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Radar Contact 99
von JDT LLC

getested von Robin Breyl

Dem kürzlichen Ruf nach neuen Software-Testern für Simflight.de folgend, habe ich mich entschlossen einen Testbericht über Radar Contact 99 in der aktuellen Version 1.2 zu schreiben.
Wie sich im Verlaufe des Tests herausgestellt hat, habe ich mir da keine leichte Aufgabe ausgesucht, da das Programm recht komplex ist. Auch fällt es mir nicht leicht, eindeutig den Daumen zu heben oder zu senken.

Radar Contact 99 (RC99) ist ein Adventure Generator, der für den FS98 geschrieben wurde, jedoch annähernd uneingeschränkt auch mit dem FS2000 verwendet werden kann.
Beim Durchlesen der Produktbeschreibung fielen mir zunächst einige Besonderheiten auf:

Einer der Autoren, Doug Thompson, arbeitet als Fluglotse in Memphis, während der andere, John Dekker, seine Brötchen als System-Analytiker verdient. Beide sind zudem noch Flugsimulator-Enthusiasten und hatten zum Ziel einen Adventure-Generator zu schreiben, der Radar-ATC Adventures erzeugt, die den offiziellen Regeln der amerikanischen Luftaufsichtsbehörde FAA möglichst genau entsprechen (7110.65 FAA Regeln).

Soweit so gut. Ich kenne nun schon seit einiger Zeit Programme, wie den guten alten Flight Shop, der schon vor Jahren mehr oder auch weniger zufriedenstellend ATC-Adventures erzeugt hat sowie das neuere ProFlight98 . Letzteres wurde etwa vor einem Jahr von der Fachpresse hochgelobt und auch von mir damals recht intensiv genutzt.
Gerade im Gegensatz zu ProFlight98 erschien mir Radar Contact 99 zunächst etwas arm an Features. Um den Unterschied zu verdeutlichen gebe ich hier einen kurzen Abriß, wie ein Adventure mit ProFlight98 erzeugt und geflogen wird:

ProFlight98 kommt mit einem mittelmäßig detaillierten Flugplaner daher, in dem man sich seine gewünschte Flugroute zusammenklickt oder automatisch erstellen lässt. Anschließend können Treibstoffberechnungen durchgeführt werden und verschiedene Tabellen der Flugstrecke ausgedruckt werden. Danach wird der Flugplan zu einem Adventure übersetzt und im FS98/FS2000 Adventure-Verzeichnis abgelegt.
Startet man den FS98/FS2000 Flugsimulator können dort spezielle, mit ProFlight98 gelieferte Panels geladen werden, die ein recht umfangreiches FMS (Flight Management System) beinhalten. In dieses FMS wird der Flugplan geladen und anschließend das neu generierte Adventure gestartet. Danach kann man unter ATC-Kontrolle die Flugstrecke entweder manuell abfliegen oder das FMS an den Autopiloten koppeln und vom Computer fliegen lassen.

Wie sieht es nun mit Radar Contact 99 aus? Radar Contact 99 benötigt zuerst mal einen Flugplaner, da es ohne einen solchen ausgeliefert wird. Stattdessen bietet es Schnittstellen zu einer ganzen Reihe von Freeware, Shareware und komerziellen Flugplanern. Zum Beispiel:

Dann benötigt es einen Adventure-Compiler, wie APLC32, da ebenfalls keiner mitgeliefert wird. Ein Adventure-Compiler erzeugt aus dem ASCII-Quelltext, der ein Adventure beschreibt, die eigentlichen Steuerdaten für den FS98/FS2000. Abschließend kann/sollte man sich noch ein FMS besorgen, z.B.: EFIS 98 oder Flight Director 99, wenn man das Adventure für einen Airliner gedacht hat.

RC99 bietet beim Starten die Auswahl zwischen den verschiedenen Flight Planern. Dabei muß bereits ein fertig erstellter Flugplan vorliegen, der von RC99 verarbeitet werden kann. Liegen noch keine Flugpläne in den entsprechenden Verzeichnissen der Planer vor, kommt auch RC99 nicht weiter - dies ist zwar eigentlich offensichtlich, kann aber bei der Erstinstallation von RC99 und einem Planer zu Verwirrung führen - wenigstens bei mir...

rc99_1.png (13768 bytes)
RC99 Planner-Auswahl-Menu

Hat man den gewünschten Flugplan ausgewählt, kann man die verwendeten Funkfrequenzen editieren, sowie die Kennung der eigenen Maschine angeben. Durch Druck auf den Finish-Button wird das Adventure generiert und in das Adventure-Verzeichnis des FS98/2000 kopiert:

rc99_2.png (14949 bytes)
RC99 Flugdaten

Nachdem ich diese Fakten zusammen hatte, stellte sich mir die Frage, was macht Radar Contact denn eigentlich für seine 29 $US? Es hat keinen Flugplaner, es hat keinen Adventure Compiler und schon gar kein FMS im Sinne eines EIFS98, ProFlight99 oder Flight Director 99 - worin sieht RC99 also seine Besonderheit?

