Suppliant Women — Donner (1852), OCR review edition Euripides Johann Jakob Christian Donner OCR source collation, conservative repairs and citation alignment Editorial processing with Codex

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Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift von J. J. C. Donner. Volume 3. Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard supplied OCR, H3; running-text copy text. Independent BSB copy, page-coordinate OCR and facsimiles; used to check layout and notes.BSB digitization Source reviews and editorial inventory

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Aethra steht an einem Altar vor dem Tempel der Demeter. Aethra. Demeter, die du schirmend in Eleusis thronst,OCR review edition. D. citations belong to Donner; u marks unresolved verse division. Sources, repairs and unattributed notesDonner’s metrical analyses and notes: page facsimiles Und ihr, o Diener, waltend in der Göttin Haus, Gebt mir und Theseus, meinem Sohn, Gedeih'n und Gluck, Gebt Glück Athens Volk und des Pittheus Lande, wo[OCR note; compare the printed page.] Des Pittheus Land, die Stadt Trözen in Argolis, wo Pittheus, der Vater Aethra's, herrschte. Compare printed p. 303 Mein Vater einst im segensreichen Hause mich Erzog, und dann, wie Phobos' Seherspruch gebot, Vegeus, Pandions Sohne, mich zum Weibe gab! So ruf' ich flehend, seh' ich an die greisen Fraun, Die, fliehend Argos' heimisch Land, mit bittendem[OCR note; compare the printed page.] Der bittende Delzweig ist wohl nicht kühner, als die supplex oliva des Statius. - Wollumwundene Delzweige trugen die Schuzflehenden in den Händen. Compare printed p. 303 Delzweig zu meinen Knieen hingesunken sind. Ein grauses Schicksal dulden sie: der Krieg erschlug Jungst ihre sieben Heldensohn' an Kadmos' Thor, Sie, die zuvor Adrastos, Herr von Argolis, Vor Thebå führte, daß er einen Theil vom Reich Des Dedipus erobre seinem flüchtigen Eidam Polyneikes. Ihre Mütter wollen nun Im Erdenschooße bergen ihre Leichname; Die Sieger aber wehren's und verstatten nicht Sie wegzutragen, wider göttlich Recht emport. Wie diese Frau'n, dem Kummer hingegeben, fleht Um meine Hülf Adrastos, der in Thränen dort[OCR note; compare the printed page.] ξΰν κεῖται 1. δεῖται, wovon χρείας ἐμῆς abhängig ist. Compare printed p. 303 Das Auge badet, und den unheilvollen Zug, Den Krieg bejammert, der ihn fern von Hause rief. Er liegt mir an, durch Bitten meines Sohnes Sinn Zu stimmen, daß er jenen schaff' ein heimisch Grab Durch Ueberredung oder durch des Speers Gewalt, Und dieses Eine legt er meinem Sohn allein[OCR note; compare the printed page.] L. μόνῳ. Compare printed p. 303 Und Pallas' Volk auf. Opfer für der Erde Saat Zu bringen, ging ich eben jezt aus meinem Haus Zu diesem Tempel, wo der Wehre goldne Frucht Aufstarrend über diesem Land zuerst erschien.[OCR note; compare the printed page.] Nach der allgemeinen Sage solte zuerst in den Gefilden von Eleusis die Frucht der Demeter hervorgekommen sein. Compare printed p. 303 Dies Laubgewind' in Hånden, (unheilvoll Gewind!)[OCR note; compare the printed page.] Das Laubgewinde, die der Aethra dargereichten Delzweige, die sie, als etwas Heiliges, bei dem Altar zu verweilen zwangen, und die sie als heilige Zeichen hochhält (V. 36.). Compare printed p. 303 Verweil' ich hier am keuschen Opferherd der zwei[OCR note; compare the printed page.] L. μένω. Compare printed p. 303 Göttinnen, Kora's und Demeters: mich betrübt Der kinderlosen Mütter Loos, der greisen Frau'n, Und heil'ge Zeichen ehr' ich hoch. Schon eilte mir Zur Stadt ein Herold, meinen Sohn zu rufen, daß Er uns das Leid entferne, das von diesen kam, Wo nicht, erfülle, was von ihm ihr Flehen heischt, An Göttern übend fromme Pflicht. Denn Alles nur Durch Männer auszurichten, ziemt der weisen Frau. Erste Strophe. Der Chor der Mütter. O gewähr' uns, was von dir, Greisin, die Greisinnen erflehn, Welche dir hier sanken an's Knie: Auf, lose die Söhn' uns,[OCR note; compare the printed page.] 2. ἄνα. Compare printed p. 303 Die gemordet das Schwert, welche zurückließen den Leib In dem leiblösenden Tod grimmigem Bergwilde zum Raub Erste Gegenstrophe. Sieh an unsern in heißen Thränen sich ausstromenden Schmerz, Siehe das Haupt, runglig und grau, Das wir trauernd zerfleischten! Wie anders? Geschmuckt haben wir euch weder daheim, Noch am Weg, tapfere Sohn', euere Grabmale gesehn. Zweite Strophe. Du gebarst auch ja den Sohn einst, o Gebieterin, Und erheitertest das Gemuth deines Gemahles: Jezt theile mir mit Freundlichen Nath, theil' ihn mit mir, die sich in Gram über den Tod Jener verzehrt, die sie gebar! O bestimm', Edle, den Sohn, welchen wir anflehn, Daß er hinzieht an Ismen's Flut und der Jünglinge Leichen zuruckschafft, endlich zu ruh'n im Marmorgrab! Zweite Gegenstrophe. Ungeweiht, eiserner Noth fröhnend, umschlingen wir[OCR note; compare the printed page.] Ungeweiht: denn sie kommen nicht zu dem Altar der Demeter, um ihr zu opfern oder irgend eine heilige Feier zu begehen (V. 168), und ihre Glieder hüllt kein Festgewand" (V. 92). Compare printed p. 303 Den in Glut strahlenden Altar der Unsterblichen, Und gerecht ist, traun, Was wir erslehn. Wohl auch vermagst du, die begluckt lebt durch den Sohn, Mich von dem Leid, das mich umfångt, Zu befrein. Niedergebeugt fleh' ich von Ungluck: In die Hand gib den Geliebtesten mir zurück, ja Laß mich umarmen im Tode des Sohns unseligen Leib! Dritte Strophe. Die Dienerinnen. Ein neuer Kampf harrt unser, häuft uns Leid zu Leid;[OCR note; compare the printed page.] Ein neuer Kampf, wenn der Wunsch, den die Heldenmütter so sehnlich ausgesprochen, wirklich erfüllt wird. Bothe. Compare printed p. 303 Der Mägde Busen tont von der Hånde Schlag. Hebt an, ihr Mitjammernden, Hebt an, ihr Mitweinenden, Den Reigen, den Hades liebt! Auf, zerfleischt euch Wang' und Busen blutigroth mit weißem Nagel! Denn Todtenehren sind ein Schmuck den Lebenden. Dritte Gegenstrophe. Des Weherufs unſelig unersåttliche Wollust ergreift uns, wie von erhabnem Fels Der Tropfe lautstohnend rinnt, Sein Klagen nicht enden will. Der Kinder Tod weckt den Schmerz Machtig auf im Mutterherzen, daß die Klage nie verstummt. Ach! O daß ich todt vergåße solches Misgeschick! Theseus. Aethra. Der Chor. (noch in einiger Entfernung) Theseus. Was hört' ich Weherufen, was der Brüste Schlag, Was Todtenklagen aus der Göttin Heiligthum Erschallen? Unståt zagend treibt die Furcht mich auf, Ob nicht der Mutter Leid geschah, nach welcher ich Ausgehe, weil sie lange schon von Haus verzieht. Ha, was ist das? Ein neuer Anlaß bietet sich zur Rede mir. Die greise Mutter sizt am Opferherd, um sie Viel fremde Frauen, welche nicht durch Eines nur Ihr Leid verkunden; denn von grauen Wimpern rollt Die Zahre schmerzvoll auf den Grund, auch schoren sie Die Locken, ihre Glieder hüllt kein Festgewand. Was ist es, Mutter? Dir geziemt, es kundzuthun, Und mir, zu hören; sicher ist ein Leid geschehn. Aethra. Du siehest hier die Mütter jener Sohn', o Kind, Die jungst an Kadmos' Thoren all' erschlug das Schwert, Der sieben Feldherrn. In der Hand Delzweig', umringt Mich ihre Schaar im Kreise, wie du siehst, o Sohn. Theseus. Wer ist der Mann am Thore, der so kläglich stöhnt? Aethra. Adrastos, wie sie sagen, Herr von Argolis. Theseus. Und hier um ihn die Knaben? Seine Kinder wohl? Aethra. Nein, Söhne jener Fürsten, die der Krieg erschlug. Theseus. Warum zu Theseus kamen sie als Flehende? Aethra. Ich weiß warum; doch diese sagen dir's, o Kind. (auf Adrastos und den Chor deutend). (zu Adrastos). Theseus Dich, der im Mantel sich verhullt, ich frage dich.[OCR note; compare the printed page.] Verhüllung im Mantel war ein Zeichen der Trauer. Compare printed p. 303 Sprich, dein Gesicht enthullend, und laß ab vom Gram: Denn Nichts vollbringst du, wenn du dich zu reden scheust.[OCR note; compare the printed page.] Ε. περῖς γὰρ ἐδὲν – ἰών. Compare printed p. 303 Adrastos. O sieggekrönter Herrscher im Athenerland, Theseus, ich komme flehend dir und deiner Stadt. Theseus. Wonach verlangt dich und wozu bedarfst du mein? Adrastos. Wohl weißt du, welch' unseligen Heereszug ich that? Theseus. Du zogst ja nicht so stille durch's Hellenenland. Adrastos. Und Argos' Edle fanden da durch mich den Tod. Theseus. So Grauses schafft der furchtbar ungeheure Krieg. Adrastos. Und diese Todten fordert' ich von Kadmos' Stadt. Theseus. Aussendend Hermes' Boten, daß du sie begrübst?[OCR note; compare the printed page.] Hermes' Boten, Herolde, deren Schuzgott Hermes ist. Compare printed p. 303 Adrastos. Doch ihre Mörder gonnen mir die Leichen nicht. Theseus. Zu solch gerechtem Wunsche - was erklären sie ? Adrastos. Шав? - Nicht zu tragen wissen sie des Glückes Gunst.[OCR note; compare the printed page.] ἐκ ἐπίςανται φέρειν SC. τὸ εὐτυχεῖν. Compare printed p. 303 Theseus. So kamst du mich zu fragen? Oder wessenthalb ? Adrastos. Heimführen Argos' Söhne sollst du mir, o Fürst. Theseus. Wo kam es hin mit Argos? War sein Prahlen Nichts?[OCR note; compare the printed page.] Für ἢ l. Compare printed p. 303 Adrastos. Getäuscht, verloren, fliehen wir in deinen Schuz. Theseus. Gesiel es dir so, oder will ganz Argos dies? Adrastos. Begrabe du die Todten, fleht mein ganzes Volk. Theseus. Was triebst du sieben Wagen aus vor Kadmos' Stadt?