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fly-1.jpg (90009 bytes)FLY Review Teil 1

getestet vom Matthias Lieberecht

Kaum ein anderes Flugsimulations-Programm hat bereits vor seinem Erscheinen so viel Aufsehen erregt wie FLY. Als das Programm dann im Handel erhältlich war, gab es heftige Kritiken in verschiedenen Foren. Zum Teil war hier schon fast von betrügerischer Manipulation der Previews die Rede. Wenn man vereinzelten Postings glauben schenken darf, wurde das Programm bereits am nächsten Tag wieder deinstalliert und zu Dumpingpreisen verkauft. Was ist denn nun dran an dieser Kritik? Hat uns Terminal Reality wirklich etwas versprochen, was nicht gehalten werden kann, oder bietet das Programm doch mehr?

fly-2.jpg (53416 bytes)Das komplette Paket beinhaltet zwei Handbücher und drei CD's. Die Handbücher sind ausschließlich in Landessprache, also bei uns in Deutsch gehalten. Dabei widmet sich das Erste ausschließlich der Installation des Programms und einer kleinen Kurzanleitung, während das Zweite, ein fast 300 Seiten starker Wälzer, das vollständige Programm erklärt. Der größte Teil dieses Handbuches nimmt dabei die Flugschule ein. Neben ein paar Worten zur Grundlage des Fliegens, werden hier die Flugzeuge genau vorgestellt. Alle Kapitel sind dabei mit Grafiken und Screenshots versehen und man kann sagen, daß sich Terminal Reality bei der Erstellung der Dokumentation sehr viel Mühe gegeben hat. Dass dies nicht selbstverständlich ist, sehen wir ja an verschiedenen anderen Flugsimulatoren. Anflugkarten zu den detaillierten Zusatzszenerien sucht man aber vergeblich. Schade, denn sonst wäre die Dokumentation perfekt gewesen.
Auf der ersten CD befindet sich das Programm ohne Zusatzszenerien und Landkarten. Diese sind auf CD 2 und 3 zu finden.

fly-3.jpg (53935 bytes)Installation des Programms

Man kann bei FLY zwischen minimaler, standard und benutzerdefinierter Installation wählen. Wobei man bedenken muss, dass das Programm bei vollständiger Installation 1,6 GB (in Worten Gigabyte!!!) benötigt. Wenn einem das zuviel ist, sollte man ausschließlich die erforderlichen Programmdateien installieren und Szenerien oder Karten von der CD laden. Dies funktioniert bei beiden problemlos.

fly-4.jpg (40013 bytes)Kompatibilitätsprobleme

Von verschiedenen Seiten hörte ich, dass FLY nicht mit allen Grafikkarten problemlos zusammenarbeitet. Dies bezieht sich auch auf die im Handbuch angegebenen Karten. Dies äußert sich z.B. durch eine schwarze Sonne. Der von ihr erzeugte, sogenannte Flare-Effekt bleibt hier auch aus. Bei mir traf dies zum Glück nicht zu. Ich verwende eine 3dfx Voodoo3 Karte, die problemlos von FLY erkannt wird und recht ordentlich mit dem Programm funktioniert. Dabei wird auch die Sonne samt Flare-Effekt korrekt dargestellt.

FLY ist ein offenes System

FLY ist ein Flugsimulator mit einem sogenannten "offenen System". Dies bedeutet, dass nachträglich Flugzeuge, Szenerien, Sounds und Panels eingebunden werden können. In dieser Hinsicht gleicht FLY dem Flugsimulator von Microsoft. Editorprogramme hierfür wurden bereits im Web zur Verfügung gestellt. Leider gestaltet sich dies nicht so einfach, wie beim FS98 und es ist schon etwas Übung erforderlich, um die ersten Modelle oder Szenerien zu erstellen. Betrachtet man aber hier die bereits zum Download zur Verfügung stehenden Flugzeuge (leider noch ohne Panels), sieht man, dass sich der Aufwand lohnt.

