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Menu.png (16131 bytes)FightSim Commander
von Sascha Felix

getested von Robin Breyl

Funktionsübersicht:

Das neue Flugplannungs Tool von Sascha Felix ist "FlightSim Commander" in der Version 1.0. FlightSim Commander kann seine Herkunft als Weiterentwicklung des bekannten "FlightSim Planner" nicht verleugnen. Allerdings hat Sascha Felix der neuen Version eine solche Menge von Zusatzfunktionen spendiert, so daß "FlightSim Commander 1.0" wesentlich mehr als ein reiner Flugplaner ist.

Die erste Änderung gegenüber dem Vorgängerprogramm ist die Anpassung der Datenbestände an MS Flight Simulator 2000. An Flugplanungsfunktionen stehen herkömmliche Funktionen, wie manuelle oder automatische Erstellung eines Flugplanes über VORs und NDBs vom Start- zum Zielflughafen.
Zur Flugplanung bietet FlightSim Commander nun auch die Möglichkeit Szeneriedetails wie Flughäfen als detaillierte Karten darzustellen. So werden Start- und Landebahnen, sowie Taxiways und Vorfelder in einer Kartendarstellung von Start- und Zielflughafen dargestellt. Für den Zielflughafen kann eine einfache Anflugkarte erstellt werden.

Flughafen_Anflug.png (10006 bytes)Für Langstreckenflüge können Großkreisberechnungen verwendet werden. Diese Methode der Streckenführung wird z.B. auf Flügen von Europa nach Amerika angewendet. Fliegt man einen direkte Linie von München nach Frankfurt, so ergibt sich eine Route mit einem konstanten Kompasskurs (ca. 300 Grad). Will man jedoch von Frankfurt weiter nach New York fliegen, ist die kürzeste Verbindung eine Linie, die etwas südlich am Nordpol vorbei führt. Als Folge davon ändert sich permanent der zu fliegende Kurs. Während man kurz nach dem Start in Frankfurt noch einigermaßen auf Nordkurs ist, so hat man beim Anflug über Kanada auf den Norden der USA schon einen deutlichen Südkurs - trotzdem ist das Flugzeug währende der ganzen Strecke nicht eine Kurve geflogen. Entsprechend aufwendig ist es einen solchen Kurs zu planen und später auch zu fliegen.

MapHolding.png (19631 bytes)Sascha Felix hat sein Programm jedoch weit über die Möglichkeiten eines normalen Flugplaners hinausgehoben, als er er eine Schnittstelle zwischen FlighSim Commander und dem MS Flugsimulator einbaute. FlightSim Commander bietet ein eigenes GPS-System, welches zusätzlich an den Autopiloten des Flight Simulator gekoppelt ist. Ergänzt wird diese Funktion durch eine "Moving Map", ein Landkartendisplay, welches in das aktuelle Cockpit eingeblendet werden kann. Sowohl das GPS, als auch die "Moving Map" sind dabei der GPS Funktion des MS FS 2000 nicht unähnlich und richten sich wohl in ersten Linie an die Benutzer, die mit dem FS98 unterwegs sind. Derzeit müssen FlightSim Commander und der MS Flight Simulator noch auf dem gleichen Computer laufen, aber zukünftige Versionen sollen verteilte Anwendungen, wie z.B. durch den Einsatz von Wide FS erlauben. Dann kann der Flugsimulator auf einem Computer laufen, während das GPS und die Moving Map von FlightSim Commander auf einem zweiten Computer laufen und über eine Netzwerkverbindung die aktuellen Flugdaten bekommt. Eine sehr interessante Funktion findet sich dabei in der Möglichkeit Warteschleifen ("Holdings") zu definieren. Diese orientieren sich jeweils an einem VOR-Funkfeuer. In einer bestimmten Entfernung und auf einem bestimmten Radial (Kurs) von diesem Funkfeuer wird das Holding positioniert. Wahlweise können die vier markanten Punkte des Holdings in den aktuellen Flugplan aufgenommen werden. Alternativ kann das Holding nur definiert werden, ohne eigene Wegpunkte dafür in den Flugplan einzufügen. Dann muss der Pilot die Warteschleifen manuell abfliegen.

