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Fly
Direct
von Papa Tango
getestet von Michael Eisner
Als eiserner Verfechter der Meinung, daß der Flugsimulator kein Spiel
im eigentlichen Sinn, sondern eben ein Simulator ist, war und bin ich
Flugplanern gegenüber etwas skeptisch. Kann mich PapaTango vielleicht
davon überzeugen, dass das vielleicht die falsche Meinung war?
‚Sie wählen Ihren Start- und Zielflughafen, Fly Direct erstellt
automatisch Ihren Flugplan' steht auf der Rückseite der Packung. Klingt
vielversprechend. Dann steht da noch etwas von ‚.. Entfernungs- und
Kursangaben stehen Ihnen auf allen Flügen ununterbrochen zur
Verfügung...'. Äh, hallo, Moment, doppelt gemoppelt? Ich hab da doch
zwei Instrumente im Cockpit, mit denen ich das ohne Zusatzprogi
feststellen kann? Meine Skepsis steigt.
Praktischerweise wird mit einem Doppelklick auf das Coursefinder Icon
der FS gleich mitgestartet. Als ersten Flug wollte ich mir gleich ein
Gustostückerl der Fliegerei geben: Wien - Innsbruck. Seltsam finde ich, dass
man eigenartigerweise nicht nur Flughäfen zur Auswahl hat, sondern z.B.
auch Navigationshilfen, wie z.B. ABSAM. Aber ich fand sowohl Wien als auch
Innsbruck. Überraschung: das Programm wird seinem Namen gerecht: Fly
Direct. Ohne wenn und aber wird der direkte Kurs errechnet und die
Entfernung angezeigt. Nun ja.......... Sowohl der errechnete Kurs als auch
die Entfernung wird in einem kleinen Fenster oben am Bildschirm angezeigt.
Eigentlich praktisch.......

So, und jetzt wird es interessant. Warum brennt denn da ‚HDG' am A/P
Panel? Er wird doch nicht.....? Doch, er tut es. Nachdem der A/P
eingeschaltet ist, zieht die gute Cessna schön brav in die Linkskurve, um
den Kurs zu fliegen, den FD vorgibt. Ist zwar nett, aber laut Handbuch
sollte das doch nur bei den Optionen ‚Fly me to the destination' und ‚Fly
me to the destination and put me down' passieren? Seltsam.....
Um sicher zu gehen, rufe ich einmal den ‚Interaction' Bildschirm auf
und vergewissere mich. Erste Option ist ausgewählt. Bug? Na, probieren
wir doch gleich einmal ‚Fly me' aus. Als ich den Hauptbildschirm
verlasse, traue ich meinen Augen nicht: da fängt doch die Cessna zum
tanzen an. Einmal links und einmal rechts und wieder links usw. usw.
Verwirrt blicke betrachte ich das ‚On-Screen Navigationsdisplay': Der
Kurs wechselt von 202 auf 253 und dann auf 360°, die Entfernung von 60
über 204 bis hin zu 606 Meilen.. Da hilft nichts, weder irgendwelche
Umstellungen im Course Finder, das Programm weiß nicht mehr, was es tut.
Auch die Suche nach den nächsten 25 Flugplätzen bringt Erstaunliches:
Wien ist sage und schreibe runde 723NM entfernt - ich schwebe aber gerade
irgendwo über der Rafinerie Schwechat herum - in der Realität in
Sichtweite des Flughafens. Das Ergebnis meiner ‚Problemforschung': nur
nichts herum klicken im ‚Interactions' Bildschirm bei ‚Heading Options'
dann fliegt das Ding so, wie es sollte. Ich probierte so ziemlich alle
Flieger aus, die ich hatte: die Default als auch die komplette AUA Flotte.
Überall das gleiche Spiel.

Leicht angefressen, wendete ich mich mal dem Databasebuilder zu, um
eine Add-On Szenerie hinzuzufügen. Ich habe nur eine einzige installiert:
Austria Pro. Als das Programm nach so etwa 8 Stunden (über Nacht) noch
immer ‚Working' meldete, nicht abgestürzt war (lt. WIN98) killte ich
den Task und startete FS & CF. Denkste..., Course Finder verweigerte
den Dienst. Erst eine Neuinstallation behob das Problem.

Mit Wut im Bauch begutachtete ich schließlich auch noch die
Sichtoptionen des Programms. Ich will darüber gar nicht viel Worte
verlieren und meine ehrlich Meinung sagen:das ist wohl das Unnützeste,
das ich jemals für den FS gesehen habe.
Resümee:
Es ist eine Zumutung, was sich PapaTango hier geleistet hat. Entweder,
wir haben da eine Beta oder möglicherweise Alpha-Version bekommen oder PT
weiß nicht mehr, was sie tun. Für die wirklichen Simulatorfans, die
versuchen, die Realität zu simulieren, ist das Produkt nicht geeignet.
Nicht einmal als reines Informationsprogramm - dafür ist es zu teuer. Und
mit den gravierenden Mängel in Bezug auf Kurs und Entfernung auch nicht
für die ‚Spieler' unter den FS Besitzern. Ein weiterer Negativpunkt ist
die Oberfläche: die ist eines kommerziellen Produktes in der Windowszeit
nicht würdig. Es sieht aus, als ob eine Windowstitelleiste mit dem
Versuch, eine Windowsoberfläche unter DOS zu erstellen, gekreuzt worden
ist.
Ergo: Finger weg!
Michael Eisner
m.j.eisner@chello.at
27.Januar 2000
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