Es ist das Adventure selber. RC99 nimmt die Daten des Flugplans und erzeugt daraus den Quelltext eines hoch-realistischen Adventures. Dabei bietet RC99 tatsächlich eine Reihe von Features, die andere Adventure-Generatoren vermissen lassen.
Zunächst können etliche Stimmen und verschiedenste Background Funksprüche eingebunden werden (was bei ProFlight98 ebenso möglich ist). Darüber hinaus besteht bei jedem Adventure die 20%ige Chance verschiedene Delays zu bekommen. So kann es durchaus sein, daß man vor seinem Zielflughafen einige Zeit im Holding verbringt. Da bleibt nur zu hoffen, daß der Simulator-Pilot genügend Treibstoff für solche Eventualitäten getankt hat.

Bekommt man eine solche Holding-Aufforderung, besteht die Wahl, das Holding in eigenem Ermessen nach den üblichen Verfahren zu fliegen (Holding Pattern), oder sich vom Radar-Controller an die Hand nehmen zu lassen (Holding Vectors). Im letzteren Fall bekommt man ständig Kursvektoren angesagt, die einen durch das Holding-Pattern führen. Ein Radarlotse aus Düsseldorf erklärte mir jedoch, daß Holding-Vektoren in der Praxis ziemlich unüblich sind. Zum einen wird die Arbeitsbelastung für den Lotsen sehr schnell sehr hoch, wenn er neben seinen normalen Aufgaben noch drei, vier Flieger durch ihre Holdings sprechen muß und zum anderen überlappen sich einfach die Symbole der Flugzeuge in einem Holding auf den Radarschirmen des Lotsen, so das er sehr schwer exakte Informationen auslesen kann. Wer also Wert auf Realismus legt, sollte die Holdings selber fliegen.
Möchte man Holdings üben, kann man die Wahrscheinlichkeit eines solchen beim Start des Adventures auch direkt auf 100% setzen, oder wenn man es eilig hat, auf 0%.

Die aktive Startbahn wird von RC99 bei jedem Adventure-Lauf neu aus den aktuellen Winddaten berechnet, so das man durchaus beim gleichen Adventure heute die südliche Runway zugewiesen bekommt und morgen die nördliche.
Hin und wieder werden Meldungen über fremde Flugzeuge eingestreut, die den Piloten auch manches mal zu Kurskorrekturen anhalten. Allerdings sind die fremden Flugzeuge nicht wirklich vorhanden. Man bekommt nichts zu sehen und Zusammenstösse kommen auch nicht vor. Auch dieses Feature kann man ein- oder ausschalten.

Eine weitere Besonderheit stellen die Crossing-Restrictions dar. Bis vor kurzem war ich noch der Meinung, daß ein Pilot im Reiseflug irgendwann vom Radar-Controller die Aufforderung bekommt in den Sinkflug zur Landung überzugehen.Wie ich jedoch von einem befreundeten B737 und A340 Piloten erfahren habe, ist das in der Realität nicht der Fall. Der Pilot kündigt in der Regel lediglich seine Absicht zu sinken an und bekommt dafür eine Freigabe des Controllers. In Radar Contact 99 sieht die Lösung so aus, daß der Lotse dem Piloten ungefähr am TOD (Top of Decent) sagt, daß er an einer bestimmten Stelle eine bestimmte Höhe erreicht haben muß, wenn er in den Luftraum des Zielflughafen einfliegen möchte - das ist eine Crossing Restriction. Der Pilot muß nun eigenverantwortlich sinken und zusehen, daß er am angegebenen Punkt die angewiesene Höhe erreicht hat. Crossing Restrictions sind in Amerika üblich, finden in Europa, bzw. Deutschland jedoch kaum Anwendung.