Procedure.png (10492 bytes)Hier kann eine weitere sehr interessante Funktion von FlightSim Commander genutzt werden: der virtuelle Flugschreiber. FlightSim Commander kann, wenn es an den laufenden MS FlghtSimulator gekoppelt wird, eine Reihe relevanter Flugdaten aufzeichnen. So ist es möglich nach einem erfolgten Flug diese Daten auszuwerten und zu überprüfen, wie genau man dem geplanten Kurs gefolgt ist und ob man seine Warteschleifen manuell exakt abgeflogen ist. Um die Daten aufzuzeichnen, muß FlightSim Commander natürlich neben dem Flight Simulator laufen.

Flugschreiber.png (23166 bytes)

Die Wiedergabe der Daten erfolgt dabei leider nicht in Echtzeit, sondern durch betätigen der Cursortasten kann man sich schrittweise durch den aufgezeichneten Flug bewegen. Neben der Kartendarstellung kann dabei eine Instrumentenleiste mit Geschwindigkeitsmesser, künstlichem Horizont und Höhenmesser eingeblendet werden. Ein Kompass fehlt leider noch. Ebenso kann ein Höhenprofil dargestellt werden. Auch hier fehlt ein kleines Detail, denn das Flugzeug wird nicht in das Höhenprofil eingeblendet, so dass man nicht erkennen kann, an welcher Stelle des Profiles sich das Flugzeug zu einem gegebenen Zeitpunkt befindet. Wünschenswert wäre auch noch eine Möglichkeit die Wiedergabe in Echtzeit, oder mit verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten zu realisieren. Allerdings ist die Aufzeichnungsfrequenz dafür sicherlich noch etwas niedrig.

FlightSim Commander bietet darüber hinaus einen Wettergenerator bei dem manuell oder auch automatisch Wettersituationen erzeugt werden können. Es lassen sich bis zu sechs Wetterzonen definieren. Diese Zonen erstrecken sich über die komplette Flugstrecke. Erzeugt man nur zwei Wetterzonen, so ändert sich das Wetter einmal während des Fluges. Bei sechs Wetterzonen erlebt der virtuelle Pilot fünf Wetterwechsel während seines Fluges.

Wetter.png (12624 bytes)Abgerundet wird FlightSim Commander durch ein eigenes Air Traffic Controll System (ATC). Dieses ist anders realisiert, als bei den meisten bisher erschienen Produkten. FlightSim Commander erzeugt keine Adventures wie Adventure 2000 oder Radar Contact 99, die vom Flight Simulator abgespielt werden. Vielmehr erfasst FlightSim Commander ständig die Daten des aktuellen Fluges und erzeugt zur Situation passende Funksprüche. Der komplette Funkverkehr wird also nicht mehr von den Funktionen des Flight Simulators gesteuert, sondern vom externen FlightSim Commander Programm.

Eine Datenbank mit individuellen Flugzeugdaten erlaubt die Berechnung des erwarteten Treibstoffverbrauches, sowie der idealen Flughöhe und der geschätzten Reisezeit

Aircraft.png (11595 bytes)Details:

Die Flugpläne, die von FlightSim Commander erzeugt werden sind kompatibel zum bisherigen Format von "FlightSim Planner". Damit lassen sie sich nach wie vor verwenden, um Adventures mit Radar Contact 99 zu erzeugen. Alternativ können die Flugpläne auch direkt im Format des MS Flight Simulator 2000 abspeichern und mit dessen GPS und Movingmap Funktion wieder einladen.

Fuel.png (7476 bytes)Als recht offen programmiertes System bietet FlightSim Commander die Möglichkeit Ergänzungen zu den Navigationsdaten, die vom Flugsimulator bereitgestellt werden, einzubinden. So können über eine eigene Datenbanktabelle (MS Access Format) Kontrollzonen für Flughäfen eingegeben werden, die anschließend im "Moving Map" Fenster des FlightSim Commanders dargestellt werden. Dabei wird FlightSim Commander schon mit einer sehr Umfangreichen Datenbank ausgeliefert, in der ich die Kontrollzonen um alle größeren deutschen Flughäfen gefunden habe. Ebenso können Pflichtmeldepunkte eingegeben und später dargestellt werden. Pflichtmeldepunkte kennzeichnen fixe Orte, an denen ein unkontrolliert fliegendes Flugzeug (nicht vom Boden Radar gesteuert), in eine Kontrollzone einfliegt.

Profile.png (4597 bytes)Sascha Felix bietet eine Datenbank mit allen Navigationseinrichtungen, die im FS2000 enthalten sind zum Download (4,5 MB) an. Alternativ kann sich jeder Benutzer auch aus den Szenerie-Files, die auf seinem Computer installiert sind, eigene Datenbanken erzeugen. Zu diesem Zweck bietet FlightSim Commander die Möglichkeit AFD.bgl bzw. nur .BGL Dateien auszulesen und daraus Datenbanken zu erstellen.

