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DM19.95

simFlight.de > FS Test

Flight Sim Yoke USBCH Flight Sim Yoke PC
von Ulrich Löhl

Mit diesem Testergebnis bin ich eigentlich gar nicht zufrieden, aber Tatsache bleibt Tatsache. Ich werde also in diesem Sinne sachlich bleiben und auch kein abschließendes Urteil fällen. Dieses Urteil zum Produkt soll bitteschön jeder Simmer für sich selbst finden.

Der Inhalt des Kartons enthielt eine CD, ein gefaltetes DIN-A4-Blatt als Installationsanweisung, die Kunststoffhalter, und letztendlich den CH Joystick.

Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass der Joystick in der Schiebefunktion hängen blieb und dass er nicht von alleine in die Nullstellung zurückging. Die Drehbewegung funktionierte dagegen einwandfrei.  Somit packte ich ihn gleich wieder ein, um mir einen neuen CH zukommen zu lassen.

Als dieser dann eintraf, hatte er die gleichen Mängel.

Das Produkt ist gänzlich aus schwarzem Kunststoff gefertigt, ein angenehmes Griffgefühl stellt sich hierdurch nicht ein. Fettige Finger sollte man nicht haben, es wird sonst zu einer schmierigen Angelegenheit.

Die Knöpfe für die linke Hand sind gut zugänglich und bedürfen keiner Verrenkung der Fingerglieder. Auf der rechten Seite muß man allerdings die Handstellung verändern, um mit dem Daumen an die Wippe oder das Coolie Hat zu gelangen.....na ja, vielleicht sind meine Finger auch zu lang ...

Es gibt nur ein Trimmrad an der Gehäusevorderseite. Die Halter sind ebenfalls aus Kunststoff und relativ kurz, diese werden von unten in den Joystick eingeschraubt. Allerdings konnte ich dieses Produkt nur mit Unterlegeplatten am Schreibtisch befestigen, da sich die Halter nicht weit genug anziehen lassen.

Bei einer Tischplatte, die weniger als 2,5 cm in der Stärke misst, müssen irgendwelche Holzkeile untergelegt werden, ansonsten bekommt man ihn nicht am Tisch befestigt.

Auf den Tisch kann man ihn auch nicht stellen, da das Kunststoffrohr des Griffes ansonsten auf die Tischplatte stößt. Auch würde man den Joystick nur hin und her schieben ... Er muss also irgendwie befestigt werden.

Nachdem ich das nun mit Trickserei bewerkstelligt hatte, stellte ich wiederum fest, das sich das ganze Gehäuse mitbewegt, wenn man den Griff nach vorn oder hinten schiebt.

Die Halter vermittelten mir das Gefühl ... gleich abzubrechen!

Ok, kommen wir zur Installation:

Das Heft, nein, ich meine das Blättchen mit der Installationsanweisung war in meiner Verpackung nur in Englisch, also nichts für nur der deutschen Sprache Mächtige. Hierin wird nur auf die Installation unter Windows und im DOS-Modus sowie auf ein paar allgemeine Fehlermeldungen eingegangen. Die Anweisung enthält nichts über die Kompatibilität mit anderen Produkten, nichts über die Konfiguration im einzelnen, nichts über die Schalterbelegung oder deren eventueller Problemlösung.

Nach dem Autostart - sofern man Ihn denn eingeschaltet hat - öffnet sich ein altes Windows3.1-Fenster, dort klickt man auf Setup.

Eine Auswahlmöglichkeit für Laufwerke oder Verzeichnisse besteht nicht, es wird alles nach C:\Windows\... etc. kopiert und installiert. Fertig aus!

Im Programmordner findet man dann unter "CH Products" die einzelnen Test- und Konfigurationsprogramme, einmal für DOS und einmal für Windows. Das Installationsprogramm erkennt aber wenigstens, ob es sich um Windows 95 oder 98 handelt.

Das Windows-Testprogramm sieht dann folgendermaßen aus:

wintest.jpg (58584 bytes)

Nicht sehr berauschend, wie ich finde. Hier stellte ich fest, daß die Schalter nicht alle funktionieren.

Als nächstes kalibrierte ich den Joystick, dies brachte aber für die Schalterfunktionen keinen Erfolg. Somit hatte ich einen Joystick, bei dem nicht alle Schalter funktionieren. Ich habe nach erfolgloser Suche über eine Hilfedatei oder etwas ähnliches dann aufgegeben.

Unter DOS öffnet sich ebenfalls ein Fenster, dort kann der Joystick ebenfalls getestet und kalibriert werden, aber auch hier keine Schalterfunktionen. Das Coolie Hat funktionierte aber wenigstens.

dossheet.jpg (69873 bytes)

Beim Schließen des DOS-Fenster erscheint eine Fehlermeldung, daß alle gespeicherten Daten verloren gehen. Tja, wenn das wahr sein sollte, hat man hier umsonst justiert und getestet. Aber wahrscheinlich muß das Programm aus der DOS-Ebene gestartet werden.

