Abacus
Custom Panel Designer
getestet von Mathias Lieberecht
Bisher verwendete ich eigentlich nur den MS Editor und ein paar
Freeware Tools zum Erstellen meiner Panels. Vor geraumer Zeit bekam ich
das Angebot ein Payware Produkt aus dem Hause Abacus, den Custom Panel
Designer zu begutachten. Da das Gestalten von Panels eine Leidenschaft von
mir ist, lehnte ich natürlich nicht ab.
Lieferumfang
Geliefert wird das Programm mit der CD und einem englischen Handbuch.
Die Online Hilfe ist allerdings in deutsch und entspricht im Weitesten der
gedruckten Ausgabe. Die CD beinhaltet noch einen besonderen Leckerbissen.
Hierauf befinden sich noch zusätzlich 136 Gauges, wovon die meisten der
HGHB-Gauge-Schmiede entspringen. Einige dieser HGHB Gauges kennt man
bereits vom Freeware Markt, andere wiederum sind neu. Durchweg sind aber
alle mitgelieferten Gauges in einer hervorragenden Qualität. Man sollte
aber nicht vergessen, daß auch diese Gauges dem Copyright unterliegen.
Das bedeutet, daß sie nur nach vorheriger Genehmigung in Panels, die im
Web oder kommerziell vertrieben werden sollen, verwendet werden dürfen.
Als Ansprechpartner wird hierfür im Handbuch Aerosoft genannt. Für den
rein privaten Gebrauch gilt diese Beschränkung natürlich nicht.
Programm
einrichten
Bevor man nun richtig loslegt, sollte man zuerst das Setup- und
Registrierprogramm starten. Hiermit läßt sich der Registrierungscode
eingeben und die mitgelieferten Gauges installieren. Ohne Codeeingabe
läuft das Programm nur mit einer eingeschränkten Anzahl von Gauges.
Damit ist aber das Einrichten des Programmes noch nicht ganz beendet.
Bevor man letztendlich mit dem Plazieren der Gauges beginnt, sind in den
Paneldesigner Einstellungen noch der FS98, Combat Flightsimulator (wenn
vorhanden) und Zeichenprogrammpfad einzugeben. Der Pfad für die Gauges
wird dadurch automatisch erkannt.
Der Paneldesigner bietet danach die Möglichkeit, des Flusi, Combat
Simulator oder ein Malprogramm entweder über das Menü oder einen Button
zu starten. Bei dem Malprogramm spielt es keine Rolle um welches es sich
handelt. Wichtig ist nur, dass es sich um ein Bitmap Programm wie z.B.
Paint, Paintshop Pro, oder ähnliches handelt.
Jetzt
geht's los
Über das Menü "Instrumentenbrett öffnen" zeigt der CPD
eine Liste der installierten Flugzeuge an. Die Bezeichnungen werden dabei
der jeweiligen Aircraft.cfg entnommen, womit man die selben Bezeichnungen
wie im Flusi Aircraft Menü vorfindet. Mit "Neu" kann auch ein
vollständig neues Instrumentenbrett angelegt werden. Dabei wird
allerdings die Liste der Flugzeugordner angezeigt, was nicht ganz so
komfortabel ist wie beim Öffnen.
Aus Gewohnheit ging ich bei diesem Bericht folgendermaßen vor. Das
Panelbitmap war bereits gezeichnet und im entsprechenden Flugzeug
Panelordner gespeichert. Ebenso vergab ich in der Panel.cfg bereits den
Dateinamen des Bitmaps und die von mir gewünschte Größe. Instrumente
versah ich noch nicht. Schließlich soll diese Aufgabe der Paneldesigner
übernehmen. Generell können diese Vorarbeiten aber auch mit dem CPD
über "Neu" ausgeführt werden. Wähle ich nun das entsprechende
Panel aus, zeigt mir CPD das Bitmap ohne Gauges an. Dabei ist das Bild
zunächst dem sichtbaren Fensterbereich angepasst und sieht somit etwas
plattgedrückt aus. Deaktiviert man aber "Panel an Fenster
anpassen" sieht das Ganze schon anders aus.
Platzieren
eines Gauges
Mit "Instrument einbauen" öffnet sich ein Menü in dem alle
installierten Gauges angezeigt werden. Dabei merkt sich der CPD jeweils
das zuletzt angewählte Instrument und springt an diese Stelle. Bestätigt
man nun seine Auswahl findet man das entsprechende Gauge am oberen linken
Fensterrand innerhalb des Panels. Sehen tut man es allerdings nur, wenn
zuvor mindestens "Rechtecke anzeigen" angewählt wurde. Dann
werden alle eingebauten Instrumente mit einem Rechteck umrandet. Das
jeweils aktive Gauge wird durch ein rotes Rechteck angezeigt. Daneben
bietet der CPD noch "Instrumentenbitmaps anzeigen" und
"Instrumentenbitmaps transparent anzeigen". Letzteres ist
äußerst sinnvoll für das genaue Plazieren, sowie der Größenanpassung
des Gauges. Angezeigt wird aber nur das erste Bitmap des Gauges. Ist
dieses bereits transparent erstellt, findet man nur den Rahmen. Der CPD
erkennt übrigens ein bereits installiertes Gauge und läßt es nicht zu,
dieses noch einmal einzubauen. Dies ist auch gut so, da der Flusi doppelte
Gauges nicht akzeptiert.