Für das Management dieser Datenbanken bietet FlightSim Commander eine ganze Reihe von Funktionen, die es dem Anwender erlauben durch eine Vorauswahl das Gebiet in dem Navigationsdaten eingeladen werden sollen zu beschränken. Ziel ist es sicherlich hier dem Anwender eine möglichst Hohe Darstellungsgeschwindigkeit zu bieten.

Datenbank.png (10179 bytes)Viele Flugplaner, die ich mir in der Vergangenheit angesehen habe, krankten selbst auf meinem P3/500 mit 256MB Ram an sehr langsamen Bildschirmaufbauzeiten. FlightSim Commander besticht hier schon in den Default-Einstellungen durch so rasante Aufbauzeiten, daß für mich keine Wünsche offen bleiben. Wahlweise lassen sich "Intersection" und "Taxiways" als Kartenelemente separat hinzuladen, was natürlich zu lasten der Anzeigegeschwindigkeit geht.

Die Kartendarstellung enthält unter anderem Küstenlinien. Einzelne Teile der Anzeige, wie NDBs oder VORs, Intersections und Flughäfen lassen sich einzeln ein- und ausschalten. Die dargestellte Karte läßt sich sehr schnell über die Tastatur (BildAuf und BildAb Tasten) Zoomen. Bei entsprechend hohen Zoomstufen werden Details, wie Flughafengelände mit Rollwegen und Vorfeldern erkennbar. Innerhalb der Karte können jederzeit Entfernungen abgemessen werden. Details zu speziellen Navigationspunkten können in kleinen Fenstern in die Karte eingeblendet werden. Diese Fenster können beliebig verschoben werden, um einen übersichtlichen Ausdruck zu gewährleisten. Der dargestellte Kartenausschnitt kann jederzeit mit einem Mausklick verschoben werden.

MapPlan.png (23887 bytes)SIDs und STARs:

Gerade auf dem Gebiet der SIDs und STARs (Standard An- und Abflugrouten zu großen Flughäfen), habe ich bisher noch keine befriedigende Umsetzung bei einem Flugplaner gesehen. FlightSim Commander bietet hier ein eigene Lösung, die ich mit etwas gemischten Gefühlen betrachte. FlightSim Commander generiert aus dem ersten Funkfeuer nach dem Start bzw. dem letzten Funkfeuer vor der Landung und der entsprechenden Start- bzw. Landebahn eine eigenes SID bzw. STAR.

Diese haben jedoch nichts mit realen SIDs oder STARs gemein, die man in existierenden Jeppesen Karten finden kann. Wenn man hier auf den hundertprozentigen Realismus verzichten kann, bietet FlightSim Commander mit eine der einfachsten und unkompliziertesten Umsetzungen dieser Thematik, die ich kenne. Allerdings kann man nur die Anflugkarten verwenden, die man selbst mit FlightSim Commander nach erfolgter Flugplanung ausgedruckt hat. Diese An- und Abflüge sind nicht kompatibel zu den SIDs und STARs, wie sie z.B. in EFIS98 umgesetzt werden und schon gar nicht mit den realen offiziell veröffentlichten SIDs und STARs.

SidStar.png (9070 bytes)Intersections und Airways:

FlightSim Commander besticht durch eine solche Vielfalt von Funktionen und durch eine so große Anzahl von Details, daß ich zunächst nicht glauben konnte, daß Airways (Luftstraßen, auf denen sich üblicherweise Großraumflugzeuge bewegen) nicht umgesetzt sind. Nach einigem Suchen im Programm habe ich Sascha Felix per eMail danach gefragt, und er hat mir bestätigt, daß Airways derzeit von FlightSim Commander nicht unterstützt werden. Sascha Felix plant jedoch, dies in einer späteren Version nachzubessern. Wer meinen letzten Testbericht (Radar Contact 99) kennt, weiß, daß ich gerne innereuropäische Flüge mit Fliegern, wie der 737 mit dem FS2000 fliege. Gerade bei solchen Flügen, oder auch bei Interkontinentalflügen für die FlightSim Commander ja sogar die Möglichkeit der Großkreis-Navigation bietet, ist das Fehlen von Airways eigentlich ein KO-Kriterium. Um so unverständlicher erscheint mir das Fehlen der Airways, wenn ich bedenke, dass sie in den Standard-Datenbanken des FS2000 enthalten sind und eigentlich nur zusammen mit den anderen Navigationsdaten mit ausgelesen werden müssten. Ich hoffe sehr, dass dieses Feature möglichst bald nachgereicht werden kann.