[OCR note; compare the printed page.] Sieben Wagen, die sieben Kriegeswagen der wider Thebe vereinigten sieben Fürsten. Compare printed p. 303 Adrastos. Den Gatten meiner Tochter that ich diesen Dienst. Theseus. An wen in Argos gabest du die Tochter aus? Adrastos. Nicht Eingeborne wählt' ich als Verwandte mir. Theseus. So gabest du wohl Fremden Argos' Tochter hin? Adrastos. An Tydeus und Polyneikes, Theba's edlen Sohn. Theseus. Warum erkorst du diese dir als Eidame? Adrastos. Des Phobos dunkler Nathselspruch beruckte mich. Theseus. Wie sprach Apollon, als er ſchlang der Ehe Band? Adrastos. „Der Eber und dem Löwen gib die Töchter hin." Theseus. Und welche Deutung gabest du des Gottes Spruch? Adrastos. Die Beiden kamen fluchtig Nachts an unser Thor . Theseus. Sprich: welche Beiden? Denn du nenust ja zwei zugleich. Adrastos. Tydeus begann mit Polyneikes schweren Kampf. Theseus. Wie Thieren, gabst du diesen deine Tochter hin? Adrastos. Ein Kampfen zweier Thiere sei's, vermuthet' ich. Theseus. Weßhalb verließen beide denn ihr Ahnenland? Adrastos. Tydeus, des Brudermordes offen angeklagt - Theseus. Und Polyneikes, was verließ er Kadmos' Stadt? Adrastos. Verslucht vom Vater, scheut' er sich vor Brudermord. Theseus. Klug that er wohl bei dieser freigewählten Flucht. Adrastos. Doch die zu Hause frevelten an dem Flüchtigen. Theseus. Der Bruder hat wohl seines Erbes ihn beraubt? Adrastos. Ich wollt ihn schůzen, und ich fand den Untergang. Theseus. Befragtest du die Seher, sahst der Opfer Strahl? Adrastos. Du drångst mich, mahnst an meinen årgsten Frevel mich. Theseus. Du zogest aus, so scheint es, nicht mit Göttergunst. Adrastos. Noch mehr, ich that es wider Amphiaraos' Spruch.[OCR note; compare the printed page.] Ε. τὸ δὲ πλέον. Compare printed p. 303 Theseus. Leicht wandten so die Götter ihren Sinn von dir. Adrastos. Der jungen Männer Ungestum riß mich dahin. Theseus. Um guten Muth nur warbst du, nicht um guten Rath: Schon vielen Feldherrn brachte dies den Untergang. Adrastos. Doch du, vor Hellas' Sohnen hoch mit Macht begabt, Athens Gebieter, zwar errothen muß der Greis, Zur Erde hin zu sinken und die Kniee dir Bu fassen, ich, ein Herrscher und so glucklich einst:[OCR note; compare the printed page.] Ε. πολιὸς ἀνὴρ τύραννος, εὐδαίμων πάρος. Compare printed p. 303 Doch meinem Leid zu weichen zwingt mich strenge Noth. Rett' uns die Todten: meiner Noth erbarme dich, Erbarme dich der kinderlosen Mütter hier, Die, grau von Alter, einsam und verlassen stehn! Hieher zu kommen und hieher den fremden Fuß Bu sezen, der kaum ihre matten Glieder trågt, Das konnten diese, nicht zu Deo's Weih'n gesandt, Nein, Junglinge zu bestatten, deren Hände sie,[OCR note; compare the printed page.] ἃς αὐτὰς ἐχρῆν, κείνων ταφείσας χερσίν, ὡραίων τυχεῖν. Die ganze Stelle lautet, wörtlich übersezt: ut mortuos sepeliant (ipsæ), quas ipsas oportebat justa consequi (ὡραῖα = νόμιμα), illorum (h. e. filiorum) manibus sepultas. Compare printed p. 304 Die greisen Frauen, besser selbst bestatteten! Klug ist es, wenn ein Reicher auf den Armen blickt, Klug, wenn der Arme lustern auf den Reichen schaut, Mit dem er, ringend um Besiz, wetteifere, Klug auch, befürchtet Ungemach ein Glucklicher.[OCR note; compare the printed page.] Nach diesem Verse finden sich in den Ausgaben noch vier weitere Verse, die aus der Untiope unseres Dichters genommen und wohl nur aus Versehen in den Text gekommen sind, nachdem sie als Parallelstellen an den Rand geschrieben waren." Compare printed p. 304 Du fragst vielleicht, warum ich Pelops' Land verließ, Warum Athen ich solche Last aufbürden will. Ich will es dir erklären, wie mir's wohl gebührt. Hart, grausam sind die Sparter, wandelbar von Sinn,[OCR note; compare the printed page.] Ε. Σπάρτη μὲν ὠμή. Compare printed p. 304 Machtlos und schwach die Andern: deine Stadt allein Mag dieses mühevolle Werk mit Glück bestehn. Sie sah mein Ungluck, ihr erwuchs im Junglinge, In dir, ein guter Hirte, dessen manches Volk Entbehrte, daß es ohne Führer unterging. Der Chor. Auch ich, o Theseus, rufe dir, was dieser, zu: O daß du dich erbarmtest über mein Geschick! Theseus. Mit Andern stritt ich manchesmal und eiferte, Wenn Einer sagen mochte, daß des Båsen Zahl Auf Erden größer als die Zahl des Guten sei. Ich hielt an anderm Glauben fest, ich meinte stets, Mehr walte Gutes auf der Welt als Schädliches. Denn wäre dies nicht, lebten wir nicht mehr im Licht. Dem Gotte dank' ich, welcher uns aus thierischem, Verworrnem Streben wilder Art das Leben schied, Der uns den Geist einhauchte, der die Sprache gab, Die Gedankenbotin, daß der Mensch den Laut erkennt, Auch Frucht zur Nahrung und der Frucht vom Himmel her Des Wassers Labsal, daß es nährt der Erde Saat, Erquickt der Menschen Glieder. Auch gewährt' er uns Schuzmittel wider Sonnenglut und Winterfrost, Führt über Meer uns, daß wir dort in wechselndem Verkehre tauschten, was dem eignen Land gebrach. Was Keinem klar ist und bekannt, erkennen wir,[OCR note; compare the printed page.] L. ἃ δ' ἐς᾽ ἄσημα κὲ σαφῆ, γιγνώσκομεν. Compare printed p. 304 In's Feuer blickend, und die Seher thun es kund, Aus Eingeweiden forschend und der Vågel Flug. Ist's nicht ein Frevel, nun ein Gott das Leben uns So reich versorgte, wenn mit dem uns nicht genugt? Doch Menschenweisheit trachtet über Gottesmacht Hinaus, in Menschenherzen wohnt der Uebermuth, Und weiser selbst als Götter glauben wir zu sein. Auch du gesellst dich dieser Zahl von Thoren bei, Du, der die Töchter, weil Apollons Spruch dich band,[OCR note; compare the printed page.] Der Sinn ist: „du gabst deine Töchter an Fremdlinge, der Weisung des Orakels folgend, als ob es Götter gäbe, während du mit den Argeiern vor Thebe zogst, ohne den Spruch des Amphiaraos zu beachten, als ob keine Götter lebten." Compare printed p. 304 Als lebten Götter droben, gab an Fremdlinge, Der seines Hauses hellen Glanz besudelte, Mit trübem Schlamm vermengte! Denn der Weise darf Schuldlose nie vermengen mit den Schuldigen :[OCR note; compare the printed page.] Schuldlose, wie die Töchter des Adrastos, Schuldige, wie deren Gemahle, Tydeus und Polyneikes. Compare printed p. 304 Zu Freunden werb' er seinem Haus nur Glückliche! Sieht doch die Gottheit beider Loos als eines an, Und wenn's dem Frevler übelgeht, muß sein Genoß Mit ihm verderben, ob er auch kein Boses that. Doch bald zum Kriege locktest du ganz Argos mit, Und brachtest, gegen Seher und Orakel taub, Zum Troz den Göttern, deiner Stadt den Untergang, Berückt von jungen Männern, die nach Ehre nur Verlangend, ewig gegen Recht den Krieg erneun, Dem Volk zum Unheil, Der, um Heeresfürst zu sein, Der, Andern Hohn zu bieten, wenn er Macht erlangt, Gewinnes halber Andre; Keiner denkt daran, Ob solch Beginnen seinem Volk nicht Schaden bringt. Drei Arten Bürger gibt es ja: die Reichen sind Niemanden nize, trachten stets nach Mehrerem. Der Arme, dem des Lebens Unterhalt gebricht, Ist ungestům und schnidem Neide zugewandt, Schnellt herber Zunge Stacheln auf Vermögende, Von böser Führer trügerischem Geschwaz berückt. Doch der in Beider Mitte steht, beschirmt die Stadt, Für Zucht und Ordnung wachend, die das Volk gebot. Und dennoch soll ich dein Genoß im Kampfe sein? Was sag' ich meinen Bürgern als Beschonigung? Zieh' hin in Freude: war es doch kein guter Rath[OCR note; compare the printed page.] Ε. χαίρων ἴθ᾽· ἐ γὰρ δὴ β. κ. Compare printed p. 304 Von dir, das Schicksal ohne Wahl herbeizuziehn. Der Chor. Er hat gefehlt: doch also liegt's in Sinn und Art Der Menschen; darum mußt du's ihm verzeihn, o Fürst. Adrastos. Sowie zum Arzte, kamen wir, o Herr, zu dir. Ich wählte nicht zum Richter meiner Leiden dich, Und wenn dir Etwas, das ich nicht wohl ausgeführt, Auffiel, o König, table, schilt mich nicht darum, Nein, fördre du mich weiter. Willst du dieses nicht, So muß ich dir mich fugen; denn was soll ich thun? Auf, greise Fraun, die grunen wollumwundenen Delzweige laßt am Opferherde hier zurück, Ruft Erd' und Götter und die fackeltragende Demeter, ruft der Sonne Licht als Zeugen an, Daß unser Flehn zu den Göttern nichts gefruchtet hat! Doch deine Mutter war ja Pittheus' Tochter, Er[OCR note; compare the printed page.] Zum Behuf der Uebersezung ergänze ich die Lücke so: ἡ σὴ δὲ μήτηρ Πιτθέως ἔφυ τέκνον, ὃς Πέλοπος ἦν παῖς. Compare printed p. 304 Ein Sohn des Pelops, und von Pelops' Insel wir, Aus Eines Ahnherrn edlem Blut mit dir gezeugt. Was willst du? Preis uns geben, diese Greisinnen Ausstoßen, Nichts gewährend, was du schuldig warst? Nicht also! Zuflucht findet doch das Thier im Fels, Am Götterherd der Sclave; Stadt entflieht zur Stadt, Umhergesturmt von Wettern. Denn auf Erden währt Der Seligkeiten keine bis an's Ende fort. Der Chor. Hebe dich, Arme, vom Boden der heiligen Persephoneia, Auf, und geh' ihm entgegen, umfange sein Knie mit den Hånden, Daß er die Leichname mir heimführt der erschlagenen Söhne,[OCR note; compare the printed page.] 2. τεθναότων, woraus die Vulgata τε θνατῶν entstand. Compare printed p. 304 Die vor den Mauern des Kadmos (ich Ungluckselige!) sanken! Weh mir! O faſſet, tragt, führet, geleitet, stüzt[OCR note; compare the printed page.] L. πέμπετ', ἐρείδετε τάλαιναν χερὸς γεραιᾶς. Compare printed p. 304 Der Greisin unsel'ge Hånde! Gramvoll, theuerster Fürst, o gepriesenster Held im Achderland, Fleh' ich zu dir und umfasse dein Kinn und die Hand und die Kniee: Höre mein Flehn um den Sohn und erbarme dich Mein, die sich härmt, wie der Flüchtling, und traurige Klagen hervorståhnt! Nicht grablos und den Thieren ein Spiel in dem Lande des Kadmos Mögst du die Junglinge sehn, die dir, Sohn, gleichen an Jahren! Blick auf die Thränen im Auge der Greisinnen, welche die Kniee Hier dir umschlingen und flehn, für die Kinder ein Grab zu bereiten! (Nethra bricht in Thränen aus.) Theseus. Was weinst du, Mutter, hålltest vor das Auge dir Den zarten Schleier? Weil du hörst den klåglichen Wehruf der Frauen? Mir bewegt er