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Flight Director 99
Flight 1 Software
getested von Michael Kruse

Gear Up green lights. Kurz nachdem der Copilot diesen Satz ausgesprochen hat schalten viele Piloten ihren besten und vielleicht zuverlässigsten Arbeitskollegen, den Autopiloten, ein. Warum sich mit all den Waypoints, Wetteränderungen, Steig- und Sinkflügen rumschlagen, wenn das alles auch automatisch funktioniert. Was in der realen Fliegerei zum Alltag gehört kann nun auch uns Flusi Piloten einiges an Arbeit (oder Vergnügen ?) und „virtuellem" Stress abnehmen. Der Flight Director 99 bietet eine Vielzahl an neuen und größtenteils realistischen Features.

flightd2.jpg (83865 bytes)Mit dem Flight Director 99 bekommen wir Flusi Piloten folgende Hilfsmittel und Änderungen des FS98 mit auf die Reise:

- wechselnde Wetterbedingungen,
- EFIS ( Electronic Flight Information System)
- GPS (Global Positioning System)
- Wetterradar mit Anzeige der Wolkendichte
- Flugplanung
- ATC mit dem FS Career Kit
- Datenbank die nachträglich mit neuen Szenerie-Daten erweitert werden kann.

flightd3.jpg (66228 bytes)Vorbereitungen:

Nach einer problemlosen Installation kann der FD 99 direkt gestartet werden und empfängt mich mit seinem Hauptfenster von wo aus ich alle Parameter des kommenden Fluges inkl. der Flugplanung bestimmen kann. Bevor ich mit der Flugplanung beginne, muß ich laut Handbuch einige Einstellungen im FS98 noch ändern, damit der FD 99 korrekt mit dem Flusi zusammenarbeiten wird. Die Wettererzeugung ausschalten, erweitertes Wetter einschalten, Global als einzige aktive Wetterzone, indicated Airspeed ausschalten und die Pausenoption bei Programmwechseln deaktivieren, sind die im einzelnen notwendigen und schnell zu erledigen Schritte.

flightd4.jpg (93859 bytes)Die Flugplanung:

Nun kann's losgehen und ich habe mir einen Flug von Düsseldorf nach Stuttgart mit einer B737 ausgedacht. Da ich dafür die GAP (German Airport) Szenerien nutzen werde, muß ich vorab zunächst die in den GAP Szenerien enthaltenen NDBs, VORs usw. in die FD 99 Datenbank einfügen. Die wichtigsten Waypoints für Europa sind bereits in der FD 99 Datenbank enthalten und müssen nicht nochmals importiert werden. Es genügt in den „Settings" die Europadatenbank auszuwählen. Im Flugplan-Fenster verhalte ich mich exakt nach den Anweisungen des Handbuchs und aktiviere zunächst die Option „Rebuild Airport Database" und klicke anschließend auf den den Button Airport Utilities. Jetzt werden alle wichtigen Daten zu den Flughäfen aus älteren Szenerien importiert und sollen danach im Flugplan zur Verfügung stehen. Doch leider kann ich im Anschluß zwar detaillierte Informationen über den Düsseldorfer Flughafen und seine Runways sehen, jedoch ist es mir nicht möglich Düsseldorf als Startflughafen im Flugplaner auszuwählen. Dort sehe ich nach wie vor nur die NDBs und das Düsseldorfer VOR. Um nun doch noch DUS als Startflughafen in den Flugplan eintragen zu können ist es notwendig mittels dem auf der FD 99 CD mitgelieferten Programm „Navscan" die GAP1 und 3 manuell zu importieren. Jetzt klappt es nicht nur mit dem Nachbarn sondern auch mit den gewünschten Flughäfen. Ich entscheide mich nun für eine Automatische Erstellung des Flugplans und bin etwas überrascht, das mit der Computer zwischen DUS und STR nur das Rüdesheimer VOR vorschlägt. Dafür ist der Luftraum über Deutschland dann doch etwas zu eng, um mit nur einem Waypoint zu arbeiten. Ich stelle deshalb die Waypoint Separation von 70nm auf 25nm um den europäischen Abständen etwas gerechter zu werden. Siehe da der Flugplan wird detaillierter und ich bekomme nun bereits fünf Waypoints für die Strecke angegeben. Noch kürzer sollen die Abstände dann doch nicht werden, sonst geht der Flug ja später kaum noch geradeaus.

