenien Scenery zu testen. In Klagenfurt gab es noch keine Probleme. Diese kamen aber, je näher ich mich in slowenisches Gebiet vorwagte. Kurz vor Ljubljana kam dann das Chaos. Die Austrian Scenery hörte wie ein Schnitt durch einen Kuchen auf. Berge waren durchlöchert und Kirchen flogen über(!) mir vorbei. Die Ladebahn des Ljubljanaer Flughafens war vollständig verschwunden. Also wieder nicht kompatibel zu einer weiteren Scenery. Als ich Slowenien im Layer höher setzte als Austria funktionierte es zwar, wenn auch das Grenzgebiet immer noch unmöglich aussieht.

rand.jpg (35489 bytes)

Tip zur Steigerung der Kompatibilität

Es scheint so zu sein, als müssten alle umliegenden Szenerien im Layer höher sein als Austria. Dadurch treten zwar in den Grenzgebieten sehr unschöne Bilder auf (aber besser als anders herum), fliegende Kirchen, Landebahnen und Klassenzimmer (sorry, das war ein Film) werden aber vermieden. Ebenso sind dann wenigstens Landungen auf Flughäfen angrenzender Szenerien möglich.

wien-1.jpg (30679 bytes)Von Wien bis Linz und zurück nach Augsburg

Der Wiener Flughafen ist der einzige, der etwas detaillierter ausgefallen ist. Hier gibt es etwas Vegetation, Gebäude und genauer dargestellte Flughafengebäude. Ebenso Fluggastbrücken, die aber nicht mit Stopsigns versehen sind. Die umliegende Landschaft ist auch hier sehr korrekt und schön dargestellt. Das gilt auch für den Weiterflug zur Industriestadt Linz. Was bedeutet, dass VFR Fluege bei Austria nicht nur im Gebirge, sondern auch im Flachland möglich sind. Man hat bei den Texturen niemals den Eindruck, als würden sie sich wie ein Teppich wiederholen. In Linz wurde der Tower sehr schoen nachgebildet. Wenn der Designer diesen Wert auch auf andere Objekte gelegt hätte, gäbe es an wien-2.jpg (38802 bytes) Austria Professional wesentlich weniger auszusetzen. Den Rückflug plane ich noch einmal nach München. Ich möchte hier sicher gehen, dass es wirklich stimmt und Austria nicht mit GAP München kompatibel ist. Leider stimmt es. Sobald München sichtbar wird, verreibt es vor meinen Augen. Eine Landung ist nicht möglich, somit weiche ich wieder nach Augsburg aus.

linz.jpg (31973 bytes)

Zusammenfassung

Austria Professional ist eine sehr schön gemachte Landschaftsszenerie, die sehr gut für VFR Fluege geeignet ist. Meiner Meinung nach hätten die Designer aber etwas mehr Wert auf die Gestaltung der Flughäfen legen können. Ich glaube, eine weitere Terminverschiebung hätte man ihm sicher verziehen. Noch bitterer ist es aber, dass Austria nicht mit GAP München und allen anderen umliegenden Gebieten voll kompatibel ist. Sicher, man kann nicht alle Gebiete testen und eine eierlegende Wollmilchsau auf den Markt bringen. Dennoch schmerzt es, da ich auch nicht zu den Simmern gehöre, die ständig Szenerien während eines Fluges ab- und anschalten wollen. Bei aller Schimpferei darf man aber nicht vergessen, was für eine Arbeit und Zeit in der vorliegenden Alpendarstellung liegt, die sicher ihresgleichen sucht. Jeder der sich für die Scenery interessiert sollte genau wissen, welche Gewichtung er der Scenery, den Texturen, der Kompatibilität und den Flughäfen gibt. Sonst kann es passieren, dass er mit dieser doch recht guten Landschaftsdarstellung enttäuscht wird.

Matthias Lieberecht
Lieberecht@cw-net.de 
22.Oktober 1999

Gegendarstellung von Aurel Jentsch, Flightware for Professionals, zum Austria Professional Test: hier klicken
(wir weisen darauf hin das wir zu dieser Gegendarstellung im Sinne des Pressegesetzes verpflichtet sind)

inntal.jpg (40564 bytes) graz.jpg (28464 bytes)

VORTEILE NACHTEILE
  • hervorragende Alpendarstellung
  • sehr gute Texturen
  • VFR Fluege problemlos möglich
  • große Auswahl österreichischer Flugplätze
  • VOR Reichweiten zum Teil viel zu kurz 
  • Flughäfen
  • Kompatibilität mit angrenzenden Szenerien
  •  keine Wintertexturen
  • PC-6 "Blaue Liesl" fehlerhaft

 INFORMATION

  • HERSTELLUNG: Flightware for Professionals

  • HERAUSGEBER
    Deutschland: Aerosoft
    Welt: Papa Tango

  • HOMEPAGE

  • PREIS: DM99.95

  • HIER BESTELLEN

 

FS's Yahoo...

Copyright © Miguel Blaufuks 1997-2000. All rights reserved.
Read our privacy guidelines.

Online Media Kit