Die German Airports bekommen
Konkurrenz! Das war der erste Gedanke der mir durch den
Kopf schoss, als ich Hans Jörg Müllers Umsetzung des Züricher
Flughafens vor Augen hatte.
Insbesondere die spektakulären Nachteffekte sind
unglaublich beeindruckend.
Der Preis dieser Szenerie kühlt den enthusiastischen
Simmer schließlich wieder ab. 48 Dollar für die
erweiterte Version, sind schon eine Menge. Es gibt zwar
eine abgespeckte Version der ZRH, aber darüber reden wir
hier nicht, da es schon die realistischste Variante sein
sollte, wenn man schon die Möglichkeit der Auswahl hat.
Die ZRH strotz vor Detailverliebtheit.
Wie bereits erwähnt, - qualitativ hat diese Szenerie den
gleichen Entwicklungsstand wie die German Airports Serie
von Aerosoft, darüber hinaus enthält dieses Add On
Features, die ich in der Form bisher noch nicht gegeben
hat.
Dieses Szenario unterscheidet sich jedoch gewaltig von
anderen Sceneries. Ich bin noch nie so oft bei virtueller
Nacht geflogen, seit ich die ZRH auf der Platte habe. Der
komplette Airport wurde wie beim realen Vorbild bis in die
kleinste Ecke ausgeleuchtet. Wo Licht ist, gibt’s auch
in der Realität Licht, die dunklen Ecken sind auch tatsächlich
in echt zappenduster.
Beim Nachtanflug bietet sich dem Simmer ein hyperreales
Bild. Der komplette Züricher Flughafen ist in typischem
orangem Kunstlicht eingehüllt. Der Anblick ist so
dramatisch, daß man beim ersten Approach die Instrumente
vergißt.
Auf dem Flughafen herrscht
dank einer ausgefeilten Dynamik reges Treiben. Die
dynamischen Flugzeuge gibt es, aber werden nicht im übertriebenen
Rahmen genutzt.
Bemerkenswert: Die dynamischen Flieger nutzen die tatsächlichen
Funkfeuer, die An- und Abflugverfahren entsprechen der
Realität, darunter auch das Anflugverfahren Sidestep
16/14.
Desweiteren sind auch fahrende Bodenfahrzeuge zu sehen.
Auch die statischen
Flugzeuge bieten typische Momentaufnahmen vom Geschehen
auf einem Airport. Schönes Beispiel: Ein Swissair Airbus
wird mit Verpflegung versorgt, angedockt ist ein Catering
Fahrzeug mit hochgefahrenem Container. Was sofort auffällt
ist die große Anzahl von Flugzeugen, wie sie auch in der
Realität fast immer zu beobachten ist. In Zürich sind
unglaublich viele Slots besetzt, logischerweise ist die
Swissair am stärksten vertreten, aber auch die
Anwesenheit anderer europäischer Airlines bietet ein
buntes Stelldichein! Mit Hilfe ausgefeilter Techniken,
wurde die statische/dynamische Szenerie so entwickelt, daß
sich die Framerate noch im befriedigenden Bereich hält.
Auf einem PII 266 mit Erazor II lief die ZRH einwandfrei.
Der Designer arbeitet
direkt mit Piloten der Swissair zusammen. Den Leuten hat
offensichtlich die bisherige weiße Illuminierung des
Airports nicht gepaßt. Gibt’s nicht, ändern! Also
wurde aus dem weißen Licht, das wesentlich realistischere
gelbe Kunstlicht geschaffen. Selbst die Gebäude und
statischen Flieger werden nun bei Nacht in oranges Licht
getaucht.
Weitere Features: Die
Beleuchtung einiger Taxiways wird erst dann eingeschaltet,
wenn man sich mit dem Flugzeug auf diesen
"Pfaden" bewegt. Die Anflugbefeuerung 16 ist im
Regelfall ausgeschaltet, damit es keine Verwechlungen mit
der Runway 14 gibt. Will man aber auf der 16 landen, kann
man die Lichter manuell anschalten.
Das es vollfunktionierende Dockingstations gibt ist ja
eigentlich schon Normalität, beim korrekten andocken an
die Stationen der Terminals A und B, wird zudem noch der
Treibstoff des Flugzeugs voll aufgetankt.
Weitere Highlights dieser
Szenerie sind so nette Details wie das Catering Terminal,
oder das flughafeneigene Gefängnis. Der S/U-Bahnhof ist
ebenso enthalten, wie die momentan andauernden Bauaktivitäten
auf Klothen.
ZRH hat keine Probleme im
Zusammenwirken mit der Europe 1. Auch mit Apollos neuester
Version Europe 1 Pro konnte ich keine Konflikte
feststellen. Selbst die dynamische Szenerie lief bei der
E1 Pro einwandfrei. Das Entfernen von Dynamik .bgls kann
man sich beim Zusammenwirken zwischen Zürich und E1 Pro
sparen.
Schön eingebettet wurde
auch die umliegende Landschaft. Auch hier wieder besonders
auffällig, die schöne Beleuchtung bei Nacht.
Der hohe Realismus dieser
Szenerie fordert natürlich seinen Performance Preis! Auf
einem P166 läuft gar nichts. Erst die erneute
Installation auf einem Pentium 2 mit 266 Mhz und einer
Elsa Erazor II ließ ungetrübten Spielspaß aufkommen.
Bezüglich Performance Gewinn sollte man sich unbedingt
die gut gemachte Hilfe Datei durchlesen. Hier gibt es auch
noch einige gute Tipps zum Thema Rechnerleistung.
Summa Sumarum: Hans Jörg Müllers
Zurich Szenario zeigt wieder auf schöne Weise, das immer
noch Steigerungen im Bereich Realismus möglich sind.
Seltsamerweise lassen sich die Schweizer Softwareschmieden
ihre Arbeit ausgesprochen hoch honorieren. 48 Dollar sind
`ne Menge Holz und nicht jeder Simmer wird hier sofort
zugreifen.
Zürich beweist aber auf eindrucksvolle Art, daß
Microsofts "Open System" Flugsimulator immer
noch nicht ganz ausgereizt ist.
Da die Designer mit "Real Piloten"
zusammenarbeiten, die Zürich Klothen wie ihre
Westentasche kennen, hat man die Garantie höchstmöglichen
Realismus für sein sauer verdientes Geld zu erhalten.
Die Entwicklung an der ZRH geht weiter, Käufer der
Szenerie können bei Verbesserungen jederzeit kostenlos
updaten.
Das Testen hat mir zu keiner Zeit Langeweile bereitet, im
Gegenteil Zürich war für einige Überraschungen gut.
Beim Testergebnis haben wir nur die reine Szenerie
bewertet. Ein Preis/Leistungs Rating ist nicht enthalten.
Simflight.de und TAKE OFF werden über weitere Neuerungen
zum gegebenen Zeitpunkt berichten.
Mit einem 95% Rating gehört die ZRH zu diesem Zeitpunkt,
in die Reihe der besten kommerziellen Airport Szenerien.
Gott sei Dank haben wir unsere German Airports, sonst nämlich
könnte man richtig neidisch auf unsere eidgenössischen
Nachbarn werden!