auch das Herz. Erhebe dieses graue Haupt und weine nicht, Un Deo's heil'gen Opferherd hier angeschmiegt! Aethra. Weh, wehe! Theseus. Klagen darfst du nicht um ihr Geschick. Unselige Frauen! Du gehörst nicht ihnen an. Aethra. Kind, sag' ich Etwas, ruhmlich dir und deiner Stadt? Theseus. Viel weise Worte kamen auch von Frauen schon. Aethra. Doch såum' ich dir zu sagen, was mein Herz bewegt. Theseus. Wie schnode, Gutes einem Freund verheimlichen! Aethra. Ich will fürwahr nicht schweigen und mich dann dereinst Selbst tadeln, daß ich jezo schwieg in feigem Sinn, Noch, weil ich fürchte, nuzlos sei das gute Wort Aus Frauenmunde, lass' ich ab von meiner Pflicht. Ich mahne dich vor Allem: denk' an Gottes Macht, Damit du, sie misachtend, nicht verderbest, Kind: Hiedurch allein verdurbst du, wenn auch weise sonst. Doch, wenn es nicht sich ziemte, kühn zu reden hier Bei solcher Unbill, nicht ein Wort verlor' ich dann. Nun aber bringt dir dieses Ruhm und Ehre, Sohn, Und mir erweckt es keine Furcht, ermahn' ich dich, Daß du die Frevler, die den Todten mit Gewalt Die Todtenopfer und des Grabes Theil entziehn, Mit deines Armes Stärke zwingst zu dieser Pflicht, Und jene zåhmest, die, was Hellas heilig gilt, Ruchlos entweihn. Denn was der Menschen Städte schirmt, Ist, wenn man weislich auf Gesez und Sitte hålt. Auch wird man sagen, daß du feig in schnöder Furcht Zurückgetreten, als der Kranz der Ehre dir So lockend winkte, daß du wohl mit Ebern dich Zum Streite gürtend, unberühmten Kampf gekämpft, Wo's aber Helme, Schwerter anzuschauen galt Und Lanzen auszudauern, feig erfunden wardst. Du, der du mein bist, thue das niemals, o Kind! Siehst du, wie deine Vaterstadt, als unbedacht[OCR note; compare the printed page.] Die Wortfolge ist : ὁρᾶς, ὡς οὴ πατρίς, κεκερτομημένη ὡς ἄβελος, γοργὸν ἀναβλέπει τοῖς κερτομῦσιν; Compare printed p. 304 Gelåstert, wie sie wuthend auf die Låst'rer blickt? Denn unter Mühsal und Gefahr wächst ihr der Muth. Doch Städte, die gern rasten, gern in Dunkel ruhn, Stehn auch in Dunkel unbemerkt und fürchten stets. Du willst den Todten, willst den unglücksel'gen Fraun, Die deines Arms bedurfen, nicht beistehn, o Kind? Das Recht zu schůzen zigst du hin, drum furcht' ich nicht, Auch seh' ich Thebå glucklich und vertraue fest, Noch andre Würfe werd' es thun im Würfelspiel Des Gluckes; Alles wandeln ja die Götter um. Der Chor. O theure Frau, du sprachest, was dem Sohn und uns Zum Heile dient: so schaffst du Doppelfreude mir. Theseus. Was ich, o Mutter, eben sprach zu diesem hier, War wohl gesprochen; denn ich legt' ihm offen dar, Durch welchen Nath er seinen Untergang verwirkt. Doch selber auch erkenn' ich, was du mich ermahnst, Zuwider sei es meiner Art, Gefahr und Müh'n Zu fliehen. Edler Thaten viel vollendet' ich, Und wählte mir vor Hellas' Volke diesen Ruhm, Die Bösewichter allezeit zu züchtigen. Unmöglich also kann ich mich den Müh'n entziehn. Wie werden Theseus' Hasser ihn beschuldigen, Wenn du, die Mutter, die für Sohnes Leben bebt, Zuerst gebietest diese schwere That zu thun? Ich will zum Werke schreiten, will die Leichname Mit Worten låsen oder durch des Speers Gewalt. Gleich soll's geschehn: die Götter werden gnådig sein. Nur sei es, wunsch' ich, auch genehm der ganzen Stadt. Ihr wird's genehm sein, will doch ich; doch frag' ich sie Zuvor, das Volk ist also mir willfähriger. Ich übertrug ihm volle Macht und Herrschgewalt, Gewährte Freiheit dieser Stadt und gleiches Recht. Für unser Wort zu zeugen, folg' Adrastos uns Zur Volksversammlung. Wenn ich sie dafür gestimmt, Erschein' ich hier mit auserles'nen Junglingen Athens; in Waffen lagernd send' ich Boten dann Zu Konig Kreon, fordre heim die Leichname. Nun, greise Frauen, nehmet weg die heiligen[OCR note; compare the printed page.] Non poterat Aethra ab ara discedere, priusquam supplices eam liberassent auferendo ramos supplicatorios, quod fieri solebat concesso isto, quod petebatur. Compare printed p. 304 Delzweige, daß in's Vaterhaus die Mutter ich An lieber Hand heimführe! Denn wohl ist ein Kind Unselig, das den Weltern nicht dankvoll vergilt: Wer sie mit schönen Gaben ehrt, empfångt dafür Von seinen Kindern, was er einst den Weltern that. (Nethra und Theseus gehen ab.) Erste Strophe. Der Chor. O rossenåhrendes Argos, heimatliche Flur, Vernahmt ihr Das, vernahmt ihr Theseus' Entschluß, der die Götter und das machtige Pelasgerland ehrt und Argos?[OCR note; compare the printed page.] Ε. τῷ μεγάλα Πελασγίᾳ, welcher Dativ, so wie die folgenden Worte, von dom abhängt. Compare printed p. 304 Erste Gegenstrophe. O daß er weiter als an meiner Leiden Ziel[OCR note; compare the printed page.] τὸ πλέον ἢ τέρμα κακῶν ἐμῶν, majus quiddam fine mearum miseriarum: fœdus, quod jungi optant Argivæ cum Atheniensibus. Vgl. V. 362 f. Compare printed p. 304 Gelangend, uns der Mütter Wonnen, Die Gemordeten, zurückbråcht und den Freundesbund Mit Argos schloss, uns zum Frommen! Zweite Strophe. Ein schöner Schmuck den Städten ist ein frommes Werk, Erringt den Dank aller Zeiten. Was wird Athen beginnen? Schließt es wohl mit uns Den Bund? Wird der Hügel unsere Söhne decken?[OCR note; compare the printed page.] Dieser Vers besteht, wie der entsprechende Vers der Gegenstrophe (V. 371), aus zwei überzähligen Dochmiern. Compare printed p. 304 Zweite Gegenstrophe. O hilf den Müttern, måchtig hilf, Athene's Stadt! Beflecke nicht Menschensitte! Du ehrst das Recht, verachtest Ungerechtigkeit,[OCR note; compare the printed page.] Menschensitte, die heilige Sitte, Todte zu ehren. Compare printed p. 304 Und schaffst immer Hülfe, wo Noth drångt und Ungluck. Theseus kommt mit einem Herolde zurück. Der Chor. (zu dem Herolde) Theseus. Stets übst du treulich deine Kunst und dienst der Stadt Und mir, indem du Kunden hin und wieder trågst. Jezt überschreit' Asopos' und Ismenos' Flut,[OCR note; compare the printed page.] Asopos und Ismenos, Flüsse bei Thebä nach der Seite von Attika. Bothe. Compare printed p. 304 Und sage dies der Theber stolzem Könige: „Theseus, des Nachbarlandes Fürst, begehrt in Huld Von dir die Todten zur Beerdigung und wunscht, Daß euch Erechtheus' ganzes Volk befreundet sei." Willfahren sie der Rede, komm sogleich zuruck; Doch wenn sie's weigern, mahne sie dein zweites Wort, Auf meiner Schildbewehrten Schaar gefaßt zu sein. Denn alles Heer eilt wohlbereit zur Musterung Dorthin, zum heilig lautern Born Kallichoros.[OCR note; compare the printed page.] Kallichoros hieß ein Brunnen in Attika, nahe bei Eleusis. Compare printed p. 304 Und wahrlich, gern und willig unterzog das Volk Sich dieser Arbeit, als es mich entschlossen fand. Ha! Wer ist der Fremdling, der mein Wort hier unterbricht? Ein Theber, scheint es; denn ich weiß es nicht gewiß. Verziehe, Herold, ob er dir die Muhe nicht Erspart und meinen Wunschen hier entgegenkommt. Ein Herold aus Thebe tritt auf. Die Vorigen. Der Herold. Wer ist des Landes Herrscher? Wem verkunden wir Die Worte Kreons, der in Kadmos' Land gebeut, Seit Eteokles vor den sieben Pforten fiel, Von Polyneikes', seines Bruders, Hand entseelt? Theseus. Freund, gleich der Anfang deiner Red' ist falsch: du suchst Hier einen Herrscher; aber nicht Ein Mann gebeut In diesem Volke, sondern frei ist unsre Stadt. Abwechselnd herrschen unter sich der Reihe nach Ein Jahr die Bürger; nicht dem Reichthum geben sie Die Ehre, nein, der Arme hat hier gleiches Recht. Der Herold. Dies Eine magst du, wie bei Würfelspielen, uns Vorausgewähren: denn die Stadt, die mich gesandt, Wird nur von Einem Manne, nicht vom Schwarm, beherrscht; Durch Neden blåht die Menge keiner auf und lenkt Sie dort- und hierhin, wie sein Vortheil ihm gebeut. Denn wer begunstigt eben noch viel Dank gewann, Wird bald gehaßt auch und entrinnt der Strafe nur, Indem er, neu anklagend, alte Schuld bedeckt. Und wieder, wie vermochte seinen Staat ein Volk Geschickt zu lenken, wenn es nicht die Reden prüft? Die Zeit ja, nicht die Eile, gibt den besten Rath, Die besten Lehren. Nie vermag der dürftige Landmann, und wär' er kundig auch, (sein muhsames Geschäft verwehrt's ihm,) zum Gemeinwohl aufzuschaun. Schmerzhaft, empörend ist es, traun, für Edlere, Wenn durch der Zunge Schmeichellaut ein schlechter Mann, Der nichts zuvor gewesen, Macht im Volk erringt. Theseus. Ein feiner Herold, mit dem Wort verschwenderisch! Doch weil auch du zu kämpfen wagtest solchen Kampf, So hore: du ja singest an der Worte Streit. Nichts ist dem Volk so feindlich als Tyrannenmacht; Da gelten (was das Hochste) nicht gemeinsame Geseze; nur Ein König, der sich alles Recht Anmaßt, gebeut, und keine Gleichheit waltet mehr. Sind Rechte da, geschrieb'ne, hat der Dürftige, Und wem des Reichthums Fülle ward, das gleiche Recht; Auch darf der Schwache wider einen Glucklichen Das Recht vertreten, wann er ihm ruchlos erscheint;[OCR note; compare the printed page.] ἐνισπεῖν ταῦτα, δ. ἱ. τὴν ἴσην δίκην. Compare printed p. 304 Und wenn er wahr gesprochen, siegt der Kleinere. Auch ist es Freiheit, wenn der Herold ruft im Volk: 430,Wer will den Bürgern guten Rath verkündigen?" Und hochgeehrt ist, wer es will; wer aber nicht, Der schweigt. Wo wåre gleich'res Recht in einem Staat? Auch freut ein Volk sich, welches selbst im Land gebeut, Kraftvoller Jünglingsarme, die sich ihm geweiht; Ein König aber achtet sie dem Feinde gleich, Und jeden Besten, der ihm klug und weise dunkt, Ermordet er, für seine Bwingherrschaft besorgt. Wie mag ein Staat nun fürder stark und sicher sein, Wenn Einer, wie man Aehren pfluckt im Lenzgefild, Wegrafft die Kühnen und der Jugend Blüthe bricht? Was frommt's, den Kindern Geld und Gut zu schaffen, daß Man nur des