GPS und ATC:

Durch die neuen Module von FlightSim Commander, die eine direkte Kopplung an den Flight Simulator erlauben, wird das Programm zu einem GPS mit automatischer Kartendarstellung (Moving Map). Ganz nebenbei simuliert FlightSim Commander noch den Funksprechverkehr während des Fluges. Augenblicklich muss dabei FlightSim Commander noch auf dem gleichen Computer laufen, wie der Flight Simulator selbst. In der nächsten Version vom FlightSim Commander wird eine Kopplung über das Netzwerk und somit eine Verteilung auf zwei Computer möglich sein.

Das GPS stellt vier verschiedene Seiten bzw.Modi zur Verfügung, mit folgenden Daten: Position, inkl. Höhe, Geschwindigkeit über Grund und wahre Luftgeschwindigkeit (TAS), sowie Kursdaten (rechtsweisend, missweisend, Vorhaltewinkel und Missweisung). Im Flugplanmodus werden Informationen über den nächsten Wegpunkt (NDB-, VOR-Frequenz), den Zielflughafen (Landebahn, ATIS-Frequenz, Entfernung) angezeigt. Zusätzlich können Wetterdaten, wie Windgeschwindigkeit und Windrichtung angezeigt werden. Im Flugplanmodus können allerdings keine beliebigen Punkte als Wegpunkte definiert werden, sondern nur solche Navigationspunkte (VOR, NDB, Intersection), die im Flugplaner ausgewählt werden können.

Das GPS kann den Autopiloten des Flight Simulator steuern, bzw. dessen Kurs-, Höhen- und Geschwindigkeitswerte einstellen. Dabei kann das GPS den kompletten Flugplan abfliegen, den man zuvor erstellt hat. Ein Direct-To Modus erlaubt sofort von der augenblicklichen Position zu einem ausgewählten Navigationspunkt zu fliegen.

Zusätzliche Fenster können eingeblendet werden, die einmal die aktuelle Position (horizontal oder vertikal) des Flugzeuges beim Landeanflug darstellen. Dies stellt ein hervorragendes Mittel dar, um seine manuellen Flugfertigkeiten zu überwachen und zu trainieren.
Zusätzlich kann die erwähnte Moving Map in das aktuelle Panel eingebunden werden, um die aktuelle Position und die umgebenden Navigationshilfen darzustellen. Hier können auch die selbst definierten Kontrollzonen und Pflichtmeldepunkte eingeblendet werden, was für den Piloten, der vom unkontrollierten Flug in den Luftraum eines größeren Flughafen eindringt, von großem Interesse sein kann. Ob die Moving Map darüber hinaus einen Wert im Einsatz unter FS2000 hat, wage ich zu bezweifeln - für Benutzer der älteren Version FS98 ist es jedoch eine Möglichkeit eine gute und unkomplizierte Moving Map darzustellen.

Gps.png (502156 bytes)

Über das GPS Fenster wird auch die Kommunikation mit dem virtuellen Fluglotsen abgewickelt. Ein Knopf im GPS öffnet den Funkkanal auf der aktuell ausgewählten Frequenz. FlightSim Commander erkennt nun anhand der Flugdaten, die es vom Flight Simulator bekommt, die aktuelle Flugsituation und generiert den entsprechenden Funkspruch. Dabei hat FlightSim Commander ein eigenes Verzeichnis mit Sound-Dateien (WAV-Format), die der Benutzer bei Bedarf beliebig anpassen oder auch selbst besprechen kann. Die Sprachqualität ist dabei ebenso gut, wie bei herkömmlichen Adventures. Zwei weitere Knöpfe auf dem GPS dienen dazu eine neue Flughöhe anzufordern, wenn dem Piloten die aktuell zugewiesene Höhe nicht zusagt, z.B. wegen starker Turbulenzen oder ungünstigen Winden. Der dritte Button sendet entweder einen Notruf, oder meldet einen gescheiterten Anflug (Missed Approach), je nach aktueller Flugsituation. Bei einem Notfall wird man per Funk zum nächsten Flughafen geleitet und auf eine günstige Landebahn geführt. Dies kann auch vom Autopiloten geflogen werden. Bei einem gescheiterten Anflug wird man, wie üblich um den Platz herum zu einem neuen Landeanflug geführt.