fly-9.jpg (89737 bytes)Nach dem Programmstart

Nach dem Starten des Programms zeigt sich der Eröffnungsbildschirm. Von hier aus kann entweder ein neuer Flug generiert, oder ein vorhandener ausgewählt werden. Um bei diesem Bericht nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, greife ich erst einmal auf bestehende Flüge zurück. FLY bietet hier Standardseitig 24 Flüge zur Auswahl, wobei alle enthaltenen Flugzeuge berücksichtigt werden. Neben diesem Auswahlmenü zeigt ein angeknicktes Polaroidfoto einen Scrennshot der Situation. Wer näheres über den Flug erfahren möchte, kann mit "Scenerydetails" ein paar Kurzinformationen abrufen.
Durch Druck auf den "Fly" Button soll normalerweise der gewählte Flug gestartet werden. Es kommt aber auch häufiger vor, dass man vor einem schwarzen Bildschirm sitzt und die Meldung "unbefugter Zugriff" genießen kann. Na ja, wenigstens arbeitet die Menüleiste noch und man kann den gesamten Vorgang wiederholen. Dummerweise lässt sich gerade im Moment, wie ich diesen Bericht schreibe, nicht eine einzige Situation starten. Auch bei wiederholtem Auswählen derselben, kommt stets "unbefugter Zugriff". Das wirft natürlich nicht gerade ein gutes Licht auf das Programm.
Nach einem erneuten Programmstart funktioniert es endlich und man sitzt im gewählten Flugzeug und bestreitet die entsprechende Situation.

fly-10.jpg (50847 bytes)Beim ersten Programmstart wird man nun erst einmal beginnen, FLY auf sich zuzuschneiden. Hierzu bietet das Programm eine beachtliche Auswahl an Konfigurationsmöglichkeiten. Fast alle dieser Einstellungen können im Menü "Optionen" ausgewählt werden. Nebenbei gesagt, sind die Menüs selbstverständlich auch in der jeweiligen Landessprache, also deutsch. Der Menüpunkt "Grafik" bietet neben den Einstellungen der Grafikkarte und der Auflösung Szenerydarstellungsdetaills, wie z.B. Szenerykomplexität, Nachtlicht und Schattendarstellungen. Dabei können meist mehrere Empfindlichkeitsstufen ausgewählt werden, wobei sich eine intensivere Darstellung natürlich auch auf die Wiedergabegeschwindigkeit auswirkt. Sehr schön finde ich, daß die Entfernung der Bodensicht bis zu 20 Meilen frei wählbar ist.
Weitere Einstellmöglichkeiten sind für den Ton, die Joystickempfindlichkeiten und Tastaturbelegungen. Hierüber lassen sich auch die Tasten des Joysticks definieren.
Wirklichkeitsgrade, wie z.B. genaue Bodenhaftung (hierauf gehe ich im nächsten Teil noch genauer ein), dynamische Szenerie, Kollisionen und andere, lassen sich im Menü Realitätsgrad bestimmen. Hier gilt natürlich, je mehr angekreuzt ist desto realer wird die Fliegerei mit FLY.

fly-8.jpg (55444 bytes)Szenerie Qualität

Fünf detaillierte Szenerien werden mitgeliefert. Dazu gehören San Francisco, Dallas, New York, Los Angeles und Chicago. Eine detaillierte Szenerie von einer europäischen Region fehlt leider. Neben diesen genauer dargestellten Gebieten umfasst FLY weltweit ca. 9500 Flugplätze. Die Qualität der Szeneriegebiete ist reine Geschmacksache. Man könnte die genauen Gebiete etwa mit der Standardszenerie des MS Flugsimulators vergleichen. Die Flughafengebäude sind von ihrer Form her dem Original zwar nachgebildet, besitzen aber weder Fluggastbrücken, noch Stopsigns. Eben wie bei MS. Sehr schön geworden sind die Bodentunebenheiten und Gebirge. Eine Vegetation habe ich in keiner der detaillierten Szeneriegebiete gesehen, was aber nicht bedeuten muss, dass es keine gibt.