flightd5.jpg (95007 bytes)Planung des Anflugs auf Stuttgart

Ich erinnere mich noch recht genau an meine ersten Flüge und vor allem Landeversuche, die häufig allein daran scheiterten, dass ich viel zu nah vor der Piste den Sink- und Kurvenflug beendete. Somit blieb kaum noch Zeit die Maschine richtig auf den RWY auszurichten, damit alles 100% passt, um eine glückliche Landung zu bewerkstelligen. Genau an diesen Problemen setzt der FD 99 mit dem ABS (nicht Anti Blockier System, sondern Approach Builder System) an und ermöglicht die Auswahl eines passenden Anflugs auf jeden in der Datenbank vorhandenen Flughafen. Dazu wähle ich meinen Zielflughafen aus und klicke lediglich auf die AP-Taste, die dann einen ersten Vorschlag für einen sicheren Anflug liefert.

flightd6.jpg (69716 bytes)Um nun nicht zu sehr ins Kreisen zu geraten, lösche ich Luburg aus dem Flugplan und erhalte eine insgesamt saubere Flugstrecke, ohne enge Kurven die den Anflug für den Anfänger nur erschweren würden. Automatisch eingefügt wurden ein IAF ( Initial Approach Fix), MAF (Middle Approach Fix) und FAF (Final Approach Fix), sodass eigentlich nichts mehr schief gehen kann, wenn das Wetter usw. mitspielt.

Die Wetterplanung

Um nun den Realismus weiter zu steigern bietet der FD99 die Integration unterschiedlicher Wetterzonen in den geplanten Flug. Neben der manuellen Möglichkeit Wind-, Wolken- und Regengebiete einzustellen, kann auf Metar Dateien aus dem Internet zurückgegriffen werden. Um etwaigen Vermutungen vorzubeugen: Regen wird auch hier nicht im FS98 dargestellt, sondern lediglich im Wetterradar wiedergegeben. Überhaupt kann auch der FD99 die Schwächen des FS98, wie z.B. Verhalten der Flugzeuge bei Seiten- oder Scherwinden nicht beseitigen. Leider klappte der direkte Download aus dem FD99 heraus nicht, sodass ich mittels Internet Explorer auf die Site

http://weather.noaa.gov/weather/metar.shtml#files

wechselte, um mir eine Metar-txt-Datei herunterzuladen. Diese Datei (330kb) beinhaltet 2300 Wetter-Stationen weltweit und wird mir hoffentlich auch ein aktuelles Wetter für Deutschland mitliefern. Mittels der Taste „Load Metar" werden die Daten in den FD99 geladen und der „Einbau" des aktuellen Wetters kann schon mal 2-3 Minuten auch auf schnelleren Rechnern an Zeit einnehmen. Dafür bekommt man aber auch das aktuelle Flugwetter und sollte sich dementsprechend auf den Flug vorbereiten.

flightd7.jpg (75028 bytes)Der Flug:

Endlich ist die Planung abgeschlossen und ich wechsele in den FS98 der schon die ganze Zeit im Hintergrund aktiv war. Sofort fallen mir die auffälligen Wolken ins Auge, denn das aktuelle Wetter besteht aus einem Regengebiet mit mächtigen Gewitterwolken. Leider kann ich auf die FS Clouds 98 nicht zurückgreifen, jedoch wird das Wetter damit bestimmt noch besser wiedergegeben. Hiermit sei auf die Möglichkeit zur gleichzeitigen Nutzung beider Programme hingewiesen. Mit eingeschaltetem EFIS habe ich sofort alle wichtigen Flugdaten im Blick. Das EFIS wird in einem eigenem Fenster dargestellt, sodass es sich nicht sauber ins Cockpit integriert.