Fazit:

Als Flugplaner ist FlightSim Commander alleine im Bildaufbau der Konkurrenz ein ganzen Stück voraus. Möglichkeiten per Tastendruck schnell und unkompliziert zu zoomen, runden die Darstellungsqualität ab. Zusatzinformationen wie Anflugkarten, SIDs und STARs (wenn auch nicht realistisch), so wie Treibstofftabellen lassen kaum Wünsche offen. Kontrollzonen und Pflichtmeldepunkte dürften ein Leckerbissen für den ambitionierten VFR Piloten darstellen. Um so bitterer wiegt das Fehlen der Luftfahrtstraßen, die mittlerweile schon von einige Konkurrenzprodukten umgesetzt wurden (unter Anderem dem FS2000 eigenen Flugplaner). Wäre dieses letzte Feature umgesetzt, so wäre im FlightSim Commander der perfekte Flugplaner für mich.

Die restlichen Funktionen heben FlightSim Commander weit über einen herkömmlichen Flugplaner hinaus. Allerdings kann hier nicht ganz die Komplexität spezialisierter Adventure-Generatoren erreicht werden. Der technische Ansatz den Funkverkehr ohne Adventure umzusetzen ist sicherlich interessant. Die Umsetzung bietet dabei Features, die ich schon lange in anderen Adventure-Generatoren vermisst habe, wie z.B. die Meldung von Notfällen oder die Bitte um eine andere Flughöhe, als die zugeteilte. Letztlich erreicht die Qualität des Funkverkehrs jedoch nicht das Niveau von spezialisierten Programmen wie Radar Contact 99. Ich vermute, dass Sascha Felix eher dem Einsteiger oder dem ambitionierten VFR-Piloten die Möglichkeit bieten möchte, vom Cockpit seiner Cessna 182 aus ein wenig in die Welt des Funksprechverkehrs hineinzuschnuppern. Wer den Funksprechverkehr kommerzieller Linienflüge sucht, wird sicherlich enttäuscht, aber für kurze Flüge mit Kleinflugzeugen macht diese Art des Funkverkehrs durchaus eine Menge Spaß. Perfekt wäre es natürlich, wenn der Funksprechverkehr auch auf das Einfliegen in Kontrollzonen und das Passieren von Pflichtmeldepunkten reagieren würde. Das scheint mir derzeit jedoch noch nicht der Fall zu sein.

Abschließend realisiert die Funktion des Flugdatenschreiber mit der entsprechenden Auswertungsmöglichkeiten ein Feature, dass ich schon immer im Flight Simulator vermisst habe. Als ich vor vielen Jahren mal beim Pilotentest der Deutschen Lufthansa war (erfolglos), verwendeten die Prüfer genau so ein Verfahren, um die Genauigkeit meiner simulierten Flüge zu überprüfen. Hier bietet sich also eine ideale Möglichkeit, um die Exaktheit seiner Flüge zu trainieren. Dies gilt ganz genauso für die Echtzeitüberwachung von ILS-Landeanflügen, die z.B. in den echten Lufthansa Simulatoren auch jederzeit zur Verfügung steht. Für mich sind diese Funktionen das heimliche Highlight des neuen FlightSim Commanders, auch wenn sie in der Dokumentation eher nur nebenbei Erwähnung finden.

Unter dem Strich bleibt ein nahezu perfekter Flugplaner übrig, der durch die Ergänzung von GPS und ATC mehr sein möchte als ein Flugplaner. Damit ist FlightSim Commander wieder ein ganz typischer Vertreter der Gruppe von Zusatzprogrammen für den Flight Simulator, die über eine Unmenge von Features verfügen und auf ein oder zwei Gebieten wirklich brillant sind. Auf anderen hinken sie dafür Konkurrenzprodukten mitunter weit hinter her. Wer rundum versorgt sein möchte kommt im Flight Simulator Umfeld nicht umhin eine ganze Reihe von Zusatzprogrammen zu erwerben.

Alle Versuche ein Programm für Alles zu schreiben sind bisher immer an Grenzen gestoßen, die von spezialisierten Tools weit überschritten wurden.

Robin Breyl
robin@breyl.de
10. März 2000

INFORMATION

DATEIEN

TEST SYSTEM

  • P3/500, 256MB Ram, Voodoo3, SB Live!, FS98, FS2000Pro mit Patch

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