fly-5.jpg (114102 bytes)Wie sind denn nun die anderen Gebiete aufgebaut? Über das Menü "Sicht" und "Verzeichnis" bekommt man eine Liste, aus der der gewünschte Flugplatz ausgewählt werden kann. Die Bedienung erscheint einem anfangs etwas umständlich, mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Hat man den gewünschten Flughafen gefunden, bewegt man sich mit "Gehe zu Flughafen" zu demselben. Der erste europäische Flughafen den ich auswählte war Frankfurt/Main, in der Hoffnung, hier ein paar Gebäude zu sehen. Leider wurde ich unsanft auf dem Gras abgesetzt und bekam nicht einmal eine Startbahn zu Gesicht. Weit und breit kein Frankfurter Flughafen. Also nächster Platz - Stuttgart. Wieder selbes Ergebnis. Werde unsanft auf dem Gras abgestellt. Bei Paris Charles de Gaulles kommt es noch schlimmer. Hier stürzt mein Flugzeug aus mehreren Fuß Höhe ab und ladet auf den Tragflächen. Auf diese Art ist es also nicht möglich, den Flughafen zu wechseln. Nun versuche ich es mit dem Flugplaner. Hier trage ich als Startflughaften Stuttgart und als Landeflughafen Frankfurt ein. Dieses Mal funktioniert es und ich stehe auf der gewählten Startbahn. Was ich zu Gesicht bekomme erschreckt aber. Nicht nur, dass der bekannte "Weidacher Hügel" fehlt (die Gegend ist absolut flach!), es fehlen auch alle Flughafengebäude. Ich finde nicht einmal den Kontrollturm. In Frankfurt und anderen europäischen Metropolen sieht es genauso aus. Und das beschränkt sich nicht nur auf Europa.
Wäre das nun das Ende vom Lied, bestünde der Grund das Programm sofort von der Festplatte zu verbannen. Aber wie ich oben bereits erwähnte, ist FLY ein offenes System. Verschiedene Previews im Internet zeigen, dass es durchaus machbar ist für FLY eine gute Szenerie zu erstellen und es wird auch nicht mehr lange dauern, bis diese Dateien zum Download bereitstehen. Gerade das macht den Reiz eines offenen Systems aus.

fly-6.jpg (70536 bytes)Wind und Wetter

Wenn ich mich richtig erinnern kann, waren auch die Wolken von FLY Grund vieler Diskussionen. Es stimmt schon, wenn man ein Preview mit einer Auflösung von 1024x768 macht und dieses Bild auf 640x480 verkleinert, wirken die Wolken wesentlich schöner und dichter. Dennoch muss ich sagen, daß die Wolken auch in ihrem jetzigen Zustand zur Zeit noch von keinem anderen Flugsimulator besser dargestellt werden.
Wie wird denn nun das Wetter generiert? Neben der Möglichkeit Metar Daten zu laden, kann das Wetter auch manuell erstellt werden. Die Aufmachung dieses Fensters ist, wie bei fast allen FLY Fenstern, sehr schön gemacht und man findet sich schnell zurecht. Man kann Sicht, Temperatur, Druck, Windrichtung und Windstärke frei definieren. Daneben lassen sich drei Wolkenschichten einstellen. Jede dieser Schichten kann aus unterschiedlich dichten Wolken bestehen, wobei sich die Wolkenuntergrenze frei bestimmen läßt. Leider ist es nicht möglich bestimmte Wolken, wie z.B. Cumulus, auszuwählen. Schade, denn das hätte den Wert der sonst sehr schönen Wolken noch einmal erhöht.
fly-7.jpg (32512 bytes) Ein weiterer Bonus für FLY ist die Möglichkeit, Regen oder Schnee darzustellen. Dabei wird Regen natürlich auch mit dem typischen Tropfensound unterstützt. Die Intensität des Niederschlages läßt sich in drei Stufen von mäßig bis stark einstellen. Ich bin innerhalb dieser Testphase schon fast süchtig nach dem Fliegen im Regen geworden. Es macht einfach Spaß. Leider bleibt der Schnee genauso wenig liegen, wie der Regen Pfützen erzeugt. Vielleicht gibt es hierzu mal ein Update.

Im nächsten Teil dieses Berichts werde ich mich gezielt mit den Flugzeugen und den Weight and Balance Einstellungen befassen. Dabei versuche ich zu ermitteln, wie realitätsnah die FLY Flieger denn nun wirklich sind und wie sich unterschiedliche Beladungen und Wetterbedingungen auf den Flug auswirken.

Matthias Liebrecht
Lieberecht@cw-net.de 
08.Oktober 1999

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