Flightboard
2000 USB
von Aerosoft
getestet von Matthias Fritschi
Steuerhörner, Force-Feedback Steuerknüppel, Gashebel und Pedale
gehören heute schon bei vielen FS-Piloten zum Standard. Allerdings lässt
die Bedienung der Fluginstrumente und Schalter per Maus bzw.
Tastaturkombinationen sehr zu wünschen übrig. In der neuesten
Version des Flightboards ist dem Hersteller ein vergleichsweise
preisgünstiger Wurf gelungen, der diesen Missstand der
Vergangenheit angehören lässt.
Ich war schon sehr gespannt, als ich das Angebot bekam, dass FlightBoard2000
USB zu testen. Fliegen ganz ohne die Tastatur zu benutzen, d.h. der
Realität noch näher kommen, mit dieser Einstellung machte ich mich
daran, Testflüge mit dem FlightBoard 2000 USB zu machen.
Einen soliden Eindruck macht das etwa der Größe eines DIN A4
Blattes entsprechende Kunststoffgehäuse des FlightBoard2000 USB.
Problemlos verlief die Installation am USB Port des Rechners. Das FlightBoard
wird mit einem rund zwei Meter langen USB Kabel geliefert. Nach der
Installation der Treiber, welche auf zwei Disketten geliefert
werden, erstellt das Setup Programm drei Programmsymbole zur
Verfügung, mit welchem
a) das FlightBoard aktiviert werden kann
b) die FS Version ausgesucht werden kann
c) ein sog. Matrix Editor gestartet werden kann, mit welchem man die
Tastenbelegung des FlightBoard2000USB ändern kann
Das FlightBoard besitzt eine Folientastatur mit 128 Tasten die Englisch
beschriftet und ausreichend groß sind sowie prompt auf jeden Druck
reagieren. Durch den Anschluss am USB Port können vorhandene
Flightsticks, Gashebel und Pedale, welche am Gameport des Rechners
installiert sind, gemeinsam mit dem FlightBoard2000 verwendet
werden. Dies wird sicherlich viele Piloten freuen, die schon einiges
Geld in Steuerhörner, Pedale und ähnliche Dinge investiert haben.
Gelungen ist die Anordnung der einzelnen Tasten: Funk- und
Navigationsinstrument sind in einem Bereich zusammengefasst, ebenso
die Tasten für den Autopiloten. Sogar eine MIC-Taste findet sich
auf dem FlightBoard, sie dient zur Kontaktaufnahme mit den
Bodenstationen während eines Adventures und entspricht
standardmäßig der Tastaturkombination STRG+K.
Die Triebwerkssteuerung ist maximal für zweimotorige Flugzeuge
ausgelegt. Natürlich können auch Maschinen mit 3 und mehr
Triebwerken angesteuert werden, allerdings können nur bei und zwei-
und einmotorigen Maschinen die Triebwerke einzeln angesteuert
werden. Ein kleiner Fehler ist dem Hersteller schienbar bei der
Beschriftung der Gemischeinstellung unterlaufen. Das Gemisch wird
logischerweise nicht von TOTAL RICH nach TOTAL RICH sondern nach
TOTAL LEAN verstellt. Dieser kleine Druckfehler hat aber auf ein
einwandfreie Funktion der Tasten glücklicherweise keinen Einfluss.
Zwar kann man mit Hilfe des FlightBoard2000 auch des Höhen-,
Seiten- und Querruder bedienen und somit das Flugzeug steuern, aber
ich denke, dass dies genauso reizvoll ist, wie wenn man die
Flugzeugsteuerung über die Tastatur vornimmt. Mein Vorschlag ist,
die Belegung dieser Tasten mit den verschieden Blickwinkeln aus dem
Cockpit zu belegen.
Als schlichtweg genial ist die Benutzung des FlightBoard2000 bei
der Ansteuerung der Funk- und Navigationsinstrument und des
Autopiloten zu bezeichnen. Gerade dann, wenn ein Adventure geflogen
wird und der Pilot sich neben dem Steuern des Flugzeuges auch um die
Navigation und den Funk kümmern muss, dann sind die perfekten
Einstellmöglichkeiten des FlightBoard2000 Gold wert. Was bisher
über die Maus oder Tastatur erfolgte kann nun mit einem einzigen
Knopfdruck erledigt werden, wobei zu erwähnen ist, dass neben den
Frequenzen für XPNDR, ADF, COM und NAV auch die OBS von NAV1 bzw.
NAV2 einzustellen ist. Die Funktionen des Autopiloten sind ebenfalls
komplett über das FlightBoard2000 zu steuern, wobei die Werte für
den Kurs, die Höhe, die Steig- bzw. Sinkgeschwindigkeit und die
Fluggeschwindigkeit über eine + bzw. - Taste einzustellen sind.
Weitere Einstellmöglichkeiten bietet das FlightBoard2000 für
die Lichter im und am Flugzeug wie z.B. die
Instrumentenbrettbeleuchtung und die Positionsleuchten, die Rad und
Parkbremse sowie Tasten für Benzinpumpen und natürlich auch zum
Anlassen des bzw. der Triebwerke.
Wenn man die standardmäßigen Tastaturbelegungen verwendet, so
kann man leider doch nicht ganz auf die Tastatur verzichten. So ist
es z.B. nicht möglich, sich weitere Instrumentenbretter, z.B. zur
Triebwerksüberwachung über das FlightBoard einzuschalten, dies muss
weiterhin z.B. über die Tastaturkombination SHIFT + 2 erfolgen.
Aber über den Matrixeditor kann sich jeder Benutzer diese
Tastaturkombinationen selbst einstellen und in das FlightBoard2000
übertragen.
Alles in allem hat mich das FlightBoard2000 sehr überzeugt. Bei
zahlreichen Testflügen mit Jets wie auch mit großen und kleinen
Propellermaschinen habe ich das FlightBoard2000 USB eingesetzt. Es
ist in meinen Augen eine der sinnvollsten Erweiterungen, die man
sich als FS-Pilot zulegen kann.
Standardmäßig wird es mit Tastenbelegungen für den FS98,
FS2000 und ProPilot 99 geliefert. Die Funktionsweise in den beiden
Microsoft Simulatoren war durchweg einwandfrei, die Funktionen bei
ProPilot 99 konnte ich nicht testen, da ich nicht im Besitz dieses Programms
bin. Der Preis von DM 329,00 ist zwar nicht gerade niedrig, aber
für den wahren FS-Fan stellt dies sicher kein Hindernis da.