Zwingherrn Leben mehr verherrliche? Was frommt es, schöne Tochter sich daheim erziehn,[OCR note; compare the printed page.] ξΰν καλῶς Ι. καλάς. Compare printed p. 304 Dem Herrn zu sußer Wonne, wann's ihn listete, zu bittrem Gram den Aeltern? Leb' ich fürder nicht,[OCR note; compare the printed page.] ἑτοιμάζεσιν, illis, qui voluptates istas parant tyranno, i. e. parentibus. Matthiæ. Compare printed p. 305 Wenn meine Kinder mit Gewalt ein Fremder freit! - Auf deine Reden gab ich dir dies Wort zurück. Doch - was verlangend kamst du denn in dieses Land? Du solltest heulen, wenn die Stadt dich nicht gesandt, Du, der so Leeres schwazte! Soll ein Bote doch, Nachdem er kundthat, was man ihm befahl, sogleich Nach Hause kehren. Sende fortan weniger Schwazhafte Boten Kreon mir in meine Stadt! Weh, weh! Der Chor. Wie trozig thut der Bose, wann ein Gott das Gluck Ihm zugetheilt, als ob es ewig dauerte! Der Herold. Gleich will ich reden: das, warum wir eiferten, Mag also dir erscheinen, mir schien's umgekehrt. Und ich verbiete, Kadmos' ganzes Volk verbeut's, Adrasten einzulassen, Herr, in dieses Land; Doch wenn er hier ist, achtet nicht der heiligen Delzweig' am Fremdling, nein, hinaus treibt ihn, bevor Des Gottes Strahl sinkt, und entführt die Todten nicht Gewaltsam, weil ihr keinen Theil an Argos habt. Und, folgst du mir, so wirst du sonder Sturm das Schiff Des Staates lenken; folgst du nicht, droht uns und dir Und deinen Freunden großer Sturm des Krieges noch. Drum überlege; nicht erzurnt erwiedere (Weil etwa frei sei deine Stadt) auf unser Wort Mit stolzer Rede, trozend auf der Arme Kraft. Kein Uebel gleicht der Hoffnung, die viel Städte schon Entzweit, die Menschengeister treibt zum Uebermaß. So, wann's im Volke wegen Krieg zum Stimmen kommt, Denkt Keiner mehr an seinen eignen Untergang, Und wålzt des Todes Misgeschick dem Andern zu. Schwebt' Allen Tod vor Augen, wenn's zum Stimmen geht, Fand Hellas nie bei wilder Speere Wuth den Tod. Doch wissen alle Menschen wohl Unrecht und Recht[OCR note; compare the printed page.] Σ. καίτοι. Compare printed p. 305 zu scheiden, auch, was bose sei, was gut, und daß Viel segenreicher, als der Krieg, der Friede sei, Er, der den Musen holdgesinnt und angenehm, Der Nache Feind ist, der sich freut des bluhenden Nachwuchses, freut des Reichthums. Ihn verschmåhen wir, Sinnlose Thoren, wählen Krieg, bewältigen Im Kampf der Mensch den Menschen und die Stadt die Stadt. Du willst gefallnen Götterfeinden Hülfe leihn,[OCR note; compare the printed page.] Ε. σὺ δ' ἄνδρας ἐχθρὸς θεοῖς θανόντας ὠφελεῖς. Compare printed p. 305 Bestatten und beschicken, die ihr Troz verdarb. Nicht also Necht war's, daß der Leib des Kapaneus Vom Bliz umgluht aus hochgestellter Leiter dampft, Der auf zum Thore klimmend, auszutilgen schwur Die Veste, woll' es eine Gottheit oder nicht: Nicht, daß Charybdis' offner Schlund den Seher dort[OCR note; compare the printed page.] Charybdis, der Erdschlund, der bei einem Erdbeben sich öffnete und den Seher (Amphiaraos) verschlang. Compare printed p. 305 Verschlang, in Abgrund ihm Gespann und Wagen riß. Und andre Feldherrn liegen noch vor Kadmos' Stadt, Nachdem die Felsen ihr Gebein zerschmetterten. Nun glaube, wenn du weiser nicht als seus dich ruhmst, Gerecht verderbe Göttermacht den Frevlersinn. Vor Allem sei der Weise Kind und Eltern hold, Sei hold dem Vaterlande, das er heben muß Und nicht verderben! Kühner Feldherr bringt Gefahr Und kühner Schiffer; wer zu rechter Zeit verzieht, Ist klug. Die Vorsicht nenn' ich wahre Tapferkeit. Adrastos. Genugend war's, daß uns Kronion züchtigte; Doch solche Schmach zu bieten, ziemte nicht für euch, Du Bösewicht! Theseus. Adrastos, halte still den Mund, Und eile nicht mit deinen Reden mir zuvor; Denn nicht zu dir ward dieser Herold abgesandt, Er kam zu mir; ich also muß ihm Rede stehn. (zu dem Herold) Und nun entgegn' ich auf das Erste dir zuerst. Ich hörte nie, daß Kreon unser König sei, Noch wußt' ich ihn so mächtig, daß er unsre Stadt, Also zu handeln, zwånge. Denn so stromte ja Der Quell nach oben, waren wir ihm unterthan. Nicht auch erheb' ich diesen Krieg auf eigne Hand, So wie wir diesen nicht gefolgt zu Kadmos' Stadt. Die Todten will ich, ohne daß euch Leid geschieht, Und ohne daß ich menschenmörderischen Kampf Erhob, bestatten und des ganzen Hellas Brauch Rewahren. Sprich, was ware hieran tadelnswerth? Denn, habt von Argos' Söhnen ihr gelitten auch: Sie starben. Rühmlich wehrtet ihr der Feinde Macht; Doch schmählich, sturb' auch alles Recht für sie dahin. Laßt nun die Todten bergen in des Grabes Schooß! Woher ein Jedes an das Licht geboren ward,[OCR note; compare the printed page.] Ε. εἰς τὸ φῶς. Compare printed p. 305 Dorthin zurück auch kehrt es, Geist in Aethershöhn, Der Leib zur Erde; den beſizen wir ja nicht Als unser eigen; nur das Leben wohnt in ihm, Und, die genährt ihn, nimmt dereinst ihn wieder auf. Die Todten nicht begrabend, krankt ihr Argos nur? O wahne das nicht! Alles Volk trifft euer Hohn, Verweigert ihr dem Todten seine Rechte, laßt[OCR note; compare the printed page.] 2. εἰ τὲς θανόντας νοσφίσας ὧν χρῆν λαχεῖν, ἀτάφες τις ἕξει. Compare printed p. 305 Ihn unbegraben: feige ja, kleinmuthig muß Der Tapfre werden, wird ein solcher Brauch Gesez. Du bist gekommen, Grausenvolles mir zu drohn: Vor Todten graut euch, wenn des Grabes Naum sie birgt? Und was besorgt ihr? Daß die Ruh'nden euer Land Verheeren oder Kinder in der Erde Schooß Erzeugen werden, die dereinst euch zuchtigen? Ja wahrlich unnuz, albern ist Geschwazigkeit, Die frevelhafter, eitler Furcht ein Zeugniß stellt! Erkennt der Menschen Jammerloos, ihr Thorichten! Ein steter Kampf ist unser Leben: glucklich sind Die früher, Jene später, Andre sind es nie. Des Glückes Göttin spielt mit uns; der Leidende Verehrt sie, daß er glucklich sei; der Glückliche, Denn er befürchtet, ihn verlass ihr milder Hauch, Erhebt sie preisend. Dies erkennend, zurne nicht Mit ungemessnem Grolle, wer Unbill erfuhr, Und übe Nache, die dem Volk unschädlich sei! Was soll es also weiter? Laß die Todten mich Begraben, der den Göttern Ehre geben will. Wo nicht, so wirst du sehen, thu' ichs mit Gewalt. Denn nimmer soll in Hellas' Volk ausgehn das Wort, Daß, meiner Obhut und Pandions Stadt vertraut,[OCR note; compare the printed page.] Pandions Stadt, Athen. Compare printed p. 305 Ein alter heiliger Gottesbrauch geschåndet ward. Der Chor. Sei gutes Muthes! Hütest du des Rechtes Licht, So magst du manchem bösen Wort der Welt entgehn. Der Herold. Verlangst du kurz zu hören, was mein Wort an dich? Theseus. Sprich, wenn du willst; denn Schweigen hast du nicht gelernt. Der Herold. Nie führst du Argos' Sohne heim aus unserm Land. Theseus. So hore mich auch wiederum, wenn dir's gefällt. Der Herold. Ich höre; gönnen muß ich dir, was dir gebührt. Theseus. Aus Kadmos' Land entführ' ich und bestatte sie. Der Herold. Du mußt mit Theba's Lanzen erst den Kampf bestehn. Theseus. Viel andre Mühen, großre noch, durchkampft' ich schon. Der Herold. Hat dich dein Vater Allen widerstehn gelehrt?[OCR note; compare the printed page.] Des Theseus Vater war Aegeus, welcher den Sohn des Kreterköniges Minos tödtete, und deshalb hart belagert und durch Hunger und Pest gezwungen ward, dem Kreter alle sieben Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen in das berühmte Labyrinth zu senden, wo der Minotaurus sie verschlang. Theseus befreite Athen von dieser schmählichen Kriegssteuer. Bothe. Compare printed p. 305 Theseus. Den Frevlern allen; denn die Wackern straf ich nicht. Der Herold. Viel hast du stets zu schaffen, du und deine Stadt. Theseus. Viel Müh'n erduldend, arntet sie des Segens viel. Der Herold. Komm; Theberlanzen harren dein in Kadmos' Stadt. Theseus. Wie mag ein ungestümer Krieg vom Drachen drohn?[OCR note; compare the printed page.] Der Drache, das Zeichen der Theber, steht für die Theber selbst, deren Stammväter aus den von Kadmos gesäten Drachenzähnen entsprossen waren. S. unsere Anmerkung zu Sophokles' Dedipus in Kolon. V. 1517. Compare printed p. 305 Der Herold. Du wirst's erfahren; jezo bist du trozig noch. Theseus. Nie wirst du mich aufregen, daß mein Zorn entbrennt, Durch deine stolzen Worte! Doch verlaß das Land, Und nimm die Thorheit mit zuruck, mit der du kamst: Denn Nichts mit Reden schaffen wir! (Der Herold geht.) Es hebe sich Flugs alles Fußvolk und die Wagenführer all; Und wilder Rosse muthig Heer mit eisernem Stirnband, von Schaume triefend, eil' in Thebe's Land! Denn hin zu Kadmos' sieben Thoren will ich ziehn, Mein scharfes Eisen haltend selbst in starker Hand, Und selbst mein Herold. Dir gebiet' ich, bleibe hier, Und nicht vereine dein Geschick mit meinem Loos, Adrastos! Denn mit meinem Schuzgott drångt es mich Zu neuem Kampf, ein neuer Streiter, auszuziehn. Nur Eins bedarf ich, daß die Götter helfen, die Das Recht behüten. Stehen sie zur Seite mir, So sieg' ich: denn die Tapferkeit frommt nichts allein Den Menschen, steht nicht neben ihr ein holder Gott. (Er geht ab.) Adrastos. Der Chor. Erster Halbchor. O, der verlorenen Heerführer verlorne Mütter! Weh, von erbleichender Furcht bebt mir das Herz im Busen! Zweiter Halbchor. Ha, welch unselig Wort entfiel dir da? Erster Halbchor. Wie, Pallas' Volk, wirst du schlichten diesen Streit? Zweiter Halbchor. Du meinst mit Waffen, oder durch ein Friedenswort? Erster Halbchor. Gewinn wohl war' es; doch wenn Mord und Kampf Der Schlachten Gott wieder erweckt dort im Land, Und Brust um Brust vom Schlage dröhnt: Welches Wort, Unglückliche, Erheb' ich, die daran die Schuld hat?