Das bringt uns zum nächsten erwähnenswerten Merkmal von Radar Contact 99: Die Controller selbst. Diese reagieren ziemlich emfpindlich, wenn man ihren Anweisungen nicht folgt. Man kann sagen, daß es einen Anschiß gibt, dessen Heftigkeit bei Wiederholung deutlich zunimmt.Wie im wahren Leben auch, erwarten die simulierten Fluglotsen, daß der Pilot sein Handwerk versteht und sein Flugzeug professionell beherrscht. Die Lotsen haben ein sehr wachsames Auge auf Höhen- und Kursabweichungen und schneller als 250 Knoten sollte man unterhalb von 10000 Fuß besser auch nicht fliegen. Auch sollte man sein Barometer auf die Standarddruckwerte einstellen, wenn man 180000 Fuß überschreitet und beim Sinkflug ist es ebenso ratsam den Druckwert des Zielflughafens aus der ATIS abzufragen und einzustellen, da man sonst leicht die zugewiesenen Flughöhen verfehlt (FS2000: siehe Bugs, weiter unten).
Schafft man es nicht, eine Crossing Restriction einzuhalten, so wird man vom netten Controller darauf hingewiesen und darf einen schönen Vollkreis fliegen, damit man viel Zeit hat die geforderte Flughöhe doch noch zu erreichen. Da freuen sich nicht nur die Passagiere ueber die Extra-Flugzeit, auch der Tankwart sieht sowas gern!

Für den Landeanflug wird man recht sanft auf die benötigten Flugvektoren gebracht und auch ziemlich genau im Leitstrahl des ILS der aktiven Bahn "abgesetzt". Die aktive Bahn wird dabei wieder aus den aktuellen Wetterbedingungen ermittelt und stimmt mit den Angaben des lokalen ATIS überein. SIDs und STARs (Standard An- und Abflugrouten) werden derzeit noch nicht von RC99 angeboten, sollen jedoch in der nächsten Version genutzt werden können.
Möchte man den Landeanflug doch lieber abbrechen oder wenn FS Traffic mal wieder eine 737 auf die Bahn rollt, während man gleichzeitig "fivehundert" vom Radarhöhenmesser angesagt bekommt, kann man dem virtuellen Fluglotsen mittels Tastendruck auch einen Go-Around melden. In diesem Falle wird man fast sofort vom Tower-Lotsen wieder zum Anflug-Lotsen weitergereicht. Der läßt einen erst mal ein paar Sekunden in Ruhe, bis man seine Maschine wieder in einem kontrollierten Steigflug hat und das Fahrwerk eingefahren ist. Anschließend wird man in einem recht großen Bogen in etwa 15 Meilen Entfernung um den Platz herumgeführt, um sich schließlich wieder in den normalen Anflug einzugliedern. Für dieses Verfahren sollte man jedoch unbedingt noch eine ganze Menge Treibstoff im Tank haben, da ein längerer Flug in 3000 Fuß Höhe nicht gerade spritsparend ist.
Ein Alternate, einen Ersatz-Zielflughafen, wird derzeit von Radar Contact 99 noch nicht unterstützt. Vielleicht erlauben es zukünftige Versionen zu diverten.

Hat man das Adventure komplett abgeflogen und die Maschine schließlich am Terminal des Zielflughafens zum Stehen gebracht, so gibt es noch eine Abschließende Bewertung des Lotsen, die bei mir allerdings meist eher laut und heftig ausfielen und einen Besuch der FAA (Amerikanische Luftfahrtsaufsichtsbehörde) ankündigten ;-)

Neben den Terminal-Airport Adventures, die komplette Radar-Überwachung bieten, können Abflug- oder Zielflughafen auch als Non-Terminal Airport definiert werden. Dies entspricht eher kleinen, bis sehr kleinen unkontrollierten Flugfeldern. Ein interesantes Feature für Sim-Piloten, die Flüge mit Kleinflugzeugen unter ATC-Führung durchführen wollen. RC99 generiert entsprechend andere Prozeduren für nicht-kontrollierte Airports. Beim Start bekommt man üblicherweise ein Startfreigabe vom Center-Lotsen, die jedoch nur eine begrenzte Zeit gültig ist. Hat man sich eine gewisse Zeit nach der Startfreigabe nicht beim Center-Controller gemeldet, alarmiert dieser irgendwann die Suchmanschaften...

