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FSTraffic oder Nie mehr allein fliegen !
von Michael Kruse

So einfach läßt sich die neue Realitätssteigerung für den FS98 und FS2000 umschreiben. Ein Stern geht auf am Shareware (Flusi)-Himmel, denn es wird voll in der Luft und auf den virtuellen Flughäfen dieser Welt.

Die gute Idee des "Try before you buy", ermöglicht es "einsamen" Piloten|innen) nach dem Download (runde 2 MB) von http://www.fstraffic.com  das Programm vor einem eventuellen Kauf für 30 Minuten zu testen. Danach läuft der Flusi zwar weiter, aber FSTraffic klinkt sich aus. Der Name FSTraffic ist wirklich Programm, denn nach der schnellen Installation müssen zunächst einmal die Flugzeuge, die im späteren Verkehr zu sehen sind, über den Aircraft Converter ausgewählt, klassifiziert und eingebunden werden. Danach bedarf es eines Neustarts des FS und schon kann der Luftraum sich füllen.

schaltzentrale.gif (32474 bytes)Über den in der Menüleiste integrierten Punkt LAGO kann FSTraffic komfortabel bedient werden. Viele wichtige Parameter sind einstellbar, denn einige werden sich wohl gleich sagen: "jegliche Dynamik im FS lässt meine Anzahl Bilder pro Sekunde doch dermaßen in den Keller sausen, dass ich mir lieber ein Daumenkino angucke als den Flugsimulator". Weit gefehlt, denn die einstellbare Mindestrate an Bildern pro Sekunde sorgt für weiterhin flüssiges Fliegen. Zudem konnte ich nur einen marginalen Einbruch von ca. 1 (in Worten: EINEM) FPS feststellen, was auf eine sehr gute und geschickte Programmierung schließen lässt.

rwy.gif (86023 bytes)Nachdem alle Flugzeuge eingebunden wurden muss für das sofortige Loslegen nur noch der Traffic Generator bedient werden. Selbiger erstellt anhand der ILS-Gleitpfade diverse An- und Abflüge für die implementierten Flugzeuge. Die Windrichtung des Simulators beeinflusst die jeweilige Flugrichtung. Bereits nach 2-3 Minuten gibt es den ersten AHA Effekt. Da bewegt sich doch was ? Eine Cessna ist im Anflug auf Meigs Field und ich muss zusehen in die Luft zu kommen.

hubi_747.gif (70061 bytes)Die wählbare Anzahl an sichtbaren Flugzeugen und der Umkreis sorgen für unterschiedlich viel Dynamik, die sofort den Realismus um einen großen Faktor steigen lässt. Geschickerweise wandert die Dynamik bei einem Flug mit. Damit ist sichergestellt das in einem Umkreis von bspw. 25 Meilen Flugzeuge zu sehen sind. Ein Beispiel: bei einem Flug von Düsseldorf nach Frankfurt, wird zunächst Dynamik für Düsseldorf, Mönchengladbach, Dortmund usw. erstellt. Erst nach dem Start und mit Kurs Richtung Süden, wird die zuvor genannte Dynamik deaktiviert und beispielweise Köln neu hinzugeschaltet. So umgibt die Dynamik das Flugzeug während des gesamten Fluges. Das hält den notwendigen CPU -Bedarf gering und die FPS Zahl konstant.

Ein weiteres Highlight ist das Aufzeichnen von eigenen Strecken die später durch die dynamischen Flieger abgespult werden. Diverse Rollwege, unterschiedliche An- und Abflüge sind mithin möglich und ermöglichen eigene reale oder irreale Kreationen. Damit sind die Möglichkeiten aber noch nicht ausgeschöpft. Die Programmierer haben für eine Im- und Export Möglichkeit gesorgt, um so einen Tausch von erstellten Rollwegen und An / Abflügen unter den Flusi-Fans aus aller Welt anzuregen. Auf der Homepage von FSTraffic können fertige Routen nach Buchstaben sortiert kostenlos heruntergeladen werden. Ein sehr lohnenswerter Download für Besitzer der GAP3 findet sich auf der Homepage der GAP 3 Autoren.
http://home.t-online.de/home/Th-Hirsch/Gad-Main.htm 
Die dort kostenfrei erhältliche dynamische Szenerie lässt Frankfurt nun endgültig zu einem Drehkreuz werden und befreit den Airport vom Status Provinznest ohne Bewegung. Sehr schön ist der Tipp, doch mal einfach einen Stau entstehen zu lassen. Die Flugzeuge im FSTraffic besitzen soviel KI das sie keinen Auffahrunfall verursachen sondern in korrektem Abstand auf ein Weiterrollen warten.

cockpit2.gif (148102 bytes)Bevor hier vollends der Eindruck entstehen kann, der Verfasser hat den Boden unter den Füßen verloren und wurde mit einem Freiflug nach Osnabrück geködert, nun auch ein paar Schwachstellen. Die Server-Verbindung zu http://www.Fstraffic.com  ist nicht immer die schnellste. Ein Download empfiehlt sich eher nicht gegen Abend in Europa. Dafür ist der Support und die Aktualität aber auf sehr hohem Standard. Viele Probleme wurden bereits gepatcht und ein guter Ablauf des Programms ist gewährleistet. Auch andere Dinge sind mir aufgefallen, die aber nicht unmittelbar auf FSTraffic zurückzuführen sind. Bei gleichzeitigem Einsatz von bspw. FS98, Europa Pro und GAP3 Szenerie landeten und starteten in Mönchengladbach die Flugzeuge ein paar Meter neben der Piste, was an der "Doppelinstallation" der Szenerie samt Gleitpfad liegen wird. Ebenso unglücklich finde ich das gleichzeitige blinken aller Positionsleuchten bei den dynamischen Flugzeugen. Ein Effekt der bei Nacht einen merkwürdigen Eindruck hinterlässt. Fast so wie ein Walzer im ¾ Takt. Vielleicht kann dort noch mal der Schraubenzieher angesetzt werden ;-)

cockpit.gif (142275 bytes)Insgesamt ein Programm das mit 19,99 EURO viel Leistung bei geringem Ressourcenhunger zu einem vertretbaren Preis liefert. Der Trend zum direkten Download von Software aus dem Internet hält auch hier weiteren Einzug und ist ein neuartiger aber bereits konkurrenzfähiger Distributionskanal. Ein HELP File wird mitgeliefert und eine Dokumentation (beides in Englisch) ist auf der Homepage im Adobe Akrobat Format erhältlich. Die Idee mit dem 30 Minuten Test gefällt mir ausgezeichnet, da der Kunde so vor einem Fehlkauf gefeit ist. Flusi Freunde die mit dem FS98 und hohen Frameraten unterwegs sind brauchen keinen Einbruch der FPS zu befürchten. Piloten die wie ich den FS2000 nutzen werden es vielleicht nicht so leicht verschmerzen ein ganzes Frame abzutreten. Die Zeiten ändern sich bestimmt auch noch ;-)

Michael Kruse
michael.kr@arcormail.de
21.November 1999

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