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cour14.jpg (72563 bytes)Courchevel 2000
von den Reiffer Bros.

getestet von Felix Dudek

Nach der Schließung von Hongkongs Flughafen Kai Tak war bei Piloten und Luftfahrtfreunden in aller Welt erst mal Trübsal blasen angesagt. Wo sonst konnte man solche spektakulären Approaches erleben und fliegen? Dabei war Kai Tak mit seinem berühmt-berüchtigten IGS 13 noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Nicht minder aufregend ist nämlich Courchevel, der am höchsten gelegene Flugplatz Europas.

cour1.jpg (80447 bytes)Die Reiffer Brüder, sozusagen fast Urgesteine in der FS-Szene, haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, diesen außergewöhnlichen Platz nachzubilden.

Mit seiner 500 Meter kurzen und steil abfallenden Runway ist er nur was für Profis. Courchevel Airport liegt auf einem knapp 2000 Metern hohen Bergplateau in den französischen Alpen. Das hat zur Folge, dass man eigentlich wie auf einem Flugzeugträger sitzt, denn nach dem Start fällt der Berghang dramatisch ab und macht einem tiefen Tal Platz. Haut es mit dem "Anlauf" da nicht ganz hin, gibt's schöne Schweißausbrüche. Außerdem sollte man sich schon ein wenig mit der Gemischverstellung bei Props auskennen, denn durch die extreme Höhe ist bei einem Setting von unter 80 Prozent Sendepause. Ein Fehler, den man nur einmal macht.

cour2.jpg (59871 bytes)Besonders interessant wird aber die Landung. Denn die muss sauber kalkuliert sein. Durch die Höhe der umliegenden Berggipfel ist ein "straight approach" unmöglich, man hat also ganz schön zu kurbeln, bis man einigermaßen auf Landebahnkurs ist. Auf Grund der Neigung der Landebahn hat man auch am Anfang Probleme, eine saubere Landung hinzukriegen. Entweder man kommt zu schnell rein und kracht mit der Nase förmlich in den Asphalt oder man lässt die Maschine so lange aushungern, bis sie ewig über dem Boden schwebt und somit wertvoller Platz zur Landung verschenkt wird. Ich brauchte knapp 20 Versuche, bis es einigermaßen elegant aussah.

cour3.jpg (79060 bytes)Martin und Benedikt Reiffer haben es hinbekommen, diesen unüblichen Flughafen perfekt zu reproduzieren. Mit Hilfe von unzähligen Fotos und einem ehemaligen Dash-7 Kapitän der Tyrolean Airways wurde Courchevel bis ins kleinste Detail nachgebildet. Die Reiffers haben dabei besonders auf die Einhaltung der alpinen Atmosphäre geachtet. Eine etwas größere Berghütte dient als Terminal, von dessen angeschlossenem Café man gleich mal die Bergregion bewundern kann. Die aufgetragenen Texturen wirken fotorealistisch, erreichen aber nicht ganz die Klarheit der Airport 2000 Gebäude. Zu den Bergen gehören natürlich auch die Kühe, die tatsächlich als statische Objekte an den Hängen grasen. Eine Vielzahl von Bäumen "belebt" die Umgebung, nichts wirkt nackt und kahl.

cour4.jpg (42880 bytes)Apropos belebte Umgebung: was Martin und Benedikt an statischer und dynamischer Szenerie gezaubert haben, hat mich doch etwas ins Staunen gebracht. Ich musste zweimal hingucken, bis ich tatsächlich laufende Menschen erblickte. Ja, neuerdings sind nicht nur Busse und Flugzeuge zur dynamischen Szenerie zu zählen, sondern auch Personen, die auf dem Flugplatz rumspazieren. Ein neuer Weg, den die beiden Brüder da beschritten haben, der sicherlich Schule macht. Allerdings hätte ich mir das eine oder andere Flugzeug gewünscht, das über dem Airport kreist. Aber auch ohne Dynamik ist ganz schön was los. Eine Unmenge an Flugzeugen und Menschen bevölkert das Vorfeld, Kisten stehen rum, Piloten machen ihren Outside Check. Stellt man die Jahreszeit auf Winter, kommen zusätzlich noch einige Skifahrer ins Spiel. Bemerkenswert ist, dass die statischen Objekte, die ja in wahren Massen in Courchevel auftauchen, kaum einen Einfluss auf die Framerate haben. Ein Umstand, der gerade im FS2000 viel Wert ist.

cour6.jpg (52265 bytes)Besonders schön wirkt natürlich alles, wenn die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt und man im verschneiten Courchevel gelandet ist. Dann möchte man am liebsten in der Airport-Kneipe einen Grog verputzen - passt ja auch gut zur derzeitigen Witterung.

Das Dokumentationsmaterial ist ausreichend, eine HTML-Datei mit allgemeinen Infos und einer Approach/Departure Chart liegt bei. Preislich gesehen liegt Courchevel 2000 eher im oberen Mittelfeld. Knapp 15 Dollar sind beim derzeitigen Kurs auch knapp 30 Mark - für einen einzelnen Flughafen ist das etwas zu viel. Sieht man natürlich den Aufwand, relativiert sich das Ganze ein wenig, aber Bauchschmerzen habe ich immer noch. Nichtsdestotrotz habe ich den Ausflug in die Alpen richtig genossen. Courchevel ist vielleicht nicht ganz ein "Must have", aber dennoch eine Investition wert.

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Felix Dudek
felix@simflight.de 
18.Februar 2000

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