[OCR note; compare the printed page.] Ε. τίν ἄν, τῶνδ' αἰτία, λάβοιμι; Compare printed p. 305 Zweiter Halbchor. Aber den Mann, der im Glück leuchtet, sturzt das Schicksal[OCR note; compare the printed page.] L. τὸν εὐτυχίᾳ λαμπρόν. Compare printed p. 305 Wieder hinab: darauf bau' ich in fester Hoffnung. Erster Halbchor. Gerecht, so denkst du, sind die Himmlischen. Zweiter Halbchor. Wer anders auch theilt die Loos' auf Erden aus? Erster Halbchor. In Vielem weichen Götter ab von Menschensinn. Zweiter Halbchor. An dir zehrt Furcht vor altem Leide noch. Die Nache ruft Nache, der Mord ruft den Mord Heraus. Nach Leiden Linderung Verleihn den Menschen die Götter,[OCR note; compare the printed page.] L. θεοί βροτοῖσι νέμεσιν, πάντων τέρματ᾽ ἔχοντες αὐτοί. Compare printed p. 305 Die selbst Alles zum Ende führen. Erster Halbchor. O kam' ich doch in deine schonumthurmte Stadt,[OCR note; compare the printed page.] Die schönumthürmte Stadt ist Thebe. Compare printed p. 305 Vom Kallichoros fern, dem Born der Göttin![OCR note; compare the printed page.] Der Kallichoros war der Demeter heilig. S. zu V. 383. Compare printed p. 305 O schuf ein Gott mir Flügel, truge mich Zur Stadt am Doppelstrome hin![OCR note; compare the printed page.] Der Doppelstrom, Asopos und Ismenos, die bei Thebe sich vereinigten. Compare printed p. 305 Zweiter Halbchor. Du såhst dann deiner Lieben, ja, såhst ihr Geschick![OCR note; compare the printed page.] L. beidemal ἰδοίης. Compare printed p. 305 Erster Halbchor. Welches Schicksal, welches Loos harrt seiner, der so kuhn[OCR note; compare the printed page.] Ε. τίς ποτ' αὖσα, τίς ἀ. π. Compare printed p. 305 Kämpft, des Landes Herrscher? den Kampf Zweiter Halbchor. Die vielgerufnen Götter ruf ich wieder an; Das vor Allem weckt in der Furcht Vertrauen. Der ganze Chor. Wohlan, Zeus, unsrer Ahnin als Gemahl, Der verwandelten Jo, zugesellt! O komm gnadvoll ein Helfer, komm huldreich der Stadt! Deine Wonnen, deine Wehr für unsre Stadt, schmachvoll Führen wir zur Scheiter. verhöhnt, Ein Bote. Adrastos. Der Chor. Der Bote. Ich komme, Frau'n, euch vieles Frohe kundzuthun. Ich bin gerettet, (denn im Treffen sing man mich, Dort, wo der todten Helden siebenfältige Heerschaar die Schlacht geschlagen bei der Dirke Flut,) Und Sieg von Theseus meld' ich. Langes Reden will Ich euch ersparen: Kapaneus war einst mein Herr, Den Zeus mit glúh'ndem Donnerstrahl zu Staub verbrannt. Der Chor. Mich freut es, Lieber, daß du kehrst an deinen Herd, Und dies von Theseus meldest. Wenn das Heer Athens Auch glucklich heimkehrt, meldest du nur Freudiges. Der Bote. Heim kehrt es glücklich, hat den Kampf gekämpft, wie einst Adrastos kämpfen mußte mit den Danaern, Als er vor Kadmos' Veste zog vom Inachos.[OCR note; compare the printed page.] Inachos, ein Fluß bei Urgos. Compare printed p. 305 Der Chor. Wie hat des Aegeus hoher Sohn und die mit ihm Vereint gestritten, unserm Zeus Siegsmal' erhöht? Du sahst es: sprich, erfreue, die es nicht gesehn! Der Bote. Der Sonne Lichtstrahl, die der Dinge Maß bestimmt, Glanzt' hell auf Erden, und ich stand auf hohem Thurm Am Thor Elektra's, wo man weit umschaut in's Land. Da seh' ich drei Heerhausen dreier Stämme nah'n:[OCR note; compare the printed page.] Solon theilte späterhin das attische Volk in drei Stämme, namlich in Strandbewohner, Bergbewohner und Thalbewohner. Eine so natürliche Eintheilung mag vielleicht älter als der Gesezgeber sein. Sie stimmt indeß wenig zu dieser Stelle, wo bloß die Bewohner des inneren Landes den Strandbewohnern entgegengesezt, die Athener aber, (wie es scheint) als ein eigener dritter Stamm, von dem schmeichelnden Dichter hervorgehoben werden. Die Strandbewohner sind mit Spießen, Schleudern und Bogen bewaffnet. Bothe. Compare printed p. 305 Compare printed p. 306 Den einen, schwergewaffnet, der hinauf sich zog Zum Hügelrand Ismenos', wie die Sage ging, Ihn selbst, des Landes König, Aegeus' hohen Sohn, Und die mit ihm, am rechten Flügel ausgestellt, Die Bürger, wohnend in des Kekrops alter Stadt; Sodann, bewehrt mit Lanzen, die vom Meeresstrand, Gerad' am Born des Ares; drauf der Reiter Trupp,[OCR note; compare the printed page.] Der Born des Ares, der Quell Dirke. Compare printed p. 306 Am fernsten Saum des Heeres hinten aufgestellt, In gleicher Anzahl; unterhalb dem heiligen Grabmal Amphions hielt der Wagenführer Schaar.[OCR note; compare the printed page.] Amphion, ein uralter König Thebe's. Compare printed p. 306 Doch ruhig vor den Mauern stand des Kadmos Volk: Die Todten lagen hinter ihm, um die man stritt. Den Reitern gegenüber war die Reiterei, Den Wagen Wagen Attika's, vierspånnige. Des Königs Herold aber sprach vor Allen so: Verstummt, o Volker, schweiget, ihr vom Theberheer, Und höret mich! Der Todten wegen kamen wir, Und wollen sie bestatten, Hellas' alten Brauch Getreu bewahrend, nicht bedacht auf neuen Mord. Und nichts entgegnet Kreon ihm auf dieses Wort; Nein, still in Waffen stand er da. Doch siehe, nun Erhoben kühn die Wagenführer sich zum Kampf: Einander überjagend sprengten sie daher, Und stellten Wagenkämpfer hin zum Lanzenstreit. Der bahnt mit Eisen seinen Pfad, der schwenkt das Roß, Den Wagenkämpfern Attika's im Kampf zu stehn. Als aber Phorbas, der zur Schlacht die Reisigen Im Volk Erechthens führte, sah der Wagen Zug, Und der ihn sah, der Kadmos' Reiterschaar gebot; Begann ein Schlagen, und man siegt und ward besiegt. Dies sah ich, aber hörte nichts; dort stand ich ja, Wo nun die Wagen kämpften und die Reisigen. Von vielem Grausen aber, das sich dort begab, Nicht weiß ich, was ich nennen soll, erwähn' ich erst Des dichten Staubgewölkes, das zum Himmel wogt, Oder wie sie vorwärts und zurück am Riemenband Geschleist verschmachten, und der Ströme dunklen Bluts, Da Viele sturzten, Mancher, dem sein Wagen brach, Auf's Haupt zur Erde mit Gewalt geschmettert ward, Und auf des Wagens Trümmern Geist und Leben ließ. Als aber Kreon siegen sah die Reisigen Athens, ergriff er seinen Schild und zog zur Schlacht, Eh seine Kampfgenossen feig erzitterten. Doch auch des Theseus Kriegesheer starb nicht vor Furcht; An stürmt er eilig, rafft die hellen Schaaren fort, Und donnernd trafen beide Heer' im Mittel sich, Und morden, werden gemordet, und ermunternd scholl Durch alle Reihen dort und hier der laute Ruf: „Schlagt nieder! Stemmt die Lanzen, wehrt dem Volk Athens!" Da ward die Heerschaar, die der Drachensaat entsproß, Zur wilden Streiterin: zurück wich hinter sich Der Unsern linker Flügel; doch der rechte trieb Zur Flucht die Theber; unentschieden wogt der Kampf. Und nun errang sich hohes Lob der Heeresfürst: Denn hier allein zu siegen war ihm nicht Gewinn;[OCR note; compare the printed page.] Der Sinn ist: Es war ihm nicht genug, hier, auf der rechten Seite, zu siegen, während sein linker Flügel geschlagen wäre. Compare printed p. 306 Wo seine Streiter wankten, eilt er hin und rief Mit lauter Stimme, daß die Erd' es widerscholl : „O Kinder, hemmt ihr heute nicht den wilden Speer Der Saatgebornen, ist es aus mit Pallas' Volk!" Und Furcht erweckt' er allem Heer der Danaer:[OCR note; compare the printed page.] Ε. τάρβος ξ. θάρσος. Compare printed p. 306 Er selbst ergriff des Epidaurers grause Wehr, Die Keule, schwang und schleudert' Alles rings dahin, Zugleich die Nacken und das helmbewehrte Haupt Bis auf den Grund abmåhend mit der Keule Holz. Kaum endlich wandte Kadmos' Heer zur Flucht den Fuß: Ich jauchzte laut und hupfte freudig auf und schlug Die Hånde klatschend; jene slohn den Thoren zu. Geschrei, Geheul der Jungling' und der Greise scholl In Thebe's Mauern; Schrecken füllt die Tempel rings. Und nun ihm freistand, einzuziehn in Kadmos' Stadt, Doch hielt er ein; er komme, sprach er, nicht in Staub Die Stadt zu sturzen, fordre sich die Todten nur. So muß der Feldherr, den man wählt, geartet sein: In Graun und Schrecken zeigt er hohen Muth und haßt Den Uebermuth des Volkes, das, im Glicke stolz, Zur höchsten Staffel aufzuklimmen strebt und so Den Segen einbußt, welcher ihm beschieden war. Der Chor. Nun, weil ich diesen unverhofften Tag gesehn, Glaub' ich an Götter, und es dünkt die Bürde mir Des Misgeschickes leichter, weil der Feind gebüßt. Adrastos. D Zeus, warum doch preisen sie die Sterblichen Als weise? Nur an deinem Winke hången wir, Und also thun wir Armen, wie du's immer willst. Ich waltet' einst in Argos' unbezwungner Stadt; Wir waren unser viele, stark in Jugendkraft, Und als die Hand Eteokles uns zum Frieden bot, Und måßig heischte, wiesen wir ihn stolz zuruck, Und büßten schwer. Doch jener, damals glucklich, ward, Dem Armen gleich, der eben reiches Gut gewann, Voll Stolzes, Stolz ward wiederum des thörichten Kadmeiervolks Verderben. Eitle Sterbliche, Die so den Bogen spannen ohne Maß und Ziel,[OCR note; compare the printed page.] L. ὣς καιρῶ πέρα. ὣς = ὕτως. Compare printed p. 306 Und ob sie manches Leiden auch mit Recht bedrängt, Des Schicksals Winke folgen, nie des Freundes Rath! Mit Worten, Völker, wendet ihr das Misgeschick; Doch Mord entscheidet eure Zwist' und nicht das Wort. Indez wozu dies? Sage mir: wie hast du dich Gerettet? Fragen will ich dann das Uebrige. Der Bote. Als Schrecken ob des Kampfes Kadmos' Stadt ergriff, Eilt' ich die Pforte, wo das Heer einzog, hinaus. Adrastos. Um die gekämpft ward, bringt ihr auch die Todten uns? Der Bote. Wohl, die am siebenfachen Thor sich aufgestellt. Wie sagst du? Adrastos. Wo ist der andre Hause, der im Treffen fiel? Der Bote. Er liegt begraben bei Kitharons Felsenschlucht. Dies Adrastos. oder jenseits? Aber wer begrub ihn denn? Der Bote. Theseus, am Schattenfelsen von Eleuthera. Adrastos. Wo ließest du die Todten, die er nicht begrub? Der Bote. Ganz nahe: nah' ist Alles, was ihr wunschen mögt.