Ich habe das nicht weiter verfolgt, da ich keine DOS-Spiele auf meinem Windows98-Rechner anwende.

Besser ist es auf jeden Fall, den Joystick über das Setup-Programm der Windows-Einstellungen zu testen und zu kalibrieren, dort kann man genau sehen ob etwas funktioniert oder nicht, zudem ist es auch einfacher zu handhaben.

Auf der CD befinden sich dann noch jede Menge Demo-Programme. Aber nichts wirklich Neues.

Ok, dann zum FS98:

Hier entpuppte sich der Joystick als überempfindlich, kleine Steuerbewegungen bewirken im FS Steig- oder Sinkraten, die schon unheimlich werden. Das gleiche trifft auch für die Kurvenlage zu. Für Kunstflug mag dieses Verhalten von Vorteil sein, aber für Jets nicht mehr. Man kann dann die Empfindlichkeit im FS etwas reduzieren, aber auch hier bringt das nicht viel Besserung. Zudem muss man auch ständig den Nullpunkt korrigieren, weil der Stick nicht von alleine in die Nullstellung zurückgeht.

Schauen wir uns das Innenleben doch einmal genauer an:

Auch hier gilt: "Die Welt besteht aus Kunststoff", abgesehen von den Zugfedern.

Aber es sind nur zwei Zugfedern, diese sollen gleichzeitig für die Dreh- und die Schiebebewegung zuständig sein, was zur Folge hat, daß auf die Schiebemechanik fast keine Federkraft ausgeübt wird. Hier sollte man doch besser noch zwei Federn für je einen Groschen hinzufügen um die Schiebefunktion in bezug auf den Nullpunkt zu unterstützen.

Der nächste Schwachpunkt ist die Übertragung der Schiebefunktion auf das Stellpoti mittels eines Kunststoffhebels. An diesem Hebelchen ist eine Kunststoffnase, die nur 1 bis 2 mm in den Mitnehmer-Ring hineinragt. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, wann dieser Pin abreißt oder verschlissen ist.

Die Stellpotis sind nicht geschraubt, sondern alle nur gesteckt, was logischerweise zu übermäßigem Spiel bei der Übertragung der Mechanik zur Elektronik führt.

Die Kunststoffteile sind fast alle mit Gussgraten behaftet, die zum Klemmen in der Mechanik führen. Ich habe das alles überarbeitet und nachgefettet, dadurch konnte ich die Mechanik etwas leichtgängiger machen. Aber den Nullpunkt erreicht man damit auch nicht, es fehlen einfach die zusätzlichen Federn. Die Lagerungen des Kunststoffrohres fügen einen weiteren Schwergang hinzu.

Garantie? Die erstreckt sich auf 3 Jahre ... Hoffentlich ist das kein Eigentor!

Verbesserungsvorschläge meinerseits:

Zwei weitere Zugfedern für die Schiebemechanik. Die Lagerringe des Kunststoffrohres mit Kugelkäfigen ausrüsten (gibt es schon ab 2,50 DM/Stk.), man braucht ja nur zwei.

Den Hebel für die Übertragung mit einem Metallstift oder einer Kugel-Pfanne-Verbindung ausstatten. Die Stellpotis festschrauben und nicht stecken. Und bitte alle Spritzgussgrate an den Kunststoffteilen entfernen. Die Griffe gummieren. Für den rechten Griff die Wippe auf die Seite des oberen Griffteils platzieren (daumengerecht!). Ein zweites Trimmrad hinzufügen.

Die CD ist unnötig, eine Installationsdiskette reicht völlig aus. Die Testprogramme sind ebenfalls überflüssig, da reicht das hauseigene Windows-Programm völlig aus. Und bitte nochmal checken, warum die Schalter sich nicht konfigurieren lassen. Das Blättchen austauschen gegen eine komplette und detaillierte Installationsanweisung und Hinweise zum Troubleshooting und das ganze vor nicht nur in englisch (nobody is perfect!)

So, jetzt kann sich jeder sein eigenes Urteil bilden.

Ich jedenfalls würde bei dem Vorgängermodell bleiben, das läuft mindestens 5 Jahre ohne Probleme.

Ich habe versucht, soweit wie möglich sachlich zu bleiben, was mir vielleicht nicht ganz gelungen ist. Aber mit ein bisschen Humor geht halt alles besser ... Und vielleicht hält es CH ja wie Ford ... "Die tun was."

Mit freundlichen Gruß

Euer Ulrich Löhl
fsuser@gmx.net 
30.Oktober 1999

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