Der Autopilot hat bereits alle wichtigen Daten aus dem Flugplan eingespeist bekommen, sodass die Steigrate mit 2000 Fuß, die Geschwindigkeit mit 249 KTS, die Höhe mit 20000 Fuß und der Kurs mit 149 Grad vorgegeben sind. Ich rolle langsam zur RWY 05R und sehe dann zu meinen Slot zu erwischen. Nachdem die 737 an Höhe gewinnt und ich das Fahrwerk eingefahren habe, schalte ich den Autopiloten ein und die Maschine fliegt nun den vorgegeben Kurs. Ich nutze die Zeit und schaue mir nun die gebotenen Details des EFIS mal etwas genauer an. Links unten erkenne ich den aktuellen Kurs, die Entfernung und den Namen zum nächsten Waypoint. Rechts unten erscheint die aktuelle Geschwindigkeit, die übrigens nun vom Autopiloten auf 439 KTS erhöht wurde, da wir die 10000 Fuß Grenze soeben passierten. Darunter finden sich die ETA und ETE, die die Zeit bis zum nächsten Waypoint und Zielflughafen angeben. Der gesamte obere Teil des EFIS zeigt die nächsten Streckenabschnitte und weitere Flugstrecke. Mittels integrierter Buchstaben sind diverse Änderungen an der Darstellung des EFIS möglich. So können neben dem Flugplan Niederschlagsgebiete, Flughäfen, NDBs, VORs, ein Wolkenradarbild und ein Wetterbericht angezeigt werden. Zusätzlich erscheint links oben ein kleiner Pfeil mit zugehörige Zahl, der die Windrichtung und Geschwindigkeit anzeigt. Ein Abdriften vom Kurs wird also rechtzeitig sichtbar. Da das EFIS die Maschine automatischen steuert sind kleine Kurskorrekturen schon inbegriffen. Ich wechsele kurz in das FD99 Hauptmenü und schalte nun auch noch das GPS mit ein. Selbiges versorgt mich sofort mit den aktuellen Wetterdaten des nächsten Waypoints (Neckar). Ferner liefert es mir Daten über den Kurs, die Distanz, die Zeit bis ich Neckar erreiche und die Windgeschwindigkeit sowie mein Ground Speed. EFIS oder GPS leisten also identische Aufgaben mit unterschiedlicher Darstellung.

Soeben wurde Neckar überflogen und die 737 wechselt durch den Autopiloten auf Kurs des IAF sprich 109 Grad. Die Geschwindigkeit wird auf 269 KTS reduziert und ich sinke mit rund 1100 Fuß pro Minute. Dabei wird die Sinkrate etwa im Sekundentakt aktualisiert um sich der sinkenden Geschwindigkeit des Flugzeugs anzupassen und den Flugplan exakt einzuhalten. Dies erscheint mir recht unrealistisch, da so ein gleichmäßiger Sinkflug nicht gewährleistet ist und einige Paxe wohl zu den im Vordersitz verstauten Tüten greifen müßten. In der Zwischenzeit ist der Speed auf 269 KTS gesunken und wir sinken nur noch mit rund 660 Fuß pro Minute. Jetzt überfliegen wir das IAF und die Maschine sinkt weiter auf 8500 Fuß und der Autopilot drosselt den Speed auf 249 KTS, der Höchstgeschwindigkeit unterhalb 10000 Fuß. Das MAF liegt nun hinter uns und der Sinkflug geht weiter (3766 Fuß) mit einer Geschwindigkeit von nur noch 219 KTS. Ab dem FAF wird’s dann richtig gemütlich, denn mit nur noch 159 KTS sinken wir auf 1159 Fuß. Jetzt wird es langsam aber sicher Zeit den Autopiloten auszuschalten, denn die Maschine ist nicht sauber auf den Gleitstrahl ausgerichtet. Zwar stimmt die Höhe noch in verträglichem Maße überein, aber die Richtung passt nicht. Eine Kurskorrektur ist angeraten, damit später alles glatt geht.

flightd8.jpg (83861 bytes)Fazit zur Flugplanung und EFIS:

Insgesamt erleichtert das EFIS und GPS den gesamten Flug enorm. Während des beschriebenen Fluges konnte ich parallel einen Teil des vorliegenden Berichts schreiben und musste mich um keine Kurskorrektur o.ä. kümmern. Alles klappte völlig von allein. Dennoch trüben einige Kleinigkeiten mein Gesamtbild. Der Sinkflug ist m.E. nach nicht völlig realistisch. Es ist zwar sehr schön mit der richtigen Geschwindigkeit und Höhe den nächsten Waypoint zu erreichen, aber der dauerhafte Wechsel der Sinkrate schlug mir ziemlich auf den Magen. Ebenso sollte nicht zu lange nach dem FAF gezögert werden die Maschine auf den richtigen Landekurs zu bringen, damit kurz der RWY keine „Steilkurve" mehr nötig wird. Wer dazu neigt, öfter die Anzeige im EFIS umzustellen, der muß in Kauf nehmen, daß während dieser Zeit der FS98 nur im Hintergrund läuft und für diese Zeit auch keinen Sound von sich gibt. Ohnehin bin ich kein Freund von Programmen die „neben" dem FS98 laufen und nicht komplett integriert sind. Das ist aber Geschmacksache und ich kann einen Performanceverlust durch den angesprochenen Parallelbetrieb der Programme nicht feststellen, was auf schwächeren Rechnern m.E. aber nicht auszuschließen sein wird.

FS Career Kit und ATC

Der FD99 liefert zwei Möglichkeiten zur Nutzung von ATC (Air Traffic Control) im FS98: eine Darstellung per Laufschrift und eine Sprachwiedergabe mittels der MS Speech Engine. Die ATC Funktion wird im „Settings" aktiviert und fordert den Piloten zunächst auf auf einen Namen einzugeben. Dieser Name wird nun für den Career Modus verwandt und kann nicht mehr geändert werden. Für den ATC Modus ist es vorab notwendig einen Flugplan ohne die Approach Fixes zu generieren. Die Strecke Düsseldorf – Hamburg soll als Beispiel dienen und die fiktive Flugnummer LH 123 wird mein Callsign sein. Schnell noch die aktuellen Wetterdaten in den FD99 einpflegen und schon steht dem Flug nichts mehr im Wege.

Im Cockpit der 737 sehe ich sofort das GPS Instrument mit dem ich dann per Mausklick auf die entsprechende Funktion mit der ATC Stelle kommunizieren kann. Gleich der erste Klick zum Durchgehen der Checkliste löst einen Lacher bei mir aus. Die MS Speech Engine näselt noch mehr als der schlimmste je real gehörte Kapitän. Hier geht der FD99 einen Weg der nicht über Wav-Dateien gelöst wird, sondern Sätze aus Text-Dateien bildet. Da diese Methode nicht realistisch (eher ziemlich lustig) wirkt und zudem noch sehr ressourcenfressend ist, möchte ich nicht den ganzen Flug näher erläutern sondern diese Zugabe lediglich als Goodie betrachten. Ein netter Bonus, der aber auch bezüglich der Befehlsfolge am Boden und beim Rollen zur Startbahn nicht als realistisch durchgehen kann. Weiterhin fehlen auch weitere Funksprüche anderer Flugzeuge, sodaß insgesamt der Realismus durch den ATC und Career Funktionen nicht sonderlich erhöht wird.

Kleiner Tip am Rande: auch hierbei sollte der Full Duplex Modus für Besitzer einer Soundblaster Karte ausgeschaltet sein, damit der FS98 Sound und ATC Sound gleichzeitig wiedergegeben wird.

Insgesamt:

Der FD99 ist insgesamt ein multifunktionales Programm mit einigen Highlights, die dem FS98 Piloten neue Möglichkeiten zur Wettererzeugung, Flugplanung und automatischen Flugdurchführung geben. Dabei ist es reine Geschmacksache wieviel Aufgaben auf die Automatik übertragen werden. Der Wettereinfluss wußte auch ohne FSClouds zu überzeugen, allerdings kommt es zu den bekannten Problemen im FS98, der Wettereinflüsse am Boden und in der Luft besonders bei der Geschwindigkeit nicht immer einwandfrei verarbeiten kann. Den ATC und Career Modus werde ich nicht mehr benutzen sonst rede ich irgendwann noch ähnlich langsam und gequält wie die Herren im Tower ;-)

Voraussetzungen laut Handbuch:

FS98
15 MB freier Festplattenspeicher
90 Mhz Pentium, 200 Mhz Pentium empfohlen
32 MB RAM, 64 MB empfohlen
Optional !
Internet Zugang (Wetterdaten aus dem Internet)
FS Clouds 98

Michael Kruse
27.September 1999

 INFORMATION

 TEST SYSTEM

  • P2 Celeron 433 Mhz

  • 128 MB RAM

  • Creative Blaster mit Riva TNT Chipsatz

  • Creative Soundblaster AWE 64

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