[OCR note; compare the printed page.] Ε. σπεδάζετε. Compare printed p. 306 Adrastos. Ein Sklave trug sie schmählich weg vom Todesfeld? Der Bote. Wårst du dabei gewesen, als er liebevoll Der Todten wahrnahm, ruhmend sprächst du wohl davon; Kein Sklave ward zu dieser Arbeit angestellt. Adrastos. Wusch er die Wunden dieser Ungluckvollen selbst?[OCR note; compare the printed page.] 2. αὐτός. Compare printed p. 306 Der Bote. Und breitet aus ihr Lager und verhullte sie. Adrastos. Beschwerlich, schmachvoll war die Last dem edlen Mann! Der Bote. Wie könnte Menschen menschlich Leid schmachbringend sein? Weh! Adrastos. Wie glucklich, traf mit ihnen auch mich selbst der Tod! Der Bote Du klagst umsonst und pressest diesen Thränen aus. (auf den Shor deutend.) Adrastos. So scheint es; meine Lehrerinnen sind sie selbst. Doch auf! Die Hand, ihr Todten, breit' ich aus, entgegen euch, Und strom' ein thränenvolles Lied des Todes aus, Die Freunde rufend, deren ich (o Gram!) beraubt, Mein einsam Loos beweine. Denn nur dieses mag Nie mehr der Mensch erringen, wenn's verloren ist, Den Hauch des Lebens. Andres Gut erlangt er leicht. Erste Strophe. Der Chor. Mit dem Glucke vermählt sich das Leid: Die Stadt erringt hohen Ruhm, Ihres Heeres Fürsten schmuckt Zwiefacher Ehre Kranz; Ich aber (bittrer Kummer!) muß die Leichen sehn Der Kinder: doch ein schönes Schauspiel ist mir auch Dieser ungeahnte Tag, Nachdem ich fühlt' aller Schmerzen größten. Erste Gegenstrophe. Ach, håtte bis hierher mich Der Zeiten uralter Gott[OCR note; compare the printed page.] L. ἁμερᾶν, welcher Genitiv von πατήρ abhängt. Compare printed p. 306 Vor der Liebe stets bewahrt! Was mußt' ich Mutter sein? Ich hatte nie gefürchtet, solch unsågliches Elend zu schauen, wenn ich floh der Ehe Band. Nun gewahr' ich's offen klar, Mein Leid, den Tod, ach! so lieber Kinder. (Die Leichname der Feldherren werden herbeigetragen.) Doch ich sehe ja dort die Leichname schon Der erschlagenen Sohn': ich Verlorene, weh! O stieg' ich zugleich mit den Kindern hinab Zum gemeinsamen Hause der Todten! Zweite Strophe. Adrastos. Ihr Mütter, hebt Klagen an Um die Todten, die der Schooß Der Erd' empfangt: laßt erwiedernd euren Ruf Auf meine Klag' erschallen! Der Chor. O Kinder, Anblick, bitterer, Dem Weibe, das euch liebend trug! - Zu dir red' ich, der du starbest! Adrastos. Weh, weh mir! Welch Leiden brach auf mich herein! Der Chor. Ach, ach! Dulden, dulden mußten wir (o Graun!) Des Misgeschicks herbsten Schmerz! Adrastos. Siehest du, Stadt der Argeier, das Schicksal, das mich umstrickt hat? Der Chor. Wohl sieht sie dein und mein Geschick, der Un- sel'gen, Kinderlosen. Zweite Gegenstrophe. Adrastos. Otragt der Unglucklichen[OCR note; compare the printed page.] Ε. προσάγετε τῶν δυσπότμων. Compare printed p. 306 Blutgetränkte Leichen her: Sie starben unwürdig durch der Männer Hand, Die solcher Kampf nicht ehrte! Der Chor. O bringt sie, daß der Mutter Arm An diese Brust sie drucke, daß Der Sohn uns im Arme ruhe! Adrastos. Du hast, du hast . Der Chor. Weh, weh! Ach, der Leiden bange Last! Nicht den Müttern russt du das?. Höret mich! Und jammerst nicht auch um uns? Adrastos. Håtten die thebischen Schaaren im Staube mich niedergeschmettert! Der Chor. Und håtte mich an eines Mannes Haus Nie gebannt die Liebe! Schlußgesang. Adrastos. Der Leiden Sturm, sehet ihn, Ihr unglücklichen Mütter dieser Söhne! Der Chor. Zerrissen bluten unsre Wangen, Und das Haupt bestreuten wir mit Asche. Adrastos. O daß ein Erdschlund hinab Mich schlange, daß Stürme mich Fortrafften, Zeus' Glutflamme fiel' auf dieses Haupt! Der Chor. Du sahest unselige Eh'n;[OCR note; compare the printed page.] Unselige Ehen, deiner (des Adrastos) Töchter. Compare printed p. 306 Unselig war Phobos' Spruch.[OCR note; compare the printed page.] Des Phöbos Spruch. S. V. 133 ff. Compare printed p. 306 Das ide Haus des Dedipus[OCR note; compare the printed page.] L. ἔρημά σ' ἁ πολύςονος. Die Wortfolge in beiden Versen ist diese: ἔρημα Οἰδιπόδα δώματα λιπέσα, ἦλθε σε ὁ πολύςονος Ἐριννύς. Compare printed p. 306 Verlassend, kam über dich Verderbenschwer Erinnys. Theseus. Adrastos. Der Chor. Theseus. Ich wollte schon dich fragen, als du deinen Gram[OCR note; compare the printed page.] Diese Worte des Theseus sind an den Chor gerichtet. Compare printed p. 306 Vor Diesen klagtest, doch ich ſaume noch zu dir[OCR note; compare the printed page.] Vor diesen, d. i. den Kriegern, welche die Leichname der erschlagenen Heerführer herbeigetragen und geleitet hatten. Compare printed p. 306 Von dir zu reden: nun, Adrastos, frag' ich dich, Von wannen diese, so berühmt durch hohen Muth, (auf die Todten deutend) Entsprossen waren. Rede du, der Weisere, Zu diesen Jungern: Alles ist dir ja bekannt. Denn ihre Thaten sah ich, übermenschlich kuhn, Wodurch sie hofften Kadmos' Stadt zu bändigen. Eins will ich dich nicht fragen, (Hohn ja trafe mich) Mit wem im Kampfe Jeder hier zusammentraf, Und wo der Feinde Lanzen ihn verwundeten.[OCR note; compare the printed page.] L. 7, bezüglich zu μάχη V. 835. Behält man n bei, so muß zu πολεμίων aus dem Relativum ὅτῳ V. 835 der Genitiv ὅτε ergänzt werden. Solche Stellen, wo nach nui oder ἢ im zweiten Saze das Relativpronomen in verändertem Casus aus dem ersten Saze hinzugedacht werden muß, sind bei den Alten nicht selten. Man vergleiche z. B. aus der Odyssee nur 2, 54 und 114. Will man nun in unserer Stelle die alte Lesart beibehalten, so überseze man: Und welches Feindes Lanzen ihn verwundeten. Compare printed p. 306 Denn eitel sind die Reden, dort der Hörenden Und hier des Sprechers, der, gestellt in's Kampfgewühl, Wann dicht vor seinen Augen stürmt ein Lanzenheer, Bestimmt verkunden wollte, wer sich tapfer hielt. Ich könnte das nicht fragen, noch vermag ich auch Dem Mann zu glauben, welcher so zu reden wagt. Denn schwerlich kann ein Kampfer selbst Nothwendiges Gewahren, der dem Feinde gegenüber steht. Adrastos. Vernimm denn: gern gewähr' ich, was du hören willst, Das Lob der Todten. Wahres und Gerechtes will Ich dir von meinen Freunden hier verkündigen. Siehst du den Helden, welchen Zeus' Geschoß entseelt?[OCR note; compare the printed page.] L. ὁρᾷς, τὸ δτον ὁ βέλος δ. Compare printed p. 307 S' ist Kapaneus, der durch des Reichthums Fülle groß, Niemals mit seinen Schazen sich geblåht: er trug Kein stolz'res Herz im Busen, als ein armer Mann, Und floh den Prasser, der an vollen Tafeln schwelgt Und knappe Kost verachtet: nicht im Gaumen sei Der Siz der Tugend, Wenig, meint' er, sei genug. Er war der Freunde wahrer Freund, anwesenden Und fernen gleich ergeben, wie's nicht Viele sind, Trugloser Sitten, im Gespräch voll Freundlichkeit, Treu seinem Vorte, wann mit ihm verkehrt' ein Knecht, Und wann ein Bürger. Nun vernimm vom Zweiten auch, Von Eteoklos, welcher stets Großmuth geubt;[OCR note; compare the printed page.] Eteoklos war der Sohn des Iphis aus Urgos und Bruder der Evadne. Compare printed p. 307 Ein Jungling, zwar an Lebensgutern arm, errang Er doch die größten Ehren sich in Argos' Land. Wenn Freunde Gold ihm boten, was nicht selten war, Er nahm es niemals, daß er nicht, an eitles Gut Gebunden, Andern unterthan und pflichtig sei. Die bösen Führer, nicht den Staat, befeindet' er; Denn wahrlich anzuklagen ist niemals der Staat, Bringt ihn ein schlechter Steuermann in schlechten Ruf. Hippomedon, der dritte, war von dieser Art:[OCR note; compare the printed page.] Hippomedon, der Sohn des Aristomachos, wohnte in Argolis am Quell Lerna. Compare printed p. 307 Als Knabe schon verlangt er nicht den Lüsten sich Der Musen zuzuwenden, nicht der Weichlichkeit; Das Land bewohnend, übt' er sich in hartem Dienst, Zog gern zu mannlich tapfrer That, zur Jagd hinaus, Handhabte Pfeil und Bogen, freut' an Nossen sich, Und rang dereinst ein Segen seiner Stadt zu sein. Der vierte war der Jägerin Atalanta Sohn, Der Jungling Parthenopdos aus Arkadia, Im Glanz der Schönheit strahlend, der, zum Inachos Gekommen, großgezogen ward in Argolis. Dort war er, wie's dem fremden Eingewanderten Geziemte, Keinem låstig, nicht ein Feind der Stadt, Kein wüster Zanker, was den Eingeborenen Und was den Fremdling überall so widrig macht. Im Kampfgewuhle schirmt' er, wie der Heimische, Das Land von Argos, freute sich, war unsre Stadt Im Glück, und wann's ihr übel ging, empfand er Schmerz. Geliebt von Vielen, und wie viel der edelsten Argeierfrauen! hielt er sich von Sünde rein. Kurz will ich Tydeus' hohes Lob verkündigen.[OCR note; compare the printed page.] Tydeus, Sohn des Deneus, Vater des Diomedes, war Beherrscher der Stadt Kalydon in Netolien. Compare printed p. 307 Er glänzte nicht in Worten; nur in Waffen kühn Und wohlerfahren, sann er viel Gescheidtes aus. Meleagros, seinem Bruder, nicht an Geiste gleich,[OCR note; compare the printed page.] Meleagros, der Bruder des Lydeus, ist berühmt durch die Erlegung des kalydonischen Ebers. Compare printed p. 307 Erwarb er gleichen Namen durch des Speeres Kunst, Und fand der Muse volles Spiel im Sturm der Schlacht. An Ehrbegierde war er reich; sein hoher Sinn[OCR note; compare the printed page.] L. φιλότιμον ἦθος πλέσιος, δ. ἱ. πλέσιος τὴν φιλοτιμίαν. 