Was macht die Bewertung des Programmes nun so schwierig? Zum einen hatte ich beim Fliegen der Adventures ziemlich viel Spaß - wenngleich die Kommentare der Lotsen zart besaiteten Gemütern möglicherweise etwas zu heftig sind. Nachdem, was ich in verschiedenen Telefonaten mit dem erwähnten 737/340 Piloten und dem Fluglotsen aus Düsseldorf erfahren habe, sind die erzeugten Adventures wirklich ziemlich realistisch, wenngleich auch merklich auf den amerikanischen Luftraum bezogen.

Ein wenig geärgert habe ich mich jedoch über das Preis/Leistungsverhältnis. Radar Contact 99 wird für 29$US angeboten, während ProFlight98 mit 39$US nur 10$US mehr kostet. Dafür bietet ProFlight neben einem Flugplaner, einen eigenen Compiler (obwohl man APLC32 ebenfalls einbinden kann) und ein recht gutes FMS, ganz zu schweigen von einigen Flugzeugen und Panels. Mittlerweile sehe ich das Fehlen eines Flugplaners zwar nicht mehr ganz so negativ wie zu beginn, immerhin hat man die Möglichkeit der Wahl zwischen verschiedenen Planern und kann evtl. sogar seinen bisherigen Lieblingsplaner weiter verwenden - wenngleich hier unter Umständen noch weitere Kosten auf den Sim-Piloten zukommen, der noch keinen Planer besitzt.
Das FMS ist wiederum eine andere Sache. RC99 bietet eine Art abgespecktes ASCII-FMS in Form einer eingeblendeten Textzeile am oberen Bildschirmrand des FS98/2000. Hier kann man Richtung und Distanz zum nächsten Wegpunkt ablesen oder auch mit CTRL-Shift-Tastenkombinationen einen Wegpunkt vor- oder zurückspringen. Die notwendigen Funkfrequenzen lassen sich ebenfalls anzeigen und sogar direkt in die COM-Console des Flugzeugs übertragen.

Im folgenden Screenshot ist das Mini-FMS von Radar Contact 99 in der oberen linken Bildschirmecke zu sehen.
Anmerkung: Bei dem verwendeten Panel handelt es sich um die hervorragende First-Officer Variante des Improved 737 Panel von Jorge Alsina. Darüber liegt das FMS von EFIS 98 mit dem NAV-Display unten rechts und dem FMS in der linken Hälfte des Panels. Oben rechts ist das Autopilot Panel von EFIS 98. Vor der Windschutzscheibe ist ein Wenig von der FS2000 Version der German Airports 3 (Düsseldorf, EDDL) zu sehen.

rc99_3.jpg (134520 bytes)
ASCI FMS im Cockpit

Aber ein "richtiges" FMS ala EFIS98 ist es eben doch nicht. Die Autoren von Radar Contact 99 empfehlen dafürFlight Director 99 welches derzeit als FMS eingebunden werden kann. Dieses schlägt jedoch mit weiteren 34.99 $US zu Buche und kann meiner Meinnug nach EFIS98 nicht das Wasser reichen (aber das ist persönlicher Geschmack).

Man muß den Autoren von RC99 jedoch zu Gute halten, dass sie derzeit versuchen mit dem Autor von EFIS98 eine Übereinkunft zu erzielen, dass RC99 Flugpläne in das Format von EFIS98 konvertiert werden können, bzw. umgekehrt. Hierzu gibt es eine Reihe interessanter Artikel im Forum auf der EFIS98 Homepage (siehe Nachricht Radar Contact and EFIS 98 von John Dekker).
Leider scheint es hier noch einige rechtliche und/oder politische Schwierigkeiten zu geben. Wünschenswert wäre diese Lösung in jedem Falle.

Abgerundet wird RC99 durch eine Reihe von Zusatzmodulen mit neuen Lotsen-Sprechern, neuem Hintergrund-Sprechfunk, den Ansagen virtueller Flugbegleiter und gesprochenen Checklisten (hat mir sehr gefallen), sowie die erwähnte Anbindung an den Flight Director 99 von Jeff Wheeler (bekannt z.B. durch sein FS Clouds). Mit SimVoice ist seit kurzem nun noch ein Programm auf dem Markt, welches es ermöglicht, professionell eigene Sprachsets aufzunehmen und in verschiedene ATC-Tools wie RC99 oder ProFlight98 einzubinden.

Zuletzt bleiben einige Bugs oder Eigenheiten, die mir aufgefallen sind. Ich habe RC99 mit dem FS2000 getestet. Hier gab es offenbar Schwierigkeiten die Wetterdaten (z.B. Luftdruck, Bewölkungsgrad, etc.) korrekt vom FS2000 auszulesen. Dieses Problem ist den Autoren von RC99 bekannt und kann hoffentlich in der nächsten Version (2.0) gelöst werden.

