Virgin
Islands 2000
von Chris Wilkes
getestet von Felix Dudek
Chris Wilkes hatte sich ja bereits im letzten Jahr mit seinen
Virgin Islands in die Topriege der Szenerie-Designer geschossen. Das
tropische Inselparadies mit seinen vielen verträumten Buchten, der
unglaublichen Vielfalt an Details und den ausgezeichneten Texturen
sorgte für puren Genuss im Flugsimulator. Nach dem Erscheinen des
FS2000 war die berühmte Abwärtskompatibilität nur noch Brühe, um
das mal salopp auszudrücken, und Chris' Virgins waren nutzlos. Nun
hat er jedoch seine Szenerie für den FS2000 umgeschrieben - so
steht dem Inselvergnügen wieder nichts mehr im Wege.
Besitzer der Vorgängerversion können bequem und kostenlos
updaten, müssen also nicht noch mal den vollen Preis bezahlen. Das
ist mehr als lobenswert. Und noch besser: die Virgins für den FS98
sind ab sofort als Freeware erhältlich. Dieses Angebot sollte sich
eigentlich niemand entgehen lassen, sofern er die Jungferninseln
noch nicht auf seiner Platte hat. Absolut Gentlemen-like - warum hat
die Queen Wilkes eigentlich noch nicht zum Sir geschlagen?
Aber kommen wir nun zum Eingemachten. Das Design der Inseln ist
nach wie vor makellos, die von Hand gezeichneten Texturen sind
einfach sehenswert und das tropische Grün machen diese Szenerie zum
Paradies, wie es im Buche steht. Die Küstenlinien wurden
überarbeitet, um nun noch besser mit dem Wasser des FS2K zu
harmonieren. Die Berge, die sich sanft abgerundet empor strecken,
wirken in Zusammenarbeit mit dem neuen Sichtweiten-System des FS
doppelt so gut, als es im Vorgänger ohnehin der Fall war. Kleine
Segelboote und Kreuzfahrtschiffe ankern nach wie vor in den Buchten,
auch das riesige Öllager ist immer noch präsent. Auf den
Inselstraßen kann man nun auch die kleinen Lichtpunkte sehen, die
Autos repräsentieren. So kommt neben der beibehaltenen dynamischen
Szenerie etwas Leben in die Bude. Und das ist auch gut so, denn die
Menschen, die vielen kleinen Details, die gerade diese Szenerie so
sehenswert machten, sind verschwunden. Die Flughäfen wirken nun
wortwörtlich menschenleer und das Flair, das sie noch im FS98
hatten, ist verschwunden. Aber Chris Wilkes hat bereits reagiert und
ein kleines Update in Aussicht gestellt, das dieses
"Problem" beheben wird.
Aus der Vergangenheit wissen wir ja, dass Chris immer sehr
schnell auf die Wünsche und Sorgen seiner Kunden reagiert hat,
somit ist also auf ein schnelles Release zu hoffen.
Apropos Flughäfen: auch hier hat sich nicht viel geändert. Die
Taxiway-Beleuchtung ist nun besser und realistischer, die Illuminierung
der Terminals und Vorfelder hätte ich mir allerdings etwas
effektvoller gewünscht.
Nichtsdestotrotz hat diese Szenerie eindeutigen "Must Have"
Status. Gerade in Verbindung mit den tollen Sonnenauf- und
Sonnenuntergängen lassen es die Virgins einem warm ums Herz werden,
ein Anflug im Regen entlang der Buchten sollte eigentlich niemand
versäumen. Für einen Preis von 20 Dollar findet man derzeit
eigentlich nichts besseres. Wir dürfen gespannt sein, was Chris uns
für den FS2000 noch alles bieten wird, denn die Ära des neuen
Simulators hat ja gerade erst angefangen.