〃 901. Ε. κακός κεκλῆσθαι. Compare printed p. 307 Ward mehr in Thaten als in Worten offenbar. Nach dem, o Theseus, was ich sprach, erstaune nicht, Daß Die vor Kadmos' Thürmen nicht den Tod gescheut. Denn Scheu vor Bösem pflanzt in's Herz die weise Zucht, Und jeder Hochgesinnte, der die Tugend übt, Errothet, feig zu heißen; denn die Tapferkeit Ist lehrbar, wie man Vieles, was es nicht gewußt, Bu sagen und zu hören auch dem Kinde lehrt. Doch was erlernt ward, pflegt man bis in's Alter fest zu halten. Darum bildet, zieht die Kinder wohl! Der Chor. Weh, weh, zum Unglück erzog, trug ich, Sohn, Unter dem Herzen dich, ertrug die Schmerzen Bei der Geburt! Und nun hat mir der Todesgott Der Mühsale Lohn geraubt: Ich habe nicht des Alters Pfleger mehr, Den Sohn, den ich, ach! geboren. Theseus. Wohl preisen deutlich Dikles' hochgesinnten Sohn[OCR note; compare the printed page.] Der Sohn des Dikles, Umphiaraos. Compare printed p. 307 Die Götter, die in tiefer Erde dunkel Schooß Samt seinem Vierspann lebend ihn hinabgerafft. Und loben wir Polyneiken, Sohn des Dedipus, So wird man keiner Lügen uns bezichtigen. Er war mir Gastfreund, eh er, Kadmos' Stadt entflohn, In Argos' Land freiwillig übersiedelte Doch weißt du, was ich wunsche, daß du Diesen thust?[OCR note; compare the printed page.] Ε. δρᾶν σε. Compare printed p. 307 Adrastos. Nur Eines weiß ich, daß ich dir's gewähren will. Theseus. Den Zeus' Geschosse trafen, hier dem Kapaneus - Adrastos. Als heiligem Todten, wünscht ihr ihm ein eignes Grab?[OCR note; compare the printed page.] Wer vom Bliz erschlagen ward, galt für heilig, und wurde an einem abgesonderten Ort begraben. Compare printed p. 307 Theseus. Gewiß, und Eine Scheiter all den Uebrigen. Adrastos. Wo wirst du diesem sein gesondert Grab erhöhn? Theseus. Dort, neben jenen Häusern will ich's ihm erbau'n. Doch solches Werk besorgen unsre Sclaven, wir[OCR note; compare the printed page.] L. ὅτος f. αὐτός. 〃 932. Ε. πικραὶ γὰρ ὄψεις χάρμα τῷ τέλει νεκρῶν. 〃 934. τλημόνως, geduldig, wie in den Choephoren des Aeschylos V. 746. τὰ μὲν γὰρ ἄλλα τλημόνως ἤντλουν κακά. Im andern Leide harrt' ich ja geduldig aus. Compare printed p. 307 Bestatten diese! Traget weg die Leichname! Adrastos. Ihr armen Mütter dieser Sohn', hier tretet her! Theseus. Nicht ziemen will, Adrastos, was du da gesagt. Adrastos. Ihr Kind umfassen sollte nicht der Mutter Arm? Theseus. Die Mütter stürben, såhn sie so die Sohn' entstellt. Denn grausen Anblicks freut sich nur der Todesgott. Was also willst du steigern noch der Mütter Gram? Adrastos. Du siegst! - Geduldig harret hier! Denn weise sprach Theseus. Doch wann die Flammen ihr Gebein versengt, Dann holt die Reste. Jammervolle Sterbliche, Was schwingt ihr Lanzen, mordet euch in wechselnder Blutthat? Bezwingt euch! Lasset ruhn die Schrecknisse, Und schirmt die Städte, friedlich unter Friedlichen! So schnell entflieht das Leben; und in leichter Lust, Mühlos, geziemt es, durchzutraumen seinen Traum. (Adrastos und Theseus ab. Die Leichname werden fortgetragen.) Strophe. Der Chor. Nicht mehr sind wir beglückte Mütter, Noch haben wir Theil an der Freude mehr Unter den Frauen in Argos' Land; Nicht mehr grüßt Artemis uns,[OCR note; compare the printed page.] Artemis als die Göttin der Gebärenden. Von Göttern begrüßt und angeredet zu werden, galt als ein Zeichen ihrer Huld. Compare printed p. 307 Deren Söhne sinken in's Grab. Unser Leben ist Gram: Einer irrenden Wolke gleich, Treiben uns des emporten Sturmes Hauche. Gegenstrophe. Sieben Mütter, geweiht dem Ungluck, Gebaren wir sieben Kinder einst, Söhne, gefeiert in Argos' Land: Und nun, der Söhne beraubt, Alter' ich Ungluckseligste hin; Nicht den Todten hinfort, Nicht den Lebenden beigezählt, Frist' ich, von ihnen getrennt, ein traurig Dasein. Schlußgesang. Uebrig blieben mir Armen noch Thränen: im Hause des Sohnes Nur Denkmale der Trauer, ein Kranz Dunkler Locken, geschornes Haar, Und Trankopfer, den Todten geweiht, Lieder, deren sich Phobos nicht, Der goldlockige Gott, erfreut! Früh durch Trauer emporgeschreckt, Nez' ich hinfort mein Busengewand Mit stets quellenden Zahren. Doch ich sehe ja dort, schon betteten sie's Für Hipponoos' Sohn, sein heiliges Grab,[OCR note; compare the printed page.] Hipponoos' Sohn, Kapaneus. 〃 971. μελάθρων τ' ἐκτὸς Θησέως ἀναθήματα νεκροῖς. Verbindet man Θησέως mit ἀναθήματα, so ist zu übersezen: Und am Hause den Schmuck, Den Theseus weihte den Todten. Compare printed p. 307 Und vor Theseus' Haus Die Gewand' und den Schmuck für die Todten! Das gepriesene Weib des Erschlagenen auch, Den der Donner entseelt, Evadne, sie naht, Die dem Fürsten in Argos, Iphis, entsproß. Was steht sie doch hier auf dem luftigen Fels, Der über dem Haus in die Wolken sich hebt, Und wallte den traurigen Pfad her? Evadne, Der Chor. Evadne, Welches Licht, welchen Glanz Führte der Sonnengott herauf Und Selen', in des Aethers Höhn Strahlend, wo Nymphen in fluchtigem Tanz Ziehn durch nachtliches Dunkel, Als mein brautliches Glück die Stadt Argos in stolzen Liedern erhob, Und des Gemahls, der leuchtet' in Erz, Kapaneus' Ruhm zu den Sternen trug? Zu dir eilt' ich aus meinem Haus[OCR note; compare the printed page.] Zu dir. Evadne redet ihren Gemahl an. Compare printed p. 308 Sturmend heran in bacchischer Wuth, Suche derselben Scheiter Glut, Suche dasselbe Grab mir, Mein mühseliges Leben, des Daseins Qual Drunten zu bergen in Hades' Haus. Denn der süßeste Tod ist doch, Sterben dahin mit dem sterbenden Freund, Wenn ein Gott es also verhångt. Der Chor. Du siehst den Scheiterhausen, dem du nahe stehst, Denkmal der Macht Kronions; hier ist dein Gemahl,[OCR note; compare the printed page.] Denkmal der Macht Kronions, insofern der vom Bliz getroffene Leichnam ein redender Zeuge der Macht des Zeus war. Compare printed p. 308 Den seines Blizes Flammen überwältigten. Evadne. Ich seh' es, das Ziel hier, Das ich erreicht nun! Ja, das Glück Leitete hierher meinen Schritt. Strebend nach Ruhme, will ich von hier, Will von dem Felsen herab mich Stürzen, spring' in die Flamme hinein, Und in lodernden Gluten Meinem geliebten Gatten vereint, Brust an Brust, umarmend, umarmt, Wall' ich hinab in Persephone's Haus, Durch mein Weilen im Lichte nicht Dich verrathend im Erdenschooß. Lebe wohl, Licht und Liebe! Leuchteten meinen Kindern in Argos nur Fröhliche Hochzeitsackeln dereinst, Daß sie begluckt' ein treuer Gemahl,[OCR note; compare the printed page.] L. ὅσιος δ' εὐναῖος γαμέτας συντηχθείς αὔραις ἀδόλοις γενναίας ἀλόχῳ ψυχᾶς. Compare printed p. 308 Den mit truglos lauterer Glut Edlen Herzens die Gattin umfångt! Der Chor. Dort sieh, er selbst, dein Vater, lenkt den Schritt heran, Der greise Iphis, zu dem ungeahnten Leid, Ein neuer Schmerz ihm, wenn davon ihm Kunde wird. Iphis. Evadne. Der Chor. Iphis. Weh dir, Verlorne, wehe mir verlornen Greis! Ich komme, (zwiefach sandten mir die Götter Leid) Eteoklos' Leichnam, der von Thebe's Lanze fiel, Des Sohnes, heimzuführen in der Båter Land, Und meine Tochter such' ich auf, die meinem Haus In rascher Eil' entflohen, Kapaneus' Gemahl,. Die mit dem Gatten sterben will. Wohl hat man sie Zuvor bewacht im Hause; nun, nachdem ich kaum Die Wachen freiließ, schwerbedrångt vom neuen Leid, Entrann sie. Doch hier werd' ich wohl am ehsten sie, Vermuth' ich, finden. Redet: habt ihr sie gesehn? Evadne. Was fragst du diese? Siehe mich, dem Vogel gleich, Hier auf dem Felsen! Ueber Kapaneus' Gerust, O Vater, schweb' ich, wiege mich in Aethershohn. Iphis. Kind, welcher Lufthauch trug dich her? Was lockte dich Aus deiner Heimat, führte dich in dieses Land? Evadne. Du würdest zürnen, hortest du, was ich beschloß:[OCR note; compare the printed page.] L. ὀργὴν λάβοις ἄν. Compare printed p. 308 Mir, Vater, ist es lieber, du vernimmst es nicht. Iphis. Wie? Sollte sich's nicht ziemen, wenn's dein Vater weiß? Evadne. Nicht weise richten durftest du, was ich gewählt. Iphis. Weßwegen aber hulst du dich in diesen Schmuck? Evadne. Der Schmuck verlangt, o Vater, eine That des Ruhms. Iphis. So darfst du nicht erscheinen auf des Gatten Grab.[OCR note; compare the printed page.] L. ὥς. Compare printed p. 308 Evadne. Ich bin bereitet, eine seltne That zu thun. Iphis. Und doch dem Grab, dem Scheiterhausen nahst du dich? Evadne. Hierher verlangt's mich, schönen Sieg erring' ich hier. Iphis. Und welchen Sieg? Vernehmen möcht' ich das von dir. Evadne. Sieg über alle Frauen, so die Sonne sieht. Iphis. Durch Kunst Athene's oder klugerdachte List? Evadne. Durch Muth: bei meinem Gatten will ich sterbend ruhn. Iphis. Wie sagst du? Welch unsinnig Räthsel sprichst du da? Evadne. Zu Kapaneus in den Scheiterhausen sturz' ich hier. Iphis. O Tochter, also rede nicht vor vielem Volk! Evadne. Dies eben, hörten's Alle doch in Argos' Land! Iphis. Doch werd' ich, traun, nicht dulden, daß du solches thust. Evadne. Gleichviel! Denn nicht erfassen kann mich deine Hand. Und schon hinunter sturz' ich: zwar dich freut es nicht, Doch mich und diesen, den mit mir die Flamm' umwallt. (Sie stürzt in den brennenden Scheiterhausen hinab.) Der Chor. O Frau, welche grause That wagtest du! Iphis. Ich Armer bin verloren, ihr Argeierfraun! Der Chor. Da du so schweres Leid Erfuhrst, mußt du noch schauen so kühne That! Iphis. Ihr findet niemals einen Ungluckseligern! Weh! Der Chor. Du theilst Dedipus' Geschick, armer Greis; Sein Loos mordet auch mein unglucklich Land. Iphis. Warum vergönnten Götter nicht dem Sterblichen, Zweimal ein Jungling und ein Greis zweimal zu sein? Denn wenn sich Etwas übel fügt' in unserm Haus: Von neuem prüfend wenden wir's zum Bessern um, Nur nicht das Leben. Wenn wir zweimal Junglinge Und Greise zweimal wurden, dann verbesserte Das zweite Leben manchen Fehl des früheren. So sah ich einst, wie Andre Kinder sich erzielt, Und wünschte Gleiches und verging in diesem Wunsch. Bestand ich schon dies Leiden, fühlt' ich, welchen Schmerz[OCR note; compare the printed page.] L. εἰ δ' εἰς τόδ' ἦλθον κἀξεπειράθην, κακόν οἷον σέρεσθαι πατέρα γίγνεται τέκνων. Oder man