Über den oberen linken Fangpunkt des Gauges, läßt es sich mit der
Maus verschieben. Der untere rechte Fangpunkt dient zur
Größenveränderung, welche ebenfalls mit der Maus ausgeführt werden
kann.
Schaltet
man "Panel an Fenster anpassen" aus, lassen sich einzelne
Bereiche des Panels frei vergrößern. Hierzu steht wie in einem
Zeichenprogramm eine Lupe zur Verfügung. Für das genaue Plazieren sollte
man die Bitmap-Anzeige einschalten. Idealerweise die transparente Anzeige.
Aber Achtung, scrollt man bei einem vergrößerten Bereich durch das
Panel, kann es vorkommen, daß das Programm abstützt. Hier hat sich das
Ausschalten der Gauge-Anzeige bewährt. Sobald man da ist wo man hin will,
kann man die Bitmaps wieder anzeigen lassen. Dann passiert nichts.
Man sollte allerdings zur Sicherheit seine Arbeit regelmäßig speichern.
Jede Änderung der Gauges wird dann direkt in die Panel.cfg übernommen
und man kann sein Werk im Flusi begutachten.
Bei der Platzierung von Gauges innerhalb eines, im Panelbitmap
gezeichneten Gehäuses, machte ich noch eine interessante Feststellung.
Der obere Startpunkt des Gauges liegt im CPD um etwa zwei Punkte tiefer
als im Flusi, d.h. das Gauge sollte im CPD stets um diesen Bereich tiefer
gesetzt werden. Sobald man das erkannt hat, ist die weitere Platzierung
problemlos möglich.
Einen Nachteil sehe ich allerdings in der beschränkten Anzahl an
einzubauenden Gauges. Zur Zeit ist bei mir bei 64 eingebauten Gauges Schluss.
Der CPD bemerkt hierzu nett: "Es sind bereits 64 Gauges
eingebaut". Ich versuchte einmal diese Grenze zu brechen, was auch
funktionierte. Allerdings wird das Gauge nach dem Deaktivieren nicht mehr
angezeigt, eingebaut bleibt es aber.
Was
kann der CPD sonst noch
Neben dem Einbau von Gauges versteht sich der CPD auch an das Anpassen
des Flightsim Default View. Dies ist der Bereich und die Größe des
Fensters indem die übrige Welt außerhalb des Cockpits angezeigt wird. Da
Microsoft diese Größe in sogenannten Twips angibt, war es für
Panel-Hersteller bisher fast unmöglich, diese Fenstergröße und Position
sauber anzugeben. Der CPD hat hierzu ein eigenes Menü, indem per
Schieberegler das Fenster genau angepaßt werden kann.
Ein weiteres Plus ist das Erstellen der Farbpalette. Generell
unterstützt der Flusi nur 32 Farben für Panels. Selbstverständlich kann
ein Panelbitmap auch vollständig 256 Farben enthalten, die Restlichen
werden aber stets verfälscht wieder gegeben. Mit der Funktion
"Farbpalette erstellen" werden die 32 häufigst verwendeten
Farben direkt aus dem Panelbitmap gezogen und in der Panel.cfg verankert.
Dies sorgt für eine wesentlich bessere Darstellung des Panels.
Als absolutes Highlight sehe ich die Funktion "Dateien
zusammenstellen". Hierüber sucht der CPD alle benötigten Bitmaps
und Gauges und stellt diese in einem frei wählbaren Verzeichnis zusammen.
Wer schon einmal verwendete Gauges nur mit der Panel.cfg gesucht hat,
weiß was für eine Zeit- und Arbeitsersparnis das ist.
Was
der CPD nicht kann
Leider fehlen dem CPD zur Zeit noch sämtliche Funktionen zum
Manipulieren der Gauges. Es können also keine Gaugebitmaps extrahiert und
importiert, oder Readouts, also Zahlen- und Textanzeigen der Gauges
verändert werden. Es lassen sich somit nur bestehende Gauges einbauen,
nicht verändern oder neu gestalten.
Was bringt die Zukunft
Ein besonderer Pluspunkt dieses Programms ist, daß daran
weitergearbeitet wird. Nicht selten kommen Produkte, auch Flusi Addons auf
den Markt und auf ein Update wartet man vergeblich. Sicher ist, daß der
nächste Paneldesigner den FS2000 unterstützt und noch ein paar weitere
Zusätze enthalten soll.
Zusammenfassung
Mir persönlich gefällt der Paneldesigner, auch wenn ich, aufgrund der
Punkte vom Absatz "Was der CPD nicht kann", trotzdem noch auf
Freeware Tools zurückgreifen muß. Das Programm bietet die Möglichkeit
schnell und sicher Gauges zu platzieren. Am Besten gefallen mir die
Zusatzmöglichkeiten zum Einstellen der Default View und das
abschließende Zusammenstellen der erforderlichen Dateien, womit ich sonst
jedes Mal eine unheimlich lange Zeit beschäftigt war. Für einen
Panelhersteller ist die Anschaffung allemal eine Überlegung wert. Wer
dies noch nicht ist, könnte es mit diesem Programm werden, da keinerlei
Vorkenntnisse über die Panelstruktur erforderlich sind.
Matthias Lieberecht
Lieberecht@cw-net.de
30.Dezember 1999