Bei einem Flug von Zürich (LSZH) nach Amsterdam (EHAM) hat mich der Lotse 100 Meilen (!!!) vor Amsterdam in ein Holding geschickt, mit einer zugewiesenen Flughöhe von 10000 Fuß (3000 Meter). Das hätte im wahren Leben sicherlich zu ziemlichem Entsetzen bei Anwohnern im betreffenden Gebiet (irgendwo über Luxemburg) geführt. Nach Aussage des 737/340 Piloten ein sehr außergewöhnlicher Ort für ein Holding ;-) Nach Rücksprache mit den Autoren konnte ich dieses Problem lösen, in dem ich den letzten Punkt meines Flugplanes direkt auf die lokale VOR am Zielflughafen legte. RC99 bestimmt die Position für Holdings nämlich durch einen festgelegten Abstand vom letzten Wegpunkt des Flugplans. Zuvor hatte ich eine Intersection ein ganzes Stück vor Amsterdam als letzten Wegpunkt programmiert.

Als letzten Wermutstropfen muß ich noch erwähnen, daß ich mir eigentlich bei jedem Flug einen heftigen Anschiß vom ersten Center-Lotsen eingefangen habe. Beim Abflug von einem Flughafen auf einer Bahn in hält mich der Departure-Lotse üblicherweise auf Runway-Heading, bis ich eine Höhe von 3000-5000 Fuß erreicht habe, bevor er mich auf meinen geplanten Flugweg schickt. Starte ich nun wegen der aktuellen Windverhältnisse nach Süden, habe aber einen Zielflughafen im Norden, so nörgelt der erste Center-Lotse minutenlang über meine Unfähigkeit meinen geplanten Kurs einzuhalten... Das ich ja erstmal dorthin fliegen muß scheint er nicht einzusehen. Die Autoren von RC99 haben jedoch angekündigt in einer nächsten Version SIDs und STARs aufzunehmen, womit dieses Problem weitestgehend behoben sein sollte.
Auch hier wußte John Dekker, Programmierer von RC99, eine Lösung fuer die aktuelle Version von RC99. Wenn man den ersten Wegpunkt des Fluges, im Gegensatz zum letzten, möglichst weit (30-40 Meilen) vom Startflughafen entfernt wählt, kann man dieses Problem sehr gut in den Griff bekommen.

Ist Radar Contact 99 sein Geld nun wert oder nicht? Ja, aber... für den fortgeschrittenen Sim-Piloten, der möglichst realistische Adventures möchte und bereit ist, hier einiges zu lernen, sowohl was das fliegerische angeht, als auch das Koppeln verschiedener Flightsim-Tools (Planner, APLC, EFIS, etc.) erscheinen mir die US$28 gut angelegt zu sein. Durch das Fehlen der genannten Features kann sich der Sim-Pilot selber sein Wahl-FMS und seinen Lieblingsplaner zu RC99 installieren - was natürlich Geld und Zeit kostet. Mit RC99 erwarten den Sim-Piloten realistische ATC-Adventures, die konzentriertes und sauberes Fliegen verlangen und dafür mit Holdings, wetterbedingten Startbahn-Änderungen, und einem echt pingeligen Fluglotsen belohnen.

Ich für meinen Teil werde RC99 sicherlich noch eine ganze Weile nutzen.

Wer hingegen erstmals in das Gebiet ATC hineinschnuppern möchte, oder sich nicht so gut mit der Installation verschiedener Programme im FS98/2000 Umfeld auskennt und auf das letzte Quantum Realismus verzichten kann, der sollte vielleicht lieber zu ProFlight 98 greifen, was für etwas mehr Geld deutlich mehr Features bietet - allerdings auch weniger interessante Adventures erzeugt.

Robin Breyl
robin@breyl.de
09. Januar 2000

Mein Dank für die Unterstützung bei dem Test und die Beantwortung meiner vielen dummen Fragen zum Thema geht an Gimpel und den Schergen.

INFORMATION

DATEIEN

TEST SYSTEM

  • P3/500, 256MB Ram, Voodoo3, SB Live!, FS98, FS2000Pro mit Patch

 

  • RC99v12.zip Radar Contact 99 Version 1.2 Install Program (5.3mb)
  • RC99v12k.zip Radar Contact 99 for FS2000 Version 1.2k update (rc99v12.zip required)
  • RC99HTM.zip Documentation (html)

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