lese: ἐξεπειράθην, τέκνων – und am Schlusse des folgenden Verses κακόν. Compare printed p. 308 Des Vaters Herz empfindet, der ein Kind verlor: Nie håtte mich getroffen, was mich jezo traf, Mich, der die Kinder, der den Jüngling hier gezeugt, Und dem der Söhne bester nun entrissen wird. Was soll ich denn beginnen, ich Unseliger? Nach Hause gehen? - Alle Näume find' ich dort Verlassen; freudlos, ide wird mein Leben sein. So geh' ich wohl zum Hause dieses Kapaneив? Mir, ach, so süß einst, als die Tochter lebte noch![OCR note; compare the printed page.] Ε. ἥδιςα πρίν γε δῆθ᾽, ὅτ᾽ ἦν παῖς ἥδε μοι. 3 Compare printed p. 308 Nun ist sie nicht mehr, die des Greises Wange stets Zum Munde führte, dieses Haupt mit ihrer Hand Umfing. Ein alter Vater hat nichts Lieberes, Als eine Tochter; Sinn und Art der Knaben ist Wohl großer, doch für süßes Kosen nicht gestimmt. Auf, Diener, führt mich ungesäumt nach Haus zurück, Und gebt mich hin dem Dunkel, wo mein greiser Leib, Fern aller Nahrung, ausgezehrt hinschwinden wird! Was wird mir's helfen, rühr' ich an der Tochter Staub? Alter, unentfliehbar Leid, wie hass' ich dich, Wie Jeden, der sein Leben auszudehnen strebt, Durch Båder, Ruhebetten' und durch Zauberein[OCR note; compare the printed page.] Ε. λετροῖσι. Compare printed p. 308 Der Jahre Lauf ablenkend, um den Tod zu fliehn! Unnüz der Erden, sollte der in jähem Tod Hinfahren und den Jungern nicht im Wege sein! Ach! (geht ab.) Erster Halbchor. Da bringen sie schon den gesammelten Staub Der Erschlagenen her. Stüzt, Sclavinnen, mich Unmachtige Greisin, da mir die Kraft Mein Schmerz um die Söhne geraubt hat! So lange ja wandl' ich schon in der Zeit,[OCR note; compare the printed page.] Ε. ζώσας μέτα δή, oder μέτρα δή. Compare printed p. 308 Und zehre mich ab in unendlichem Harm. Denn wo gåb' es ein Leid, Das schmerzlicher rührt' an ein menschliches Herz, Als Gram um verlorene Kinder? Die Söhne der Helden bringen ihre Asche. Theseus Adrastos. Der Chor. Ein Knabe. Ich bringe, bring', unselige Mutter, Aus der Glut des Vaters Asche, Nicht leichte Last mir, weil der Schmerz mich niederbeugt: Alles, was mein, barg ich in kleinem Raume. Weh, weh! Zweiter Halbchor. Knabe, Thränen bringst du der Mutter dieser Todten, bringst Ein kleines Hauslein Asche statt der Helden, die Ehe so groß waren in Mykend! Der Knabe. Weh, wehe mir! Ich armer Knabe[OCR note; compare the printed page.] 2. ὦ, παῖς ἄπαις ἐγὼ δ' ἔρημος. Compare printed p. 308 Soll, beraubt des armen Vaters, Hinfort verlassen wohnen im verwaisten Haus, Nicht in dem Arm dessen, der mich zeugte. Erster Halbchor. Was vergilt der Mutter Müh'n, Was die ruhelosen Nächte, Was meine Pflege, da der Schlaf mein Auge floh, Da sich der Mund liebend verband dem Munde? Adrastos. Sie sind dahin, o Mutter, eure Kinder sind[OCR note; compare the printed page.] Ε. ἐκέτ' εἰσί σοι, μῆτερ, τέκνα, βεβᾶσιν. Compare printed p. 308 Nicht mehr, dahin! Sie nahm auf der Aether; Des Feuers Glut verzehrte sie; Beschwingt slohn sie zum Reich der Schatten. Doch hörst du, Vater, deiner Söhne Jammerruf.[OCR note; compare the printed page.] Ε. πάτερ, σὺ μέντοι σῶν κλύεις τέκνων γόυς. Compare printed p. 308 Werd' ich, den Schild am Arme, nicht einst deinen Tod Rachen? Der Chor. O Kind, möge das geschehen! Der Knabe. Wohl, wenn die Götter wollen, kommt der Rachetag Des Vaters! Noch nicht schläft dieses Unrecht. Der Chor. Weh! Der Klag' um meine Leiden ist Genug! Unheil genug umfing mich. Der Knabe. Wird mich dereinst Asopos' heitre Lust empfahn[OCR note; compare the printed page.] L. ἆρ᾽ ἔσθ' ὅτ' ᾿Ασωπό με δέξεται γάνος. Compare printed p. 308 Im eh'rnen Schmuck als Fürsten des Danaïdenheers,[OCR note; compare the printed page.] L. ςρατηλάταν. Compare printed p. 308 Daß ich den Tod råche meines Vaters? O Vater, noch vor Augen wahn' ich dich zu schaun - Der Chor. Wie liebend er auf deine Wangen Küsse drückt. Der Knabe. Doch deiner Worte Trostungen, Von den Lüften entrückt, verwehten sie. Der Chor. Gram ließ er zurück der Mutter und dir:[OCR note; compare the printed page.] Wörtlich: „Zweien ließ er Trauer zurück, der Mutter und - dich wird nie der Schmerz um den Vater verlassen." Compare printed p. 308 Nie schweigt die Wehklag' um deinen Vater. Was mich gemordet, trag' ich hier, die kleine Last. Gib, bergen will ich seinen Staub an meiner Brust! Der Knabe. Ich weine: dieses Trauerwort, Es traf, durchbohrte mir das Herz. Der Chor. Du scheidest, o Kind: die Mutter erblickt[OCR note; compare the printed page.] L. beidemal φίλιον. Wörtlich: non amplius te videbo, caras matris delicias. Compare printed p. 308 Dein holdes, holdes Bild niemals wieder! Theseus. Adrastos und ihr edlen Fraun von Argos' Stamm, Ihr seht die Knaben, die der tapfern Våter Staub In Hånden tragen, den ich euch zurückerkampft. Ich und Athen verehren diese Gaben euch.[OCR note; compare the printed page.] Für σε 1. σφε. Compare printed p. 308 Doch ihr, - bewahrt uns immerdar ein dankbares Andenken, stets erkennend, was ich that an euch. Und ebendas befehl ich diesen Kindern auch: Verehrt Athens Volk, und von Sohn auf Sohn verpflanzt Das Angedenken dessen, was wir euch gethan; Zeus weiß es und des Himmels Götter zeugen mir, Wie hoch von uns gewürdigt ihr nach Argos zieht. Adrastos. Theseus, wir wissen Alles, was du Großes thatst Dem Land von Argos, als es deiner Huld bedurft. Nie wird mein Dank erlöschen; was ihr Edles uns Erwiesen, dafur schulden wir ein Gleiches euch. Theseus. Was gibt es Andres, das ich euch gewähren soll? Adrastos. Sei glucklich: du ja bist es werth und deine Stadt. Theseus. So sei es; aber Gleiches werd' auch dir zu Theil. Athene. Die Vorigen. Athene. Vernimm, o Theseus, dieses Wort aus Pallas' Mund, Was, deinem Volk zum Heile, dir zu thun geziemt. Nicht, ohne sie zu binden, laß die Knaben hier Der Våter Asche tragen in's Argeierland; Nein, nimm für deine Mühen und die Müh'n Athens Erst einen Eid von Argos: diesen schwore dir Adrastos; er, des Landes König, hat ein Recht, Für alles Volk der Danaïden einzustehn. Dies aber schwör' er: nimmerdar soll' Argos' Volk In dieses Land herführen eine Feindesschaar, Nein, wider Andre, kamen die, zu Felde ziehn. Doch, ruck' es wider eure Stadt, achtlos des Schwurs, Soll Argos' Land, so fleh' er, schmachvoll untergehn! Nun hore, wo du spenden mußt der Opfer Blut. Ein eh'rner Dreifuß wird daheim von dir bewahrt, Den einst Herakles, als er Troja's Burg zerstört,[OCR note; compare the printed page.] Poseidon verheerte durch ein Meerungeheuer die Ufer Troja's, aus Rache gegen den troischen König Laomedon, der ihn betrogen hatte. Des Königs eigene Tochter Hesione ward endlich durch das Loos bestimmt, die Beute des Ungeheuers zu werden, und schon war sie an den Fels gebunden, als Herakles mit den Argonauten in diese Gegend kam, und dem Laomedon anbot, sie zu befreien, wenn er ihm die Rosse überließe, die Tros einst von Zeus für Ganymedes erhalten hatte. Der König versprach es, und Herakles tödtete das Ungeheuer. Aber nun weigerte sich Laomedon, sein Wort zu halten, und der beleidigte Held zerstörte Troja. Bothe. Compare printed p. 308 Indeß er auszog andern Feind zu bändigen, An Pytho's Opferherde dir zu weihn gebot.[OCR note; compare the printed page.] Ε. σῆσαί σ' ἐφεῖτο. - Pytho, der alte Name von Delphi. Compare printed p. 309 Auf diesem Dreifuß opfre du der Schafe drei, Und schreibe dann in seinen hohlen Raum den Eid, Und gib dem Gott ihn, welcher Pytho schirmt, ein Mal Des Bundes und ein Zeugniß Hellas' Volk zu sein. Und wo du solchen Opfermord vollendetest, Da birg in tiefer Erde Grund den scharfen Stahl, Den sieben Scheiterhausen der Erschlagnen nah; Denn Furcht und schlimme Wiederkehr bringt Argos' Volk Des Stahles Anblick, kriegt es einst mit eurer Stadt. Vollzogst du dieses, dann entlaß der Todten Staub, Und gib den Hain, wo Feuer ihre Leichname Geweiht, am Dreiweg Isthmoв зи Dir sag' ich dieses; ihr, Argeierknaben, hört: Wann eure Jugend reifte, nehmt Ismenos' Stadt, dem Delphergott. Und råcht den Tod der Våter, die dort endeten! Du führst, anstatt des Vaters, wann du Jungling wardst, Aegialeus, die Männer; dir zur Seite zieht[OCR note; compare the printed page.] Negialeus, der Sohn des Adrastos. Compare printed p. 309 Der Sohn des Tydeus, kommend aus Aetolia, Diomedes, wie sein Vater ihm den Namen gab. Aufraffen müßt ihr Argos' erzumstrahltes Heer,[OCR note; compare the printed page.] L. ἀλλ' ἐ φθάνειν χρή. Compare printed p. 309 Zur Kadmosburg mit ihren sieben Thoren ziehn, Sobald das Barthaar eure Wang' umschattete. Denn Theben furchtbar kommt ihr einst, herangereift, Wie junge Löwen, und zerstört die graue Stadt. So muß es kommen. Epigonen werdet ihr[OCR note; compare the printed page.] Epigonen, d. i. Nachkömmlinge, Söhne, heißen vorzugsweise die Söhne der sieben vor Thebä gefallenen Heerführer, die in einem neuen Feldzuge den Tod ihrer Väter rächten. Compare printed p. 309 Genannt von Hellas im Gesang der Enkel blüh'n: Ein solches Kriegsheer führt ihr an in Gottes Hut. (sie verschwindet.) Theseus. Athene, Herrin, deinem Wort gehorchen wir: Du führst mich sicher, daß ich nicht ausgleiten mag. Und diesen bind' ich durch den Eid. Nur lenke du[OCR note; compare the printed page.] Diesen, den Adrastos. Vgl. V. 1173 f. Compare printed p. 309 Mich auf die Bahn des Heiles: wenn du dieser Stadt Huldreich hinfort bist, wohnen wir in sichrer Hut. Der Chor. Adrastos, wir geh'n und schworen den Eid Dem Mann und der Stadt: sie kämpften für uns So tapfer und würdig der Ehre![OCR note; compare the printed page.] ἄξια σέβεσθαι, δ. ἱ. ἄξια, ὥςε ἡμᾶς σέβεσθαι